Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kommentar

St.Galler Spitäler: Es ist noch schlimmer als erwartet

Die neuesten Zahlen lassen keine Zweifel mehr offen: Die Lage der St.Galler Spitalverbunde ist prekär. Die Spitäler könnten noch rascher in die Defizitwirtschaft abrutschen, als ohnehin zu befürchten ist.
Silvan Lüchinger
Silvan Lüchinger, stellvertretender Chefredaktor.

Silvan Lüchinger, stellvertretender Chefredaktor.

Jedes Jahr ein Defizit bis zu 70 Millionen Franken. Das hat der Verwaltungsrat der St.Galler Spitalverbunde in Aussicht gestellt, falls nicht sofort betriebliche Massnahmen erfolgen und falls die Spitallandschaft nicht neu gestaltet wird. Die Halbjahresbilanz der Spitalverbunde zeigt: Das Abrutschen in die Defizitwirtschaft könnte noch rascher eintreffen, als ohnehin zu befürchten ist.

Zwar sind die Spitalregion Rheintal-Werdenberg-Sarganserland und das Spital Linth auf Kurs, und das Kantonsspital St.Gallen erlebt sogar einen kleinen Boom. Dieser basiert darauf, dass im vergangenen Halbjahr wesentlich mehr schwere Fälle behandelt wurden, als erwartet. Zum guten Zwischenergebnis beigetragen hat auch, dass die erwarteten zusätzlichen Beiträge an die Pensionskasse der Angestellten wegen des momentan guten Deckungsgrades nicht anfallen. Das ist aber nicht in Stein gemeisselt. Ebenso wenig ist garantiert, dass der Zustrom an ertragsstarken schweren Fällen anhält. Wenn St.Gallen mit einem Plus von sieben Prozent auch im schweizweiten Vergleich obenaus schwingt, ist das eher ein Indiz dafür, dass es sich um einen einmaligen Effekt handelt, der ebenso rasch verpufft, wie er gekommen ist.

Näher an der langfristigen Realität liegen da wohl die Zahlen des Spitalverbundes Fürstenland-Toggenburg – und sie sind alarmierend. Bereits zur Halbzeit ist das aufgelaufene Defizit dreimal höher als für das ganze Jahr berechnet. Ende Jahr dürften es gar viermal mehr sein als erwartet. Verantwortlich dafür ist insbesondere das Spital Wattwil. Es hat erneut Patienten eingebüsst, ebenso war die Anzahl schwerer Fälle rückläufig.

Im Widerspruch dazu steht: Das Spital Wattwil befindet sich im Um- und Ausbau. Der neue Bettentrakt ist bereits in Betrieb, die Arbeiten an der zweiten Etappe werden demnächst anlaufen. Für die Etappen drei und vier hat der Verwaltungsrat nun aber sich selber und dem Spital Wattwil eine Denkpause verordnet. Auch wenn er betont, dass damit kein definitiver Entscheid gefallen sei: Das Ergebnis der Denkpause kann nur sein, dass Wattwil nicht so gebaut wird, wie das einmal vorgesehen war. Für das Spital Altstätten, mit dessen Sanierung noch nicht begonnen wurde, dürfte sie der Anfang vom Ende sein.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.