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STROMTANKSTELLEN IN DER OSTSCHWEIZ: Stromanbieter buhlen um E-Autos

Die Zahl der Ladestationen für Elektroautos in der Ostschweiz wächst rasant. Für regionale Energieunternehmen geht es um einen Zukunftsmarkt. Deshalb investieren sie in den Ausbau des Netzes.
Michael Genova
Zurzeit gibt es in der Ostschweiz rund 180 öffentliche Ladestationen für Elektroautos. (Bild: Urs Bucher)

Zurzeit gibt es in der Ostschweiz rund 180 öffentliche Ladestationen für Elektroautos. (Bild: Urs Bucher)

Michael Genova

michael.genova@ostschweiz-am-sonntag.ch

Noch zögern viele Schweizer, ein Elektroauto zu kaufen. Zwei ­Dinge fehlten bislang für einen Durchbruch: alltagstaugliche Modelle und eine flächendeckende Ladeinfrastruktur. Doch der Markt ist in Bewegung geraten. In der Ostschweiz entstehen zurzeit im Monatstakt neue Stromtankstellen.

So hat Anfang April die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) in der Tiefgarage des Radisson-Blu-Hotels in St. Gallen zwei neue Ladestationen eröffnet. Zurzeit betreibt die SAK 20 Stromtankstellen, bis ins Jahr 2019 will sie in der Ostschweiz ein Netz mit insgesamt 150 Stationen aufbauen. Aber auch die St. Galler Stadtwerke haben ambitionierte Ziele: für ihr Netzwerk Ost-mobil, das zurzeit 16 Ladestationen umfasst. Bis Ende Jahr sollen bereits rund 100 Stationen aufgeschaltet sein. Die Stadtwerke wollen vor allem lokale Energieversorger davon überzeugen, sich ihrem Netzwerk anzuschliessen.

Kampf um Marktanteile hat begonnen

Roman Ingold, Leiter Mobilität der St. Galler Stadtwerke, spricht von einem Wettlauf. Es gehe zurzeit darum, welcher Anbieter es schaffe, das grösste Netzwerk mit den meisten Kunden aufzubauen. Im November legten die Stromkonzerne Alpiq und Groupe E ihre Ladenetze unter dem Namen Move zusammen. Zu ihm gehören auch die Stromtankstellen der St. Galler Stadtwerke. Die Ladestationen der SAK hingegen sind Teil des Evpass-Netzwerks des Waadtländer Unternehmens Green Motion, das mit finanzieller Hilfe eines chinesischen Investors ein landesweites Ladenetz mit 1600 Stationen auf­bauen will. Um Marktanteile kämpfen auch die swisscharge.ch AG aus Gossau und das Bündner Energieunternehmen Repower.

Zurzeit gibt es in der Ostschweiz rund 180 Ladestationen für Elektroautos, wie eine Auswertung des Verzeichnisdienstes Chargemap zeigt (siehe Grafik). Die meisten Stromtankstellen gibt es im Kanton St. Gallen (123), gefolgt vom Thurgau (38), Appenzell Ausserrhoden (13) und Appenzell Innerrhoden (11). Dazu zählen vor allem öffentliche Ladestationen auf Parkplätzen oder in Tiefgaragen. Es gibt aber auch vereinzelt Privatpersonen, die ihre Steckdosen gestrandeten Autofahrern zur Verfügung stellen. Besonders gut erschlossen sind die städtischen Gebiete um St. Gallen, Wil und Rapperswil-Jona. Im ländlichen Thurgau hingegen ist das Ladenetz allerdings noch lückenhaft.

Wichtiger als die Dichte eines Netzes sei der Standort einer Elektrotankstelle, sagt Alexandra Asfour, Projektleiterin E-Mobilität der SAK. So würden Schnellladestationen mit einer Leistung von 50 Kilowatt idealerweise entlang von Autobahnstrassen oder in grossen Ballungszentren installiert. Normale Ladestationen mit bis zu 22 Kilowatt Leistungen eigneten sich für Einkaufszen­tren, Parkhäuser oder Hotels, wo Besucherinnen und Besucher in der Regel länger parkieren.

E-Autos bewältigen Arbeitsweg locker

Eigentlich würden Elektroautos schon heute den meisten Ansprüchen genügen. Die täglich mit dem Auto zurückgelegte Fahrstrecke in der Schweiz liegt im Durchschnitt zwischen 30 und 40 Kilometern. Ein heutiges Elektroauto bewältigt nach einer Vollladung locker eine Distanz von 120 bis 170 Kilometern. Dennoch graut potenziellen Umsteigern davor, mit dem Elektroauto auf freier Strecke liegen zu bleiben. «Wir müssen die Angst vor geringen Reichweiten thera­pieren», sagt Jörg Beckmann, ­Geschäftsführer des Verbands Swiss E-Mobility. Eine Massnahme ­sei der Aufbau eines dichten Schnellladenetzes. Überzeugen könnten aber auch neue Elektroautos mit einer höheren Batteriekapazität (siehe Zweittext).

So wichtig eine öffentliche Ladeinfrastruktur ist, meist werden Konsumenten ihr Auto zu Hause aufladen. Das geschieht in der Regel über Nacht an einer Heimladestation. Besitzer eines Einfamilienhauses können sich ein solches Gerät für rund 1000 Franken installieren lassen. Schwieriger ist es für Mieter oder Stockwerkeigentümer, einen Platz zum Laden zu erhalten. Hier stellt sich oft die Frage, wer die Kosten für die Ladestationen und die Verstärkung des Stromanschlusses übernimmt. Bei Neubauten empfiehlt Jörg Beckmann deshalb, eine Mindestzahl von Parkplätzen gleich von Anfang an zu elektrifizieren.

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