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St.Galler Regierung: Sechs Freisinnige wollen den Sitz von Martin Klöti

Am Montag entscheidet eine Findungskommission über die Kandidatenliste für die St.Galler Regierungsratswahlen 2020. Die Namen sind bereits durchgesickert.
Andri Rostetter
Jens Jäger, Raphael Frei, Christine Bolt (oben v.l.), Jigme Shitsetsang, Beat Tinner, Martin Stöckling (unten v.l.).

Jens Jäger, Raphael Frei, Christine Bolt (oben v.l.), Jigme Shitsetsang, Beat Tinner, Martin Stöckling (unten v.l.).

Der St.Galler FDP-Regierungsrat Martin Klöti hat schon länger angekündigt, dass er per Ende Legislatur zurücktreten wird. Die FDP muss demnach für die Regierungswahlen im Frühling 2020 Ersatz präsentieren. Die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin läuft im Hintergrund seit Monaten, mehrere Namen wurden schon gehandelt.

Nun wird es konkret: Am kommenden Montag trifft sich die parteiinterne Findungskommission zu ihrer abschliessenden Sitzung. Die Kommission will dann eine vorläufige Liste mit Vorschlägen festlegen. Mit der Absprache hinter verschlossenen Türen wird es aber nichts: Am Donnerstag ist die Liste an die Medien durchgesickert. Darauf sind fünf Männer und eine Frau.

Einzige Frau ist Christine Bolt, Leiterin Lesermarkt und Marketing des «St. Galler Tagblatts» (Jahrgang 1976). Auf der Liste sind zudem Raphael Frei, Kantonsrat und Kantonalpräsident (1980), der Sarganserländer Kantonsrat Jens Jäger (1977), der Wiler Kantonsrat und Stadtparlamentarier Jigme Shitsetsang (1971), Fraktionspräsident Beat Tinner (1971) und Martin Stöckling, Kantonsrat und Stadtpräsident von Rapperswil-Jona (1974). Frei, Tinner und Shitsetsang fahren mehrgleisig: Alle drei kandieren im Herbst auch für den Nationalrat.

2012 gegen Klöti verloren, jetzt wieder auf der Liste

Nicht auf der Liste ist Susanne Stauffacher-Vincenz, die in der Vergangenheit mehrfach als mögliche Kandidatin für die Regierung gehandelt wurde. Vincenz-Stauffacher kandidiert ebenfalls für den Nationalrat. Sie gilt als Favoritin für den frei werdenden Sitz des zurücktretenden Freisinnigen Walter Müller. Tinner dagegen stellt sich zum wiederholten Mal zur Verfügung. 2012 trat er gegen Martin Klöti an, wurde aber nicht nominiert.

Der Vorschlag der Findungskommission ist zwar ein massgeblicher Vorentscheid, definitiv ist damit aber noch nichts. Offiziell zur Nomination vorgeschlagen werden die Kandidaten von der Parteileitung. Diese wird anschliessend einen Vorschlag zuhanden der Nominationsversammlung verabschieden. Definitiv entscheiden werden die FDP-Delegierten am 24. Oktober. Weitere Kandidaturen sind bis zur Nominationsversammlung möglich und können noch in letzter Minute – also während Versammlung – präsentiert werden. Das letzte Wort hat das Volk am 8. März 2020.

Was macht die SVP?

Der nun öffentlich gewordene Nominationsprozess der Freisinnigen dürfte auch bei den anderen Parteien eine gewisse Hektik auslösen. Die SVP beansprucht seit Jahren einen zweiten Sitz in der Regierung und dürfte längst auf Kandidatensuche sein.

In der Favoritenrolle ist Esther Friedli, ehemalige Generalsekretärin des Bildungsdepartements und Lebenspartnerin von Toni Brunner. Die Toggenburgerin startete bei den Wahlen 2016 ohne Vorlauf in den zweiten Wahlgang und erzielte ein respektables Ergebnis, unterlag allerdings gegen FDP-Kandidat Marc Mächler. Friedli kandidiert auch für den Nationalrat.

Frauenkandidaturen im Vorteil

Die CVP wird sich ebenfalls um Kandidaten bemühen müssen, wenn Benedikt Würth im Herbst als Ständerat bestätigt wird. Ein Name ist hier bereits gefallen: Ambitionen nachgesagt werden unter anderem der Kantonsrätin Yvonne Suter aus Rapperswil-Jona. Auch sie kandidiert für den Nationalrat. Die Nationalratswahlen gelten denn auch als Gradmesser für die kantonalen Wahlen.

Die Resultate der einzelnen Kandidaten dürfte sich auch auf die Nominationen für die Regierungswahlen auswirken. Wer im Herbst schlecht abschneidet, dürfte für die parteiinterne Ausmarchung schlechtere Karten haben. Jene Kandidaten, die im Herbst nicht antreten, haben dieses Problem nicht. Sie bleiben für die Delegierten allerdings auch schwieriger einschätzbar. Die Parteien werden sich bedeckt halten. Frauenkandidaturen dürften aber im Vorteil sein: Derzeit sitzt nur eine Frau der Regierung – Heidi Hanselmann.

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