St.Galler SP-Fraktionschefin Bettina Surber: «Toni Brunner spaltet den Kanton» +++ CVP bringt Tinner als Hanselmann-Nachfolger ins Spiel

SVP-Chefstratege Toni Brunner greift die SP für die Spitalpolitik scharf an und fordert die neue Regierungsrätin Laura Bucher auf, das Gesundheitsdepartement zu übernehmen. SP-Fraktionschefin Bettina Surber kontert: «Brunners Kritik ist bedenklich.» Die CVP bringt derweil den neuen FDP-Mann Beat Tinner als Gesundheitschef ins Spiel.

Stefan Schmid
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Wie werden die Aufgaben im St.Galler Regierungsrat verteilt? SP-Fraktionschefin Bettina Surber und CVP-Fraktionschef Andreas Widmer.

Wie werden die Aufgaben im St.Galler Regierungsrat verteilt? SP-Fraktionschefin Bettina Surber und CVP-Fraktionschef Andreas Widmer.

Bild: Regina Kühne

SVP-Chefstratege Toni Brunner geht nach der Niederlage der St.Galler SVP in die Offensive: Der Toggenburger alt Nationalrat kündigt im Interview mit dieser Zeitung eine harte Oppositionspolitik an. Und er fordert: «Laura Bucher soll das Schlamassel im St.Galler Spitalwesen ausbaden.» Die neue SP-Regierungsrätin müsse das Gesundheitsdepartement übernehmen. Für die «desaströse» Spitalpolitik sei die bisherige SP-Regierungsrätin Heidi Hanselmann verantwortlich.

Der Toggenburger alt SVP-Nationalrat Toni Brunner.

Der Toggenburger alt SVP-Nationalrat Toni Brunner.

Bild: Keystone / Alessandro Della Valle

Namentlich kritisiert Brunner die Absicht der Regierung, das Spital Wattwil in ein Notfallzentrum umzubauen. «Entlang der A1 steht alle fünf Minuten ein Spital.» Er sehe nicht ein, warum ausgerechnet im peripheren Toggenburg nun gespart werden solle.

«Stadt hat kein Problem mit dem Land»

Diese Worte will SP-Fraktionschefin Bettina Surber nicht auf sich sitzen lassen.

«Toni Brunner spaltet den Kanton. Er redet populistisch einen Stadt-Land-Graben herbei und schürt damit ein negatives Klima.»

Die Stadt habe selbstverständlich kein Problem mit dem Land und man sei solidarisch. So habe die Stadt etwa das Klanghaus Toggenburg stets unterstützt, während Brunner städtische Anliegen wie die Sanierung des Theaters oder den Umbau der Lokremise bekämpft habe.

Zur Verteilung der Departemente in der neuen St.Galler Regierung sagt Surber: «Laura Bucher ist fähig, jedes frei werdende Departement zu führen.» Die Kritik Brunners an der Spitalpolitik sei bedenklich. Den Entscheid, Spitäler zu schliessen, habe der Gesamtregierungsrat gefällt, es sei bekannt, dass Heidi Hanselmann stets für die Landspitäler gekämpft habe. Nun einfach der Gesundheitschefin die Schuld zuzuschieben, sei nicht richtig.

Laura Bucher will sich zur Departementsverteilung auf Anfrage nicht äussern. Sie verweist auf die konstituierende Sitzung der Regierung vom 5. Mai.

Neo-Regierungsrätin Laura Bucher (SP).

Neo-Regierungsrätin Laura Bucher (SP).

Bild: Ralph Ribi

Tinner? Mächler? Hartmann?

Auch die FDP hält sich mit Wünschen zurück: «Es sind allein die Mitglieder der Regierung, die eine bestmögliche Besetzung der Departemente vorzunehmen haben», sagt FDP-Präsiden Raphael Frei. Die FDP erwartet eine Konstituierung, die eine fortschrittliche und dynamische Politik ermöglicht.

Deutlicher wird dafür CVP-Fraktionschef Andreas Widmer: «Nach jahrelanger bürgerlicher Kritik an Heidi Hanselmann ist es Zeit, dass es an der Spitze des Gesundheitsdepartements auch parteipolitisch zu einem Wechsel kommt.» Am ehesten sieht Widmer den neuen FDP-Regierungsrat Beat Tinner auf dem schwierigen Posten. Er hält aber auch FDP-Bauchef Marc Mächler oder die neue CVP-Regierungsrätin Susanne Hartmann für valable Kandidaten für das Gesundheitsdepartement.