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«Studenten werden gehätschelt, Lehrlinge benachteiligt»: Ausserrhoder SVP-Nationalrat David Zuberbühler will die Rekrutenschule verschieben

Die Armee soll mehr Rücksicht auf Lehrlinge nehmen: Nationalrat David Zuberbühler (SVP/AR) fordert, dass der Starttermin der Sommer-Rekrutenschule auf das Ende der Berufslehre abgestimmt wird.
Adrian Vögele, Bern
Das Gewerbe ärgert sich darüber, dass Lehrlinge teils schon vor Ende des Lehrvertrags in die Rekrutenschule einrücken müssen. (Bild: Donato Caspari)

Das Gewerbe ärgert sich darüber, dass Lehrlinge teils schon vor Ende des Lehrvertrags in die Rekrutenschule einrücken müssen. (Bild: Donato Caspari)

Die Armee hat den Ärger des Gewerbes auf sich gezogen. Grund: Die Sommer-RS wurde vorverschoben – sie beginnt seit vergangenem Jahr bereits Ende Juni. Das habe zur Folge, dass Lehrlinge einrücken müssten, bevor ihr Lehrvertrag auslaufe, kritisierte der Schweizerische Gewerbeverband. Nun wird das Bundesparlament darüber entscheiden, ob die RS-Termine zugunsten der Berufsbildung angepasst werden: Der Ausserrhoder SVP-Nationalrat David Zuberbühler hat dazu eine Motion eingereicht. Als Mitglied der Schweizerischen Gewerbekammer stelle er fest, dass dieses Problem viele Betriebe plage. Die letzten Wochen der Lehre seien die wichtigste Phase der Ausbildung.

David Zuberbühler, Ausserrhoder SVP-Nationalrat

David Zuberbühler, Ausserrhoder SVP-Nationalrat

«Die Situation ist vor allem deshalb ärgerlich, weil 80 Prozent der angehenden Rekruten aus der Berufsbildung kommen», sagt Zuberbühler. Die anderen 20 Prozent seien Akademiker, und ausgerechnet für diese kleinere Gruppe biete die Armee Speziallösungen – so habe sie mit den Hochschulen einen Vertrag zur Koordinierung des RS-Endes abgeschlossen. «Nichts gegen Studenten», sagt Zuberbühler – «die braucht es auch. Aber hier hätschelt man die Falschen. Es nervt mich, dass zu wenig auf die Berufsbildung geachtet wird.»

Bundesrat: Urlaub für Abschlussprüfung reicht

Der Bundesrat sieht keinen Anlass, einzugreifen: Die Sommer-RS beginne heute lediglich eine Woche früher als zuvor, schreibt die Regierung. Die meisten Rekruten aus der Berufsbildung hätten zu diesem Zeitpunkt die Lehrabschlussprüfung bereits absolviert. Falls nicht, würden sie dafür in jedem Fall militärischen Urlaub erhalten, ebenso für Lehrabschlussfeiern. Der Bundesrat räumt ein, dass die Lehrverträge teils bis in die RS hinein dauern. Doch bislang habe das niemand kritisiert, in der Vernehmlassung zur Weiterentwicklung der Armee (WEA) sei das kein Thema gewesen. Die erwähnte Vereinbarung mit den Universitäten gelte im übrigen nur für Kader, nicht aber für Rekruten. Dennoch: Der Bundesrat verspricht, zu prüfen, wie man den Lehrbetrieben entgegenkommen könnte – und beantragt, dass Zuberbühlers Motion abgelehnt wird. Dieser widerspricht: «Der frühere Beginn der Sommer-RS war in der Vernehmlassung sehr wohl ein Thema.»

Ständerat hat bereits zugestimmt

So oder so: Dem Parlament dürfte die Zusicherung des Bundesrats wohl nicht genügen. 83 Nationalrätinnen und Nationalräte quer durch alle Fraktionen haben Zuberbühlers Motion bereits unterschrieben. Ausserdem hat sich am Mittwoch der Ständerat mit 26 zu 9 Stimmen dafür ausgesprochen, dass die RS zeitlich mit der Berufslehre koordiniert wird: Erich Ettlin (CVP/OW) hatte die Motion in der kleinen Kammer eingereicht ­– «wir haben uns abgesprochen», sagt Zuberbühler. Im Ständerat gehe es eben rascher vorwärts mit den Vorstössen als im Nationalrat. Der Ausserrhoder hofft nun, dass die zuständige Kommission des Nationalrats seinen Vorstoss gleichzeitig mit Ettlins Motion behandelt.

Auch im Ostschweizer Gewerbe hat der frühere RS-Beginn schon zu Kritik geführt: Damit gingen den betroffenen Lehrlingen und Ausbildungsbetrieben etwa vier Wochen verloren, schrieb der Thurgauer Gewerbeverband in einer Mitteilung. Interventionen bei der Armeespitze und beim Bundesrat hätten nichts gebracht. Der politische Weg, der nun beschritten werde, werde bis zur Umsetzung mehrere Jahre dauern.

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