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Stichproben und mehr Polizei

Die Olma-Veranstalter und die Stadtpolizei haben ihr Sicherheitskonzept verschärft. Unter anderem müssen Besucher dieses Jahr mit Stichproben bei Taschen und Rucksäcken rechnen.
Chris Gilb
An der diesjährigen Olma und am Jahrmarkt werden mehr Polizisten als sonst unterwegs sein. (Bild: Urs Bucher (St. Gallen, 9. Oktober 2015))

An der diesjährigen Olma und am Jahrmarkt werden mehr Polizisten als sonst unterwegs sein. (Bild: Urs Bucher (St. Gallen, 9. Oktober 2015))

Es ist nicht lange her, dass in einem Zug bei Salez ein Mann mehrere Zugpassagiere tödlich verletzte. Ähnliche oder noch schlimmere Taten ereigneten sich in den vergangenen Monaten mehrmals in Europa; dazu zählt etwa der Amoklauf in München Ende Juli. Für die diesjährige Olma vom 13. bis 23. Oktober wurde deshalb das Sicherheitskonzept verschärft. Besucher hätten sich zwar keine nach zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen erkundigt, sagt Olma-Messen-Direktor Nicolo Paganini. Er sei aber in letzter Zeit im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit, beispielsweise bei Referaten, häufig gefragt worden, ob die Olma etwas unternehme. «Im Sinne des allgemeinen Sicherheitsgefühls haben wir deshalb reagiert.»

Das Sackmesser wird niemandem abgenommen

Oftmals sei er dabei mit den neuen Sicherheitsmassnahmen am Oktoberfest in München konfrontiert worden, sagt Paganini. Dieses Jahr dürfen die Besucher dort nur Taschen und Rucksäcke mit einem Volumen von höchstens drei Litern mitnehmen, diese werden vom Ordnungsdienst kontrolliert und mit einer «Security-Check-Banderole» versehen. «Da es keine konkrete Bedrohung gibt und die Olma auch um einiges weniger exponiert ist, haben wir uns nicht für so drastische Massnahmen entschieden», sagt Paganini. Wer aber die Olma besucht, muss damit rechnen, dass seine Tasche kontrolliert wird. «Das Security-Personal macht am Eingang stichprobenartige Kontrollen. Dabei geht es aber beispielsweise nicht darum, einem Besucher, der sein Sackmesser dabei hat, dieses wegzunehmen», sagt Paganini. Gesucht werde vielmehr nach illegalen Gegenständen wie Schusswaffen oder Sprengstoff. Damit die Olma-Besucher aber keine längeren Wartezeiten beim Eingang in Kauf nehmen müssten, werde das Sicherheitspersonal dort entsprechend aufgestockt. «Nur wer kontrolliert wird, muss dann halt mit einer kleinen Verzögerung beim Eintritt rechnen», sagt Paganini. Hätten die Olma-Messen die Sicherheitsmassnahmen nicht verstärkt und es würde etwas passieren, hiesse es dann möglicherweise, die Menschen seien unnötig gefährdet worden, so der Direktor. Es sei bei solchen Sachen nie einfach, einen Mittelweg zu finden.

Bestmöglich auf einen Anschlag reagieren können

Auch am Jahrmarkt werden die Sicherheitsmassnahmen angepasst. Die Stadtpolizei erhöht ihre Präsenz. «Wir führen zum Beispiel die Vierer-Patrouillen, die wir letztes Jahr getestet haben, fort», sagt Roman Kohler, Medienverantwortlicher der Stadtpolizei. Es gebe aber weitere nicht sichtbare Massnahmen. Ziel sei es, bestmöglich auf einen Terroranschlag oder einen Amoklauf vorbereitet zu sein und schnell intervenieren zu können. Zur Vorbereitung habe man sich mit dem Ablauf solcher Vorfälle im Ausland auseinandergesetzt. «Die Toleranz im Bezug auf Sicherheitsmassnahmen an Veranstaltungen ist unserer Erfahrung nach gross», sagt Kohler. Auch am St. Galler Fest, wo die Polizeipräsenz auch schon höher gewesen sei, habe es keinen Protest gegeben. «Aber natürlich sind solche Massnahmen ein Balanceakt zwischen Sicherheitsgefühl vermitteln und unnötig Panik schüren», sagt Kohler.

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