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Strategie für die St.Galler Spitallandschaft kommt nicht vor 2020

Die Planungsarbeit zur Zukunft der St.Galler Spitäler hat begonnen: Der Lenkungsausschuss verspricht Zwischenergebnisse bis zum Frühjahr 2019 – und sucht das Gespräch mit der Bevölkerung. Bis ein Lösungsvorschlag vorliegt, den das Parlament diskutieren kann, wird es allerdings 2020.
Adrian Vögele
Der Lenkungsausschuss beim ersten Auftritt: Benedikt Würth, Finanzchef, Felix Sennhauser, Verwaltungsratspräsident der Spitalverbunde, Heidi Hanselmann, Gesundheitschefin (Leitung), Yvonne Biri Massler, Verwaltungsrätin der Spitalverbunde und Marc Mächler, Bauchef. (Bild: Ralph Ribi)

Der Lenkungsausschuss beim ersten Auftritt: Benedikt Würth, Finanzchef, Felix Sennhauser, Verwaltungsratspräsident der Spitalverbunde, Heidi Hanselmann, Gesundheitschefin (Leitung), Yvonne Biri Massler, Verwaltungsrätin der Spitalverbunde und Marc Mächler, Bauchef. (Bild: Ralph Ribi)

Zum Schicksal der St.Galler Spitalstandorte sind keine raschen Antworten zu haben: Das hat der Lenkungsausschuss, bestehend aus Mitgliedern der Regierung und des Verwaltungsrats der Spitalverbunde, am Montag vor den Medien klargemacht. Die Arbeit an der Spitalstrategie sei komplex und brauche Zeit. Das Parlament erhält voraussichtlich 2020 einen Vorschlag zur Beratung.

Das Projekt ist in drei Phasen aufgeteilt. In den nächsten sechs bis acht Monaten geht es zunächst um Grundlagen. Das Grobkonzept des Verwaltungsrates, das vier statt neun Standorte vorschlägt und eine unternehmerische Perspektive bietet, soll vertieft und mit anderen Sichtweisen erweitert werden. Wie wirken sich Spitalschliessungen auf den Staatshaushalt, die Region, das Spitalunternehmen und die Krankenkassenprämien aus? Wie wird sichergestellt, dass zwischen den Regionen Gerechtigkeit herrscht bezüglich dem Zugang zur stationären Versorgung? Welche volkswirtschaftlichen Folgen hätte eine kantonsübergreifende Spitalplanung? Wie realistisch sind Marschhalte bei laufenden Spital-Bauprojekten? Darf man am Volksentscheid vom November 2014 überhaupt rütteln? Diese und weitere Themen werden nun analysiert. Die Ergebnisse dieser ersten Projektphase sollen im Frühjahr 2019 vorliegen. Der Lenkungsausschuss wird dann bestimmen, für welchen Spitalstandort welche Fragen weiterbearbeitet werden.

Ökonomin Monika Engler leitet Projektteam

In der zweiten Phase, die weitere fünf bis acht Monate dauert, stehen Fragen der Umsetzung im Zentrum. Pro Standort sollen Versorgungsangebote und Nutzungskonzepte – stationär und ambulant – ausgewiesen werden, ausserdem Betriebs- Führungs- und Organisationsmodelle samt den finanziellen Effekten. Kosten-Nutzen-Analysen, Vergleiche und Übersichten über die Auswirkungen auf Spitalunternehmen, Regionen, Bevölkerung und so weiter gehören zu den Resultaten von Phase 2. In der dritten Phase folgen das Verfassen der Botschaft und die Beratung im Parlament, wofür weitere 15 Monate veranschlagt sind. «Die Gesamtdauer des Projekts ist allerdings noch offen», sagt Finanzchef Benedikt Würth. «Die einzelnen Phasen können sich auch überlappen.»

Das Projektteam, das nun an die Arbeit geht, steht unter der Leitung von Monika Engler. Sie ist an der Hochschule für Wirtschaft und Technik Chur Dozentin für Volkswirtschaftslehre sowie Projektleiterin im Zentrum für wirtschaftspolitische Forschung. Engler leitet das Spitalprojekt in einem 50-Prozent-Pensum und wird von Experten aus dem Gesundheitsdepartement unterstützt. Sie war bereits früher für die St.Galler Verwaltung tätig: Von 2009 bis 2014 verantwortete sie die Finanzplanung und begleitete die Sparpakete. Engler ist St.Galler Bürgerin und wohnt in Oberschan.

Lenkungsausschuss besucht Wahlkreise

Innerhalb des Projektteams gibt es acht Gruppen, die ein Teilprojekt bearbeiten und von Experten aus Spitalverbunden und Verwaltung geführt werden. Die acht Teilprojekte tragen folgende Titel: Offene Fragen, Recht, Detailkonzept, Alternative Vorschläge, Gemeinwirtschaftliche Leistungen, Finanzielle Aspekte, Botschaft und Kommunikation. Apropos Kommunikation: Hier geht der Lenkungsausschuss in die Offensive. «Wir werden bis Februar 2019 alle Wahlkreise besuchen und Gespräche mit der Bevölkerung führen», sagt Bauchef Marc Mächler. Daten und Orte würden frühzeitig kommuniziert. Informieren kann sich das Publikum neu auch auf der Webseite www.spitalzukunft.sg.ch, dort sind bereits jetzt Dokumente und Antworten zu finden.

Sofortmassnahmen bleiben vorbehalten

Auch wenn die Projektarbeiten bis 2020 dauern: Dass für die Spitäler bis dahin alles beim alten bleibt, ist nicht gesagt. In den nächsten Monaten will der Lenkungsausschuss über Sofortmassnahmen diskutieren. Was das bedeuten könnte, darüber hielten sich die Mitglieder am Montag bedeckt. Eine Frage sei, ob es betriebliche, allenfalls auch personelle Anpassungen brauche, sagt Felix Sennhauser, Präsident des Spitalverwaltungsrats. «Klar ist aber: Wir werden keine Entscheide fällen, die Sachzwänge im Hinblick auf das Strategieprojekt schaffen.»

Ob am Ende das Volk über die Spitalstrategie abstimmen wird, ist heute noch offen. Gesundheitschefin Heidi Hanselmann spricht sich im Interview mit unserer Zeitung für einen Urnengang aus. Ob es dazu komme, hänge aber von den Beschlüssen des Parlaments ab.

Spezialkommission sammelt Fragen

Der St. Galler Kantonsrat hat in der Junisession eine Kommission eingesetzt, die die Ausarbeitung der Spitalstrategie begleiten wird. Das 21-köpfige Gremium hat bereits ein erstes Mal getagt und sich mit Gesundheitschefin Heidi Hanselmann und Bauchef Marc Mächler ausgetauscht. In der nächsten Sitzung am 14. August wird die Kommission einen Fragenkatalog verabschieden und ihren eigenen Auftrag im Detail klären. Der Lenkungsausschuss des Projekts Spitalstrategie wird die Kommission regelmässig über Zwischenergebnisse informieren. (av)

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