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St.Galler spielen digitales Völkerball am St.Gallerfest

«Ich will St.Gallen als E-Sport-Stadt bekannt machen», sagt Remo Bügler, Geschäftsführer der St.Galler Designagentur «Form 36». Er hat das japanische Hado - die Version 2.0 des Völkerball-Spiels - ans St.Gallerfest gebracht.
Christoph Zweili
Briefing vor dem ersten Spiel. Noch ist die Virtual-Reality-Brille nicht ganz auf - der Spielarm mit dem Display steuert die Bewegungen. (Bilder: Hanspeter Schiess)

Briefing vor dem ersten Spiel. Noch ist die Virtual-Reality-Brille nicht ganz auf - der Spielarm mit dem Display steuert die Bewegungen. (Bilder: Hanspeter Schiess)

Marius (11) vom Team rot hat gewonnen. Jetzt spielt er gleich noch mal. Übung macht den Meister: Hado ist einfach zu lernen, aber tückisch zu meistern. Die Erwachsenen am Zelteingang auf dem Gallusplatz schauen vorerst zu, selber spielen wollen sie noch nicht. Vom virtuellen Völkerballspiel aus Japan hat der 11-Jährige noch nie zuvor gehört.

Marius. (cz)

Marius. (cz)

Marius trägt eine Virtual-Reality-Brille, mit der das Blickfeld gefilmt wird. Drinnen steckt ein Smartphone. Der Jugendliche hat dessen Bildschirm vor Augen. Dieser zeigt ein Bild, das er zwar auch mit eigenen Augen sieht, allerdings werden noch zusätzliche digitale Inhalte darüber gelegt.

Augmented-Reality-Dinge: Er sieht zum Beispiel Bälle auf sich zukommen, die es gar nicht gibt. Das sind Medizinbälle wie früher - grosse blaue oder rote, je nachdem in welchem Team man ist. Kugeln, die auf einen zufliegen. Dazu gibt es zischende Soundeffekte. Und man sieht auch Schilder, die man hochziehen kann, um sich zu schützen – etwas, was man beim normalen Völkerball nicht hat, dort bekommt man den Ball an den Kopf. Die Bewegungen steuert Marius mit einem Display am Spielarm. Den Arm schnell runterziehen bedeutet, ein Ball wird geschleudert; Arm schnell hoch – ein Schild fährt hoch, mit dem er Bälle abwehren kann. Es tut also nicht weh wie früher in der Schule, wenn man getroffen wurde. Dafür ist viel mehr los auf dem Bildschirm.

Auf dem Gallusplatz: Bereit fürs Spiel.

Auf dem Gallusplatz: Bereit fürs Spiel.

«Jeder Spieler hat vier Blumen vor sich, die vier Leben symbolisieren. Das Ziel ist, die Blumen abzuschiessen und selber nicht getroffen zu werden», sagt Remo Bügler, Geschäftsführer der St.Galler Designagentur «Form 36», die mit der Marke Epikk auch in der E-Sport-Szene aktiv ist. Der 29-Jährige, selbst Gamer seit 16 Jahren, hat ein Jahr lang als professioneller E-Spieler in einem US-Team gespielt. Er ist beseelt von Hado, das er nach St.Gallen geholt hat – zusammen mit dem Innovations-Labor der Raiffeisen Gruppe. Bügler ist ständig unterwegs und stets auf dem Sprung: «Millionär wird man im E-Business nicht», sagt er. «Man ist eher eine Art Influencer, abhängig von Sponsoren.» Derzeit sind drei Profispieler für ihn in Südkorea im Einsatz.

Remo Bügler.

Remo Bügler.

Was treibt Bügler an, wenn nicht das Geld? Die Antwort kommt rasch: «Ich will den Sport Hado etablieren und St.Gallen damit bekannt machen.» Im Dezember 2018 wurde das Spiel im Westcenter getestet, inzwischen ist «ein physischer Hub» auf dem Lattichareal beim Güterbahnhof eingerichtet: «Es könnten aber dereinst viel mehr Spielorte werden.» Und Bügler träumt weiter: «Es liessen sich Schweizermeisterschaften organisieren und der Beste ginge jeweils im Oktober/November an die Weltmeisterschaft in Japan.» Diese findet dieses Jahr bereits zum dritten Mal statt, ausgesetzt ist ein Preisgeld von 20 000 Franken.

Die Erwachsenen trauen sich dann doch noch, Hado zu spielen.

Die Erwachsenen trauen sich dann doch noch, Hado zu spielen.

Muss Bügler eine Franchisegebühr zahlen, um in der Schweiz Hado zu spielen? «Nein, wir haben die Station gekauft.» Derzeit gibt es drei Hado-Lizenzen in Europa, eine davon hat der Gamer nach St.Gallen geholt. Für ihn ist das digitale Völkerball etwas Besonderes, mehr als E-Sport, «weil es fortschrittliche Technik mit Gaming und körperlichem schweisstreibendem Einsatz kombiniert». Bis zu sechs Spieler und Spielerinnen treten während je 80 Sekunden gegeneinander an. Die Chancen stünden für alle gleich, bevorzugt würden also nicht die Stärksten wie im traditionellen Völkerball. Es gewinne, wer sich am geschicktesten anstelle.

Blau liegt vorne: Die Zuschauer sehen die digitalen Inhalte auf dem Bildschirm, die den Spielern eingeblendet werden.

Blau liegt vorne: Die Zuschauer sehen die digitalen Inhalte auf dem Bildschirm, die den Spielern eingeblendet werden.

Doch zurück zum St.Gallerfest: Am Spielfeldrand bleibt der Eindruck, dass anfangs alle neuen Spieler ziemlich überfordert sind, weil sie mit den vielen Informationen nicht umgehen können. Die Schweizer sind noch etwas vorsichtig, mdie St.Galler sowieso. Dafür hat Bügler Verständnis: Das braucht Zeit.» Zu Hause spielen kann man Hado nicht: Es brauche das professionelle Setting. Allerdings gibt es eine App für private Handys: Die listet alle persönlichen Resultate auf und zeigt auch auf, wo man Fortschritte macht. Ein Versuch ist’s auf jeden Fall wert.

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