Strafanzeige abgewiesen

Die Staatsanwaltschaft St. Gallen tritt nicht auf die Strafanzeige des Schweizer Tierschutz (STS) gegen den Circus Royal ein. Der STS reagiert empört: Er sei «schockiert», lässt er verlauten.

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Den Circus Royal trifft keine Schuld – die Staatsanwaltschaft St. Gallen tritt nicht auf die Klage des Schweizer Tierschutzes ein. (Bild: pd)

Den Circus Royal trifft keine Schuld – die Staatsanwaltschaft St. Gallen tritt nicht auf die Klage des Schweizer Tierschutzes ein. (Bild: pd)

lipperswil. Der Vorwurf des Schweizer Tierschutzvereins gegen den Circus Royal war happig: Ziegen, Schafe, Schweine und Nandus hätten Anfang Dezember bis zu 27 Stunden ohne Futter und Wasser während eines Transports vom österreichischen Bregenz in die Innerschweiz in einem Sattelschlepper ausharren müssen. Der Schweizer Tierschutz reichte deswegen Ende 2010 wegen tierschutzwidriger Tiertransporte gegen den Circus Royal eine Strafanzeige ein. Die Staatsanwaltschaft St. Gallen hat nun festgestellt, der Transport der Zirkustiere sei korrekt verlaufen.

«Keine Missstände»

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, aus den Akten gehe hervor, dass am Zielort in Emmenbrücke keine Missstände und keine Beeinträchtigungen der Tiere festgestellt worden seien. Laut Andreas Eigenmann von der Staatsanwaltschaft St. Gallen hatte der Luzerner Kantonstierarzt beim Circus Royal eine Kontrolle durchgeführt. «Ich bin froh, dass die Wahrheit ans Licht gekommen ist», sagt Oliver Skreinig, Direktor des Circus Royal. Unmut überschattet indes seine Erleichterung: «Diese Negativ-Kampagne hat unserem Geschäft geschadet», sagt er. Der Circus Royal habe deshalb eine Gegenklage wegen Verleumdung gegen den STS eingereicht. Diesem werde vorgeworfen, mit Absicht auf den Circus Royal «geschossen» zu haben, nur um in die Medien zu kommen. «Doch dieser Schuss ging nach hinten los», sagt Skreinig.

Der Schweizer Tierschutz STS teilte gestern mit, er sei schockiert über die Einstellung des Strafverfahrens gegen den Circus Royal.

«Keine Zeugen angehört»

«Das Strafverfahren gegen den Circus Royal wurde heute eingestellt, ohne dass die Zeugen des STS je einmal angehört wurden», schrieb der STS. Gegen den Einstellungsbeschluss gebe es keine Einsprachemöglichkeit. «Eine solche Möglichkeit hätte ein Tieranwalt gehabt, wenn das Schweizervolk im letzten Frühjahr die Tierschutzanwalt-Initiative angenommen hätte.» (cmi/sda)

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