Strafverfahren gegen «Espenmoos-Randalierer»

ST.GALLEN. Das Untersuchungsamt St.Gallen eröffnet ein Strafverfahren gegen 30 Hooligans, die nach dem Barrage-Spiel im Mai zwischen dem FC St.Gallen und der AC Bellinzona mutmasslich an den Krawallen im und rund ums Stadion Espenmoos beteiligt waren.

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Abbruch-Stimmung im Espenmoos: Chaoten stürmen eineinhalb Stunden nach dem Abpfiff das Spielfeld. (Bild: Hannes Thalmann)

Abbruch-Stimmung im Espenmoos: Chaoten stürmen eineinhalb Stunden nach dem Abpfiff das Spielfeld. (Bild: Hannes Thalmann)

Der zuständige Untersuchungsrichter Simon Burger bestätigte einen entsprechenden Bericht in der Pendler-Zeitung «20 Minuten» vom Dienstag. Von den 30 mutmasslichen Hooligans seien die meisten zwischen 18 und 22 Jahre alt und zum grössten Teil Schweizer.

Sie müssen sich wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, Landfriedensbruch und Sachbeschädigung verantworten. 20 Anzeigen können voraussichtlich mit einem Strafbescheid erledigt werden, das heisst, das Strafmass liegt unter 180 Tagessätzen. Davon betroffen sind Leute, die rund ums «Espenmoos» randalierten.

Zehn kommen vor Gericht
Die zehn Hooligans, die im Stadion Espenmoos Krawall machten, müssen sich laut dem Untersuchungsrichter vor Gericht verantworten und mit härteren Strafen rechnen – vorausgesetzt, ihnen kann eine Straftat nachgewiesen werden; bis jetzt gebe es lediglich Anzeigen.

Nach dem Barrage-Spiel, das der FC St.Gallen gegen die AC Bellinzona verloren hatte, lieferten sich Hooligans und die Polizei im «Espenmoos» ein Scharmützel – Steine flogen, Wurststände brannten und Gummischrot flog durch die tränengasgeschwängerte Luft. Die Polizei nahm danach 59 mutmassliche Randalierer fest.

Laut Burger gibt es Bilder von weiteren verdächtigen Personen. Es sei vorgesehen, diese Bilder im Internet und allenfalls auch in den Medien zu veröffentlichen, um die mutmasslichen Randalierer identifizieren zu können. Laut Burger ist die gesetzliche Grundlage dafür gegeben; er beschreite mit diesem Schritt auch kein Neuland.

Hooligan-Prozess in Basel
Vergangene Woche endete der so genannte Basler Hooligan-Prozess. Angeklagt waren 26 Personen, die im Mai 2006 nach dem finalen Meisterschaftsspiel zwischen dem FC Basel und dem späteren Meister FC Zürich im und um das Stadion St.Jakob-Park randaliert hatten.

Das Gericht sprach alle Angeklagten schuldig. In drei Fällen sprach es bedingte Freiheitsstrafen aus, die anderen Angeklagten verurteilte es zu Geldstrafen zwischen 75 und 210 Tagessätzen. (sda)

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