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STRATEGIE: Sorgen um die Infrastruktur

Die Verantwortlichen des Ausserrhoder Spitalverbundes glauben an eine erfolgreiche Zukunft des Psychiatrischen Zentrums Herisau. Investitionen seien aber dringend nötig.
Patrik Kobler
«Strategisch gute Lage»: 1908 wurde im Westen von Herisau das Psychiatrische Zentrum eröffnet. (Bild: Michel Canonica)

«Strategisch gute Lage»: 1908 wurde im Westen von Herisau das Psychiatrische Zentrum eröffnet. (Bild: Michel Canonica)

Patrik Kobler

patrik.kobler

@appenzellerzeitung.ch

Die Zukunft des Spitalverbunds (Svar) ist gegenwärtig das grosse Thema in Appenzell Ausserrhoden. Von Gesetzes wegen hat er in Heiden und Herisau je ein akutsomatisches Spital und in Herisau ein Psychiatrisches Zentrum (PZA) zu betreiben. Am kommenden Montag befasst sich der Kantonsrat nun mit einer Revision des Spitalverbundsgesetzes, das den Handlungsspielraum des Svar erhöhen soll. Unter anderem ist vorgesehen, die heutigen Betriebe und deren Standorte sowie die jeweiligen Versorgungsbereiche nicht mehr im Gesetz zu nennen. Das dürfte allerdings im Parlament kontrovers diskutiert werden (siehe Kasten).

Explizit um die Bedeutung des Psychiatrischen Zentrums ging es am Dienstagabend an einer Veranstaltung der FDP ­Herisau. Trotz der Brisanz des Themas fanden sich nicht einmal 20 Leute im Krombachsaal ein. Dabei war es eine gute Gelegenheit, um von Svar-CEO Paola Giuliani, Finanzchef Yves Marzoli und Uwe Herwig, Chefarzt Psychiatrie, Informationen aus erster Hand zu erhalten.

«Zusammenarbeit mit St. Gallen wichtig»

Uwe Herwig zeigte in einem Referat die Aufgaben und Herausforderungen des Psychiatrischen Zentrums auf. Von den gut 1100 Mitarbeitenden des Svar arbeiten 300 für das PZA. Neben der stationären, teilstationären und ambulanten Akutbehandlung führt es ein alterspsychiatrisches Wohn- und Pflegezentrum für Menschen mit psychischer Erkrankung und geistiger Behin­derung sowie ein Wohnheim mit betreuter Wohnsituation. Wie Herwig aufzeigte, sind die Fallzahlen in allen Bereichen steigend. Der Bedarf werde auch in Zukunft hoch sein, sagte er. Rund ein Drittel der Schweizer Bevölkerung leide pro Jahr an einer psychischen Erkrankung. Behandeln lasse sich jedoch bloss ein kleiner Teil. Prognosen zeigen zudem auf, dass 2030 Depression die bedeutendste Krankheit sein wird. Kurzum: Ein Bedarf für ein Psychiatrisches Zentrum ist gemäss Herwig auch in Zukunft vorhanden. Zumal sich Herisau in einer strategisch guten Lage befinde. Für viele Leute in der Region sei das PZA die Klinik, die sich am nächsten an ihrem Wohnort befinde. Entsprechend gross sei das Einzugsgebiet. Herwig betonte ausserdem, dass eine synergetische Zusammenarbeit mit der Psychiatrie St. Gallen Nord wichtig sei. Deren Direktor, der Herisauer Markus Merz, weilte am Dienstagabend ebenfalls unter den Zuhörern.

Sorgen bereitet den Svar-Verantwortlichen die Infrastruktur. Zwar hatten die Stimmberechtigten im März 2007 einen Rahmenkredit zur Sanierung angenommen. Weil später ein Baustopp verhängt wurde, sind noch nicht alle Sanierungsetappen ausgeführt worden. Von den rund 39 Millionen Franken wurden bis jetzt erst deren 26 Millionen investiert. Mit der Präsentation des Voranschlags 2018 gab der Ausserrhoder Finanzdirektor Köbi Frei allerdings kürzlich bekannt, dass in den kommenden Jahren die verbleibenden Etappen realisiert werden sollen. Dagegen regt sich Widerstand. Kritik üben etwa die SVP und die FDP. Letztere schreibt in einem Communiqué: «Erstaunt nimmt die FDP zur Kenntnis, dass inmitten der grossen Svar-Krise für das PZA Investitionskredite in der Grössenordnung von 13 Millionen Franken ab 2018 freigegeben werden sollen. Der Svar ist circa 20 Millionen von der avisierten Zielrendite entfernt, und wir investieren munter weiter?» Paola Giuliani betonte am Dienstag, dass der Svar die 13 Millionen Franken für die «überfällige Sanierung» zurückbezahlt. Die erneuerte Infrastruktur würde neue Möglichkeiten bieten, beispielsweise könnten heute für Zusatzversicherte nur unzureichend ­Angebote zur Verfügung gestellt werden. Zudem möchte der Svar ab dem neuen Jahr die Infrastruktur im Baurecht übernehmen, statt Miete an den Kanton zu bezahlen. Das Einsparpotenzial ist gemäss Giuliani beträchtlich.

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