St.Galler Wahlen 2020: BDP und EVP steigen gemeinsam in den Wahlkampf

Die beiden Kleinparteien wollen zurück ins Kantonsparlament – mit gemeinsamen Listen.

Regula Weik
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St.Galler Regierungsgebäude: In dem Haus tagt auch das Kantonsparlament.

St.Galler Regierungsgebäude: In dem Haus tagt auch das Kantonsparlament.

Ralph Ribi

Sie kämpft im Kanton St. Gallen ums Überleben: Die BDP hat in den letzten Wahlen ihre beiden Sitze im Kantonsparlament verloren – und ebenso ihren bekanntesten Kopf, Richard Ammann. Heute politisiert der ehemalige Parteipräsident und Kantonsrat für die CVP. Eine neue starke Figur ist weit und breit nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die personellen Wechsel an der Parteispitze reissen nicht ab. Auf Ammann folgte Michael Moser, auf ihn Kenny Gubser. Doch auch der aktuelle Präsident gibt das Amt Mitte nächsten Jahres ab. Die fehlende Stabilität trägt dazu bei, dass die BDP kaum Fuss fasst im Kanton. Das soll sich ändern. Die Partei drängt zurück ins Kantonsparlament – nicht alleine. «Das wäre vermessen», sagt Patrick Caminada, Vorstandsmitglied und Wahlkampfleiter.

Deshalb hat sich die Kleinpartei – sie zählt heute noch 40 Mitglieder im ganzen Kanton – nach einer Partnerin umgeschaut und ist bei der EVP fündig geworden. Auch sie hatte in den kantonalen Wahlen 2016 zu den Verliererinnen gezählt, auch sie konnte damals ihre beiden Sitze nicht halten und auch sie will sich wieder aktiv im Kantonsparlament einbringen. «Ohne Parlamentsvertretung ist es schwierig, sich Gehör zu verschaffen», sagt EVP-Parteipräsident Daniel Bertoldo.

EVP will in St. Gallen und Wil reüssieren

Die Hürden für kleine Parteien sind im Kanton St. Gallen hoch. Verschärft wird die Situation dadurch, dass in kantonalen Wahlen keine überparteilichen Listenverbindungen zugelassen sind. «So gehen die Listenstimmen verloren», sagt Caminada. BDP und EVP haben deshalb beschlossen, «in möglichst vielen Wahlkreisen» mit einer gemeinsamen Liste anzutreten. In den Kreisen St. Gallen, Wil, Sarganserland und See-Gaster ist dies bereits fix. Allenfalls kommt in den nächsten Tagen noch der Wahlkreis Rorschach dazu.

«Wir wollen ganz klar zwei Sitze holen und zwar in St. Gallen und Wil», sagt Bertoldo. Die Chancen der BDP auf einen Sitzgewinn sind gering. Ihr dürfte es darum gehen, zu zeigen, dass es die öfter «Totgesagte» durchaus noch gibt. Caminada sagt denn auch:

«Wir Jungen sind motiviert und
wollen weitermachen.»

Und weiter: «Unser Fokus ist mittel- bis langfristig». Reüssieren EVP oder BDP, würden sie sich im Kantonsparlament der CVP-Fraktion anschliessen, «um die Mitte zu stärken».

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