Stieftochter jahrelang vergewaltigt

Das Ausserrhoder Kantonsgericht schickt einen 52jährigen Mann für sieben Jahre und fünf Monate ins Gefängnis. Er hatte sich fünf Jahre lang an seiner Stieftochter vergangen.

Margrith Widmer
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Zwischen 2008 und 2013 verging sich der Mann immer wieder an seiner damals 10- bis 16jährigen Stieftochter in Mörschwil und Walzenhausen. Laut Anklage nutzte er die Abwesenheit oder Unaufmerksamkeit der Kindsmutter, um zwei- bis dreimal pro Woche sexuelle Handlungen vorzunehmen.

Im Kinderzimmer des Mädchens kam es auch zum Geschlechtsverkehr, während die Mutter arbeitete oder schlief. Die genaue Dauer und Häufigkeit der Vergewaltigungen konnten nicht restlos geklärt werden. Jedenfalls erfolgten sie wiederholt und über einen längeren Zeitraum. Der Stiefvater bedrohte sein Opfer und setzte es unter psychischen Druck. Anderseits band er das Mädchen mit einer engen emotionalen Bindung und viel Aufmerksamkeit an sich; er gab ihm das Gefühl, geliebt zu werden, was eine Art emotionaler Abhängigkeit auslöste.

Im Alter von zehn zum ersten Mal vergewaltigt

Da das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter wenig emotional war, wurde der Stiefvater zur Hauptbezugsperson des Mädchens. Als er sie mit zehn Jahren zum ersten Mal vergewaltigte, war ihr nicht bewusst, was mit ihr geschah. Zudem machte er sie mit ihrer Angst um ihren Bruder gefügig: Aus Furcht, der Stiefvater könnte dem Knaben etwas antun, erfüllte sie seine Wünsche ohne Gegenwehr, wie die Staatsanwältin darlegte.

Der Mann hat seine Stieftochter und deren Bruder auch fünf Jahre lang wiederholt geschlagen und getreten. Der Knabe trug blaue Flecken davon. Der Mann belästigte auch den Knaben sexuell. Anlässlich einer Hausdurchsuchung in Walzenhausen fand die Polizei auf seinem PC kinder- und tierpornographisches Bildmaterial. Im Januar dieses Jahres fuhr der Mann mit 1,6 Promille in qualifiziert angetrunkenem Zustand Auto. Der Ausweis wurde ihm entzogen. Einen Tag später fuhr er wieder in der Gegend herum – ohne Führerschein.

Die Staatsanwältin forderte eine unbedingte Freiheitsstrafe von 50 Monaten und eine Busse von 1000 Franken. Der Mann bestritt die ihm vorgeworfenen Tatbestände betreffend Sexualstrafrecht rundweg; er anerkannte einzig die Strassenverkehrsgesetz-Delikte. Das Gericht verurteilte den Mann wegen mehrfacher sexuellen Handlungen mit einem Kind, mehrfacher Vergewaltigung, mehrfacher sexueller Nötigung, Pornographie und den SVG-Delikten zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 89 Monaten.

In den Fällen von Tätlichkeit und sexueller Belästigung wurde das Verfahren wegen Verjährung eingestellt. In diesen Fällen tritt die Verjährung nach drei Jahren ein. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.