Strafanzeige angekündigt

Die Arbon Energie AG wird Strafanzeige gegen mehrere Personen einreichen. Sie sollen ohne Befugnis Geld und Dienstleistungen bezogen haben. Der Verwaltungsratspräsident tritt zurück.

Markus Schoch / Tanja von Arx
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Die Unregelmässigkeiten bei der Arbon Energie AG könnten ein Fall für das Gericht werden. (Bild: Ralph Ribi)

Die Unregelmässigkeiten bei der Arbon Energie AG könnten ein Fall für das Gericht werden. (Bild: Ralph Ribi)

ARBON. Eine externe Untersuchung hat den Verdacht bestätigt, dass es bei der Arbon Energie zu Unregelmässigkeiten gekommen sein könnte. Es gehe um unrechtmässige Bezüge von Geld und Dienstleistungen, sagt Stadtammann Andreas Balg. «Es könnte ein finanzieller Schaden entstanden sein», heisst es dazu vorsichtig formuliert in einer Mitteilung. Dessen Höhe würde das Unternehmen allerdings nicht in Schieflage bringen. Um wie viel Geld es geht, wollte Balg auf Anfrage nicht sagen. Der Betrag sei aber so bedeutend, dass sich der Verwaltungsrat entschieden habe, voraussichtlich nächste Woche Strafanzeige gegen mehrere Personen einzureichen, und zwar jeweils mit konkreten Forderungen. Namen wollte Balg nicht nennen. Ein Anwalt sei mit den nötigen Abklärungen betraut worden.

Auftrag «ohne Rücksprache»

Wie gestern auch bekannt wurde, ist Verwaltungsratspräsident Alfred Näf von seinem Amt zurückgetreten. Näf war 26 Jahre bei der Arbon Energie AG tätig. Zum Grund für seinen Rücktritt sagt Näf, Balg habe, «ohne Rücksprache» mit ihm zu nehmen, eine Revisionsfirma mit Untersuchungen beauftragt. Dies, nachdem der Verwaltungsrat im April wegen Gerüchten unter Mitarbeitern beschlossen hatte, möglichen Unregelmässigkeiten nachzugehen.

Streitpunkt Prämienzahlung

Ende Mai sei er gefragt worden, ob er berechtigt sei, Prämienzahlungen an Mitarbeiter zu bewilligen. «Solche Prämienzahlungen hatte ich in den vergangenen Jahren bewilligt», sagt Näf. Stets mit einem anderen Mitglied des Verwaltungsrats, in den letzten vier Jahren mit einem anderen Zeichnungsberechtigten, «aber nie mit einem Prämienempfänger».

Nachdem er auf diesem Weg feststellen musste, dass auch seine Handlungen hinterfragt werden, war es für ihn «eine Selbstverständlichkeit, das Amt als Verwaltungsratspräsident per Ende Mai niederzulegen». Dies, um sich nicht dem Verdacht auszusetzen, die laufenden Untersuchungen in irgendeiner Weise zu behindern oder zu beeinflussen, sagt Näf.

Den Verwaltungsrat führt jetzt Andreas Balg als Vizepräsident. Die Arbon Energie ist im Besitz der Stadt. Diese hält mit Ausnahme der Pflichtaktien der Verwaltungsräte das gesamte Aktienpaket. Ende des vergangenen Jahres arbeiteten 28 Personen beim kommunalen Energie- und Wasserversorger.