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Strandkörbe und Solarpanels: Wie die Open-Air-Kinos um Publikum buhlen

Der trockene Sommer ist für die Open-Air-Kinos ideal. Trotzdem kämpfen die Veranstalter mit unterschiedlich langen Spiessen – sogar wenn es ums Wetter geht.
Manuel Granwehr
Seit über 20 Jahren am See: Das Open-Air-Kino in Arbon. (Bild: Michel Canonica)

Seit über 20 Jahren am See: Das Open-Air-Kino in Arbon. (Bild: Michel Canonica)

Für viele gehört das Freiluftkino zum Sommer dazu wie das Glace. Und in vielen Orten in der Ostschweiz ist es schon lange Tradition. «Wir machen das schon seit mehr als 20 Jahren», sagt Lisa Rüegg. Sie ist zuständig für die Organisation der «Coop Open Air Cinemas» in St.Gallen, Arbon und Kreuzlingen. In dieser Zeit haben die Organisatoren vieles dazu gelernt. Rüegg erzählt:

«Bei einem der ersten Male fiel die Leinwand in Arbon um. Das kann jetzt sicher nicht mehr passieren.»

Es wurde auch schon in Kassenhäuschen eingebrochen, ein andermal wehte ein Sturm Zelte und Schirme auf den Bodensee. Dieses Jahr ist bisher ideales Wetter für Open-Air-Kinos. Rüegg vermutet, dass so viele Leute spontan auf die Idee ins Kino kommen, wenn sie der Film anspricht. Das Angebot an den drei Standorten umfasst neben aktuellen Kinofilmen auch solche, die in vergangenen Jahren besonders beliebt waren, beispielsweise «Darkest Hour», ein Drama mit Gary Oldman als Winston Churchill.

Gratis auf dem grünen Zweig

Ein anderes Erlebnis bietet das Solarkino mit Vorstellungen in St.Gallen, Gossau und Rorschach. Der Eintritt ist frei, die Energie für die Vorstellung wird mit Solarpanels gewonnen. Speziell ist auch das Platzangebot: Sind die ersten 50 Stühle einmal besetzt, muss man seinen eigenen dabei haben. Auch die Filmauswahl ist anders.

Die Organisatoren, die sich als ehrenamtlichen Verein organisiert haben, legen Wert darauf, auch einen Schweizer Film zu zeigen – am liebsten noch mit regionalem Bezug, wie Kinoleiter Denis Haramincic sagt. Das ist dieses Jahr mit «Die göttliche Ordnung» der Fall. Der Film über das Frauenstimmrecht wurde teilweise in Trogen gedreht. Die Organisatoren sehen das Projekt als einen gesellschaftlichen Beitrag. Sie setzten nicht nur auf Solarenergie, sondern legen allgemein Wert auf Nachhaltigkeit. Dieses Thema wird auch in zwei Dokumentarfilmen behandelt.

Die Leinwand an der Strandpromenade in Arbon. (Bild: Michel Canonica)

Die Leinwand an der Strandpromenade in Arbon. (Bild: Michel Canonica)

Haramincic sieht das Solarkino zwar als politisch neutrales Projekt. Es gehe aber nicht nur um das Kinoerlebnis, man wolle mit dem Kino und den Filmen auch Diskussionen anregen. Die Vorstellung in Rorschach ist auf Einladung der dort stattfindenden Strandfestwochen zu Stande gekommen. Solche Partneranlässe helfen gemeinsam mit privaten Sponsoren und Beiträgen der öffentlichen Hand, das Solarkino zu finanzieren. Die freiwillige Kollekte, die bei den Vorstellungen gesammelt wird, fliesst in die Weiterentwicklung des Kinos.

Strandkörbe und Gourmet-Zelt

Ein anderer Ansatz wird in Wil verfolgt. Die Organisatoren des Sunset Filmfestival (27. Juli bis 1. September) betonen das Erlebnis rund um das Open-Air-Kino und sehen sich darum auch als Festival. Die Zuschauer können es sich in Strandkörben gemütlich machen und in einem Gourmet-Zelt essen. Das Programm ist bunt: Neben Blockbustern und Actionfilme zeigt das Wiler Openair-Kino auch diverse Arthouse-Filme für anspruchsvolle Kinobesucher. Für die Organisation ist Cinewil verantwortlich. Das Filmfestival spreche ein eher älteres Publikum an, vermutet Geschäftsführerin Felicitas Zehnder.

Im Open-Air-Kino der Lokremise in St.Gallen sitzt der Besucher dort, wo früher Züge verkehrten. Jedes Jahr werden im Kinok Filme gemäss einem Motto ausgewählt. Dieses Jahr ist es: «Liebe macht keine Ferien.» Betont wird auch die Liebe zum grossen Kino. So zeigt das Kinok unter anderem den Klassiker aus dem Jahr 1959 «Some Like It Hot» mit Marilyn Monroe. Manche Filme würden vielleicht auch ab und an im Fernsehen laufen, seien aber ein ganz anderes Erlebnis auf der grossen Leinwand, sagt Andreas Stock vom Lokremise-Kino. «Das Open-Air-Kino erlaubt dem Publikum, die Filme in einer ganz anderen Stimmung zu geniessen. Die Atmosphäre ist sommerlich entspannt.»

Bisher führte das gute Wetter zu einem guten Start bei den Open-Air-Kinos. Ein Grossteil der Saison steht jedoch noch bevor. Die Wetterprognose für das kommende Wochenende sieht schlecht aus. Viele Open-Air-Kinos werden erst bei Sturm abgebrochen. Einen Vorteil hat da die Lokremise: Wenn es stürmt, laufen die Filme im Indoor-Kino weiter.

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