Streptomycin: Erneut wird Honig vernichtet

frauenfeld. Die Befürchtungen haben sich bestätigt: Im Kanton Thurgau sind 7,5 Tonnen Honig mit dem Antibiotikum Streptomycin belastet.

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Ein Landwirt informiert sich über Streptomycin. (Archivbild: Susann Basler)

Ein Landwirt informiert sich über Streptomycin. (Archivbild: Susann Basler)

frauenfeld. Die Befürchtungen haben sich bestätigt: Im Kanton Thurgau sind 7,5 Tonnen Honig mit dem Antibiotikum Streptomycin belastet.

Die Analyse des Honigs läuft auf Hochtouren. Kantonsweit 580 Bienenstände liegen im Umkreis einer Obstanlage, die mit Streptomycin gegen den Feuerbrand besprüht worden ist. Die betroffenen Imker müssen ihren Honig auf Spuren des Antibiotikums überprüfen lassen.

68 Proben belastet

Für 436 Proben liegen die Ergebnisse inzwischen vor, wie das Landwirtschaftsamt gestern mitteilte. In 68 von ihnen ist Streptomycin nachgewiesen worden. 7,5 Tonnen Honig müssen laut Amtschef Markus Harder vernichtet werden. Dabei wird es nicht bleiben. Man müsse davon ausgehen, dass unter den noch ausstehenden Proben die eine oder andere ebenfalls belastet sei.

Damit haben sich die Befürchtungen bestätigt, dass dieses Jahr sehr viel Honig mit dem Antibiotikum kontaminiert ist. In den beiden Vorjahren waren nur 4 respektive 2 Proben belastet. Wieso so viel Honig verseucht ist, ist unklar. Die Trockenheit könnte bewirkt haben, dass sich das Antibiotikum auf den Blüten langsam abbaut, wird unter anderem vermutet.

Der Bund wird aktiv

Zuständig für die Freigabe von Streptomycin ist das Bundesamt für Landwirtschaft. Olivier Felix, Leiter des Fachbereichs Pflanzenschutz, kündigte auf Anfrage an, dass sein Amt die Ursachen abkläre. Je nach Ergebnis könnten allenfalls die Vorschriften für den Streptomycin-Einsatz verschärft werden, sagte Felix.

Das Antibiotikum durften Thurgauer Obstbauern einsetzen, um die verheerende Pflanzenkrankheit Feuerbrand in ihren Anlagen zu bekämpfen. Die Bienen haben aber das Antibiotikum auf den Blüten eingesammelt und mit dem Honig in ihren Waben deponiert. (wid)