Sturm hat sich ausgetobt

Fliegende Dachziegel, umgestürzte Bäume, gesperrte Strassen – das Unwetter in der Nacht auf gestern hinterliess seine Spuren. Der Schnee bleibt allerdings noch für ein Weilchen aus.

Jana Rutarux
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Dieser Baum in Uzwil konnte den starken Böen nicht mehr standhalten. (Bild: Andrea Häusler)

Dieser Baum in Uzwil konnte den starken Böen nicht mehr standhalten. (Bild: Andrea Häusler)

Der Sturm in der Nacht auf Mittwoch hatte es in sich. Allein im Kanton St. Gallen rückten bis um Mitternacht 20 Feuerwehren aus. Gemeinsam mit Polizeipatrouillen wurden sie zu 60 Einsätzen aufgeboten. Gemäss der Nachrichtenagentur sda rückten die Hilfskräfte im Thurgau 40mal aus, und in Appenzell Ausserrhoden gab es mehrere umgestürzte Bäume. Verletzt wurde aber in allen Kantonen der Ostschweiz niemand.

Alles nur wegen «Gonzalo»

Die Kantonspolizei St. Gallen meldete gestern mehrere Vorfälle: In Mels fegte der Sturm Dachziegel von einem Schopf. Ein umgestürzter Baum fiel in Degersheim auf ein Auto. Im Raum Neckertal, Degersheim und Uzwil mussten einzelne Strassen für das Wegräumen von Bäumen gesperrt werden. Auf den Autobahnen A1 und A13 wurden verschiedene Gegenstände, geknickte Bäume und Büsche entfernt.

In der Stadt St. Gallen musste die Stadtpolizei mehrere umgewehte Bauabschrankungen und einen Fahnenmast von den Strassen beseitigen. An der Erlachstrasse verstopften Blätter die Abflüsse, worauf die Strasse überflutet wurde. Umgestürzte Bäume verursachten vereinzelt Sachschaden an Fahrzeugen.

Besonders starke Böen habe es in Quinten (117 Stundenkilometer) oder auf dem Säntis (118 Stundenkilometer) gegeben, sagt Eugen Müller vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie. In St. Gallen lag die Böenspitze bei 97,2 Stundenkilometern. «Das war eine markante Sache. So einen Herbststurm gibt es selten, wenn überhaupt, vielleicht ein- bis zweimal im Jahr», sagt Müller. Gemäss dem Meteorologen stammten die starken Winde vom ehemaligen Hurrikan Gonzalo. Sie seien über den Atlantik gezogen und als Tiefdruckgebiet nach Europa gekommen.

Der Schnee bleibt aus

Dort angekommen, lösten sie eine markante Kaltfront aus, hinter der die gestern spürbar eisig kalte Polarluft folgte. Eine Abkühlung von den noch warmen 18 bis 20 Grad der Tage zuvor auf 5 bis 8 Grad war die Folge. Am Dienstag lagen die Schneefallgrenzen noch über 2500 Meter, innert weniger Stunden fielen sie auf 1000 Meter. Gestern morgen lag die Grenze sogar nur noch bei 800 Metern.

Die Winde würden immer schwächer, da sich die Schweiz nun auf der Rückseite des Tiefs befinde, sagt Müller. In den nächsten Tagen soll es wieder etwas wärmer und ruhiger werden. Gerade auf 1000 Metern werde man den Temperaturanstieg besonders gut spüren, sagt Müller. «In den nächsten Tagen kommt der Schnee nicht mehr weiter herunter.»

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