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St.Gallerlied: Keine Singpflicht für das Kantonsparlament

Drei St.Galler Kantonsräte fordern, das Parlament solle künftig zu Beginn jeder Session das St.Gallerlied singen. Das Präsidium hat dieser Motion nun eine Absage erteilt – es befürchtet, die verbindende Absicht der Motionäre könnte sich ins Gegenteil kehren.
Regula Weik
Der St.Galler Kantonsrat will vor Sitzungen das St.Gallerlied nicht singen. (Bild: Urs Bucher)

Der St.Galler Kantonsrat will vor Sitzungen das St.Gallerlied nicht singen. (Bild: Urs Bucher)

«Sant Galle isch mies Heimatland. Bont gschägget isch sis Chleid, wieds niene fendscht of dere Welt so loschtig zämegnait. Drom kennts en jede a sim Gwand, jo üsers lieb Sant Gallerland.»

So soll es künftig im St.Galler Kantonsparlament tönen, wenn es nach dem Willen von Sandro Hees (CVP, Balgach), Erwin Böhi (SVP, Wil) und Jigme Shitsetsang (FDP, Wil) geht. Die drei Kantonsräte sind überzeugt: Das St.Gallerlied sei ein «traditionelles, nicht mehr wegzudenkendes Lied-, vor allem aber Kulturgut unseres Kantons».

Das Lied entstand 1953, anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums des Kantons. Nun fordern die drei Kantonsräte, das Parlament solle es künftig zu Beginn jeder Session gemeinsam «würdig» singen. Das sei ein verbindendes Element. Ein Gesang zum Sessionsauftakt bedingt eine Änderung des Geschäftsreglements des Kantonsparlaments. Genau das wollen die drei Parlamentarier mit ihrer Motion erreichen. Nun liegt die Antwort des Präsidiums vor. Es befürchtet, die Pflicht zum Singen könnte von den Parlamentariern als «forciertes Ritual» wahrgenommen werden – und die verbindende Absicht der Motionäre sich damit ins Gegenteil kehren.

Kein Bedarf nach weitern Ritualen

Das St.Galler Kantonsparlament kennt durchaus reglementarisch vorgeschriebene Elemente: So wird eine halbe Stunde vor Beginn der Sitzungen mit einer Glocke der Kathedrale geläutet. Auch die Präsidentin oder der Präsident eröffnet die Sitzungen mit dem Läuten der Ratsglocke. Und neue Mitglieder werden feierlich vereidigt. Es bestehe kein Bedarf nach weiteren Ritualen, heisst es in der Antwort.

Wie das Parlament die Notwendigkeit «würdigen Singens» beurteilt, ist noch offen. Es wird in einer der nächsten Sessionen darüber befinden. Unabhängig davon, wie der Entscheid ausfallen wird: Die Parlamentarier werden sich auch künftig ansingen – würdig oder unwürdig.

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