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Sturm «Burglind» lässt grüssen:
St.Galler Gebäudeversicherung meldet massiv mehr Schadenfälle

Die Naturgewalten haben vergangenes Jahr im Kanton St.Gallen viel Schaden angerichtet. Die Gebäudeversicherung meldet 6000 Fälle, dreimal mehr als im Vorjahr. Davon gehen allein 4200 auf das Konto des Sturms «Burglind».
Adrian Vögele
Ein stark beschädigter Stall in Sax nach dem Sturm «Burglind» im Januar 2018. (Bild: Kapo SG)

Ein stark beschädigter Stall in Sax nach dem Sturm «Burglind» im Januar 2018. (Bild: Kapo SG)

Es war ein stürmischer Start: Schon Anfang Januar 2018 erlebte die Schweiz mit «Burglind» das Unwetter des Jahres. Meldungen über Verletzte gab es im Kanton St.Gallen keine – doch der zweitstärkste Sturm seit «Lothar» hinterliess tiefe Spuren, auch finanziell. Die Gebäudeversicherung (GVA) zeigt ihre Quittung für «Burglind» im aktuellen Geschäftsbericht: 4200 Schadenfälle, 9,8 Millionen Franken. Im Lauf des Jahres kamen weitere Naturereignisse hinzu. Der Juni brachte Hagel. Im August folgte dann eine Mischung aus Überschwemmungen, Sturm, Hagel und Blitzeinschlägen, angefangen mit einem heftigen Unwetter am Nationalfeiertag. Allein der 1. August kostete die GVA 5,9 Millionen Franken, mit 1160 Schadenfällen. Insgesamt verzeichnet die Versicherung für das vergangene Jahr 6000 anerkannte Fälle von Elementarschäden – das sind dreimal so viele wie im Vorjahr. Der Aufwand ist von rund acht auf 19,6 Millionen Franken angewachsen.

Solaranlagen schlecht befestigt

«Die Anzahl und die Kosten der Elementarschäden schwanken stark», sagt GVA-Direktor Lukas Summermatter mit Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre. Die GVA müsse allerdings damit rechnen, dass der Aufwand in diesem Bereich in Zukunft ansteigen werde. «Diverse Studien deuten ja darauf hin, dass der Klimawandel zu einer Zunahme extremer Wetterereignisse führt.» Die GVA sei dafür finanziell gerüstet: «Wir haben eine langfristige Reservenstrategie, dank der wir teure Jahre wie das Jahr 2018 gut verkraften.» Auch mehrere solche Jahre hintereinander könne die Versicherung problemlos meistern – obwohl sie keine Staatsgarantie habe.

Sind die vielen Sturmschäden ein Zeichen dafür, dass die Hauseigentümer zu nachlässig sind? «Nein», sagt Summermatter. Ein vollständiger Schutz gegen starke Stürme sei nicht möglich. Ein systematisches Problem sei im vergangenen Jahr dennoch aufgefallen: Diverse Solaranlagen auf Hausdächern seien zu wenig gut gesichert gewesen. «Hier arbeiten wir auf Verbesserungen hin.»

Die GVA unterstützt Präventionsmassnahmen gegen Elementarschäden finanziell. Erfreulich sei, dass sich insbesondere nach Überschwemmungen vermehrt Hausbesitzer melden würden, die ihr Gebäude besser schützen wollen. Allerdings verlaufe die konkrete Umsetzung immer noch eher schleppend, stellt die GVA in ihrem Bericht fest. Im vergangenen Jahr hätten erst wenige der Eigentümer, die die GVA beraten habe, auch tatsächlich Schritte zum Schutz ihrer Gebäude unternommen.

Elektrische Geräte als häufige Brandursache

Anders als die Elementarschäden nehmen die Brandschäden in der langfristigen Tendenz ab. Im vergangenen Jahr hatte die GVA 585 anerkannte Brandfälle, das sind rund hundert weniger als im Vorjahr. Die Gesamtsumme stieg von 11,4 auf 16,3 Millionen Franken an, sie liegt damit aber immer noch unter dem langjährigen Mittel. Am teuersten war der Brand eines Industriegebäudes am Pfingstsonntag 2018 in Mels: 2,7 Millionen Franken zahlte die GVA dafür. Knapp 1,6 Millionen Franken Schaden entstand bei einem Feuer in einem Betrieb in Oberriet am 10. August. Die beiden Ereignisse zusammen machen einen Viertel der gesamten Brandschadensumme bei der GVA aus.

Der Grossbrand in Mels am Pfingstsonntag 2018. (Bild: Kapo SG)

Der Grossbrand in Mels am Pfingstsonntag 2018. (Bild: Kapo SG)

In vier von zehn Brandfällen war Elektrizität die Ursache für das Feuer (siehe Grafik). Damit gemeint sind gemäss Summermatter nicht nur Stromleitungen und Installationen in den Gebäuden, sondern auch Apparate aller Art. Das Problem liegt nicht selten beim Nutzer. «Oft brechen die Feuer wegen unsachgemässer Verwendung von Geräten aus, zum Beispiel wenn eine Pfanne auf dem Herd stehengelassen wird», sagt Summermatter.

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