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Spitalgruppe mit Bauchweh: St.Galler Spitäler schreiben Defizit

Vier Millionen Franken Defizit: Die Bilanz der St.Galler Spitäler sieht weniger düster aus als erwartet. Das liegt jedoch einzig am Kantonsspital. In anderen Regionen hat sich die finanzielle Lage verschärft.
Adrian Vögele
Das Kantonsspital St.Gallen. (Bild: Michel Canonica)

Das Kantonsspital St.Gallen. (Bild: Michel Canonica)

Ungenügend. Nicht rosig. Besorgniserregend. Alarmierend. Mit solchen Worten beschrieben die Chefs der St.Galler Spitalverbunde die finanzielle Situation am Freitag vor den Medien. Sie hüteten sich, zur Zukunft einzelner Spitalstandorte etwas Konkretes zu sagen – die Spitalstrategie ist in Arbeit, erste Zwischenergebnisse sind im Frühling zu erwarten. Doch die Botschaft war klar: So wie jetzt kann es nicht weitergehen, die Zahlen sind zu schlecht.

Dabei scheint die Bilanz der vier Spitalverbunde für 2018 auf den ersten Blick so etwas wie eine leichte Entspannung zu zeigen: Ein Defizit von 26 Millionen war budgetiert, nun ist es ein Minus von vier Millionen. Gegenüber 2017 hat sich das Ergebnis allerdings um fast 9 Millionen verschlechtert. Entscheidend ist überdies die Gewinnmarge (Ebitda): Damit die Spitalunternehmen langfristig überlebensfähig sind, brauchen sie eine Marge von acht bis zehn Prozent, wie Felix Sennhauser, Verwaltungsratspräsident der Spitalverbunde, betont. Keiner der vier Spitalverbunde erreichte diesen Wert. Und das, obwohl die Nettoerträge zunahmen. Für 2019 wird ein Verlust von 22,4 Millionen erwartet, die Marge wird gemäss dem Verwaltungsrat wohl weiter sinken – auf 2,9 Prozent.

Tiefschlag lediglich verzögert?

Am besten steht noch das Kantonsspital St.Gallen da: Es erreichte 2018 eine Marge von 6 Prozent. Überhaupt haben einzig die Zahlen des Kantonsspitals dazu geführt, dass das Defizit der gesamten Spitalgruppe weniger gross ausfällt als erwartet. Im vergangenen Jahr war der Schweregrad der behandelten Fälle am Kantonsspital deutlich höher als angenommen. «Das hatte zusätzliche Einnahmen von etwa 20 Millionen Franken zur Folge», sagt Daniel Germann, Direktor des Kantonsspitals. «Mit diesen Schwankungen müssen wir leben». Für das nächste Jahr budgetiert das Kantonsspital diesen Wert nun etwas optimistischer, rechnet aber dennoch mit einem Minus von 14,3 Millionen.

Bereits in den roten Zahlen steckt die Spitalregion Fürstenland Toggenburg. Das Defizit ist mit sechs Millionen Franken mehr als viermal so hoch wie budgetiert. Zu Buche schlagen unter anderem Bauprojekte und Rückstellungen für die Pensionskasse. Zugleich seien die stationären Frequenzen unter den Erwartungen geblieben, sagt CEO René Fiechter. «Wir haben uns mehr erhofft, vor allem auch wegen des neu eröffneten Bettentrakts in Wattwil.» Gar einen markanten Rückgang bei den stationären Patienten musste das Spital Linth hinnehmen – die Zahl fiel im vergangenen Jahr unter 6000. Damit sei ein kritischer Wert unterschritten, sagt der stellvertretende Direktor Stephan Bärlocher. «Daran müssen wir arbeiten.»

Ärger über neue Vorschriften des Bundes

Auch bei den ambulanten Patienten sind die Aussichten durchzogen. Alle Spitäler leiden darunter, dass der Bundesrat die Tarmed-Tarife gesenkt hat: «Gleiche Leistung wird schlechter entlöhnt», sagt Stefan Lichtensteiger, CEO der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland. So steigt zwar die Anzahl der ambulanten Besuche in den St.Galler Spitälern, der Umsatz in diesem Bereich sinkt aber. Und ab diesem Jahr dürfen die Spitäler gewisse Eingriffe nur noch ambulant und nicht mehr stationär durchführen, zum Beispiel Leisten- und Krampfader-Operationen.

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