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St.Galler Zahnarzt hat Implantate falsch eingesetzt: Bundesgericht weist Beschwerde ab

Weil er seiner Patientin die Implantate falsch einsetzte, erhielt ein Zahnarzt aus dem Kanton St.Gallen einen Verweis. Er wollte sich nicht damit abfinden und zog den Fall weiter ans Bundesgericht.
Janina Gehrig
Der St.Galler Zahnarzt hat die Behandlung nicht tarifkonform abgerechnet. (Symbolbild: Gaëtan Bally/Keystone)

Der St.Galler Zahnarzt hat die Behandlung nicht tarifkonform abgerechnet. (Symbolbild: Gaëtan Bally/Keystone)

Sie konnte weder essen noch beissen. Sogar das Sprechen fiel ihr schwer. Die Implantate, die ihr der St. Galler Zahnarzt kurze Zeit davor eingesetzt hatte, bereiteten der Frau Probleme. Am 9. September 2014 reichte die Frau eine Aufsichtsanzeige gegen ihren Zahnarzt ein. In der Folge beauftragte das Gesundheitsdepartement des Kantons St.Gallen einen Zahnarzt, der feststellen sollte, ob der Zahnarzt die Patientin korrekt behandelt habe. Dessen Gutachten kam zum Schluss, dass dies nicht der Fall war. Der Zahnarzt habe Grundlegendes in der Implantologie ausser Acht gelassen, zudem eine nicht tarifkonforme Rechnung gestellt und die paradontale Situation nicht dokumentiert.
Im August 2016 eröffnete das Gesundheitsdepartement ein Disziplinarverfahren gegen den Zahnarzt. Er erhielt einen Verweis, weil er die Pflicht zur «sorgfältigen Berufsausübung» verletzt und gegen das Medi­zinalberufegesetz verstossen habe.

Zahnarzt schiebt Schuld auf Patientin

Damit wollte sich der Zahnarzt nicht abfinden. Er reichte Beschwerde ein und beantragte, dass auf die Disziplinarmassnahme verzichtet werde. Damit kam er jedoch nicht durch. Das Verwaltungsgericht wies die Beschwerde ab, worauf der Zahnarzt ans Bundesgericht gelangte. Er rügte unter anderem die «willkürliche Würdigung des medizinischen Gutachtens» und die «unrichtige Anwendung des Medizinalberufegesetzes».

Auch das Bundesgericht wies die Beschwerde kürzlich ab. Es hält in seinem Urteil fest, dass der Zahnarzt bei der Planung der Behandlung «aus unerklärlichen Gründen» von der diagnostischen Schiene abgewichen sei und die Implantate «trotz der Grundregeln der Implantologie» zu nahe beiein­ander eingesetzt habe. Damit seien gemäss Gutachten die Grundprinzipien der oralen Implantologie «schwerwiegend verletzt» worden. Die Behandlung müsse zwingend korrigiert werden, hielt das Bundesgericht zudem fest.

Der Zahnarzt hatte die Schuld auf die Patientin geschoben. Zwar sei unbestritten, dass die Arbeit einer Nachbesserung oder Neuplanung bedürfe, räumte er in einer Stellungnahme ein. Das Problem sei aber die mangelhafte Zustimmung der Patientin.

Das Bundesgericht hatte am Gutachten nichts auszusetzen. Dieses beantworte die Fragen schlüssig und einleuchtend, der Gutachter habe anhand der Röntgenbilder klar aufgezeigt, wo die Fehler liegen.

Zudem hat er falsch abgerechnet

Auch wenn es sich hier um eine erstmalige Verfehlung gehandelt habe, seien die Grundprinzipien schwer verletzt worden, halten die Lausanner Richter fest. Zudem seien auch einzelne Positionen der Rechnung nicht tarifkonform abgerechnet und die Krankheitsgeschichte nicht nach den Qualitätsleitlinien verfasst worden. Der Zahnarzt muss die Kosten des Verfahrens tragen.

Werden die Berufspflichten verletzt, kann die Aufsichtsbehörde neben einer Verwarnung und einem Verweis auch Bussen bis zu 20000 Franken sowie ein befristetes oder definitives Berufsverbot anordnen.

Urteil 2C_222/2019

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