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Kommentar

Streit um St.Galler Sprachheilschüler: Alarmglocken müssten läuten

Niemand schickt gerne Kinder an die Sprachheilschule. Aber irgendwann ist die integrative Kapazität einer Regelklasse erschöpft. Dann müssen vom Kanton genügend Sprachheilschulplätze angeboten werden. Die aktuelle Quotenpolitik greift zu kurz.
Roman Hertler
Kopfsalat Online - Roman Hertler (Zentralredaktion, Ostschweiz)

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Für die Gemeinden ist eine Sonderbeschulung teuer, für Eltern umständlich – und für die Kinder eine Entfernung aus dem gewohnten Umfeld. Niemand schickt gerne Kinder an die Sprachheilschule. Wenn der Gaiserwalder Schulratspräsident sagt, man unternehme alles, um möglichst alle Kinder in Regelklassen zu integrieren, darf man ihm das glauben.

Die Quote der Sprachheilschüler ist dort höher, wo die Einkommen tiefer sind und der Anteil fremdsprachiger Familien höher liegt. Entsprechend sind in solchen Schulgemeinden tendenziell bereits mehr Kinder mit Defiziten in Regelklassen integriert als anderswo. Irgendwann ist die integrative Kapazität einer Regelklasse erschöpft. Spätestens wenn Schulgemeinden anfangen, eigene Sonderklassen einzurichten, sollten beim Bildungsdepartement die Alarmglocken läuten. Sich hinter einem Bundesgerichtsurteil zu verstecken, das nicht die «geeignetste», sondern eine «angemessene» Schule vorschreibt, ist aus pädagogischer Sicht kurzsichtig. Diese Politik zielt an den tatsächlichen Bedürfnissen der Kinder vorbei und verbaut ihnen unter Umständen eine eigenständige Zukunft. Das könnte den Kanton teurer zu stehen kommen.

Sprachheilschüler sind nicht dumm. Sie leiden an einer Sprachbehinderung, welche ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt massiv einschränkt. Es ist zudem eine Form von Behinderung, die gut therapiert oder gar geheilt werden kann – wenn man genug früh damit anfängt. Wann wo wie viele Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen ins Schulalter kommen, kann nicht am Schreibtisch bestimmt werden. Ein ausreichendes Angebot an Sprachheilschulplätzen hingegen sehr wohl.

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