Millionen-Investitionen: St.Galler Regierung will Berufsschulen erneuern - Neubau für Kanti Wattwil

Die Kantonsschule und die Berufsfachschule in Wattwil sollen für 108 Millionen Franken einen gemeinsamen Campus mit einem Kanti-Neubau erhalten. Und für 111 Millionen Franken will die Regierung das Berufs- und Weiterbildungszentrum St.Gallen sanieren und erweitern.

Noemi Heule
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Das Berufs- und Weiterbildungszentrum St.Gallen ist stark sanierungsbedürftig. (Archivbild: Ralph Ribi)

Das Berufs- und Weiterbildungszentrum St.Gallen ist stark sanierungsbedürftig. (Archivbild: Ralph Ribi)

Der Schritt war fällig, das Gebäude längst baufällig. Seit Jahren steht die Sanierung des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum (GBS) im Riethüsli auf der Pendenzenliste der St. Galler Regierung. Die Investition, die immer wieder hinausgeschoben wurde, steht nun an: 111 Millionen sollen in das Gebäude investiert werden. Dies schreibt die Regierung in ihrer Botschaft an den Kantonsrat, der das Anliegen in der April- und Junisession berät. Im November entscheidet das Stimmvolk.

Mit dieser stattlichen Summe soll die Schule im St. Galler Tal der Demut nicht nur saniert, sondern im gleichen Zug erweitert werden. Rund 56 Millionen sind für die Sanierung nötig, rund 34 Millionen kostet der Erweiterungsbau, und 3 Millionen fallen für ein Provisorium an.

Mängel und 1970er-Jahre-Mief

Über vierzig Jahre hat das Gebäude auf dem Buckel, umfassend saniert wurde es seither nie. «Grosse Mängel zeigen sich im Brandschutz», heisst es in der Mitteilung der Regierung. Vom jetzigen Bau in Rohbeton soll dereinst lediglich die Grundstruktur, «das Skelett», übrig bleiben, wie Regierungsrat Marc Mächler, Vorsteher des Baudepartements, sagt. Es wird ausgeweidet und neu aufgebaut. Die Räume erfüllten die Bedürfnisse eines zeitgemässen Schulbetriebes nicht mehr, Gebäudehülle und Fassade genügten heutigen energetischen Anforderungen nicht mehr, heisst es weiter. Mit der Sanierung soll der «1970er-Jahre-Mief» verschwinden, so Mächler.

Mit dem geplanten Erweiterungsbau geht eine Zentralisierung einher. Der heutige Hauptsitz am Stadtrand soll zwei weitere Standorte aufnehmen, in denen die GBS heute eingemietet ist – jener an der Zürcherstrasse und jener an der Grütlistrasse. «Die heutigen sieben Standorte erschweren Zusammenarbeit und Betrieb», sagt Mächler. An der grössten Berufsfachschule im Kanton werden 4300 Lernende in rund vierzig Berufen ausgebildet – vom Automatiker über den Steinmetz bis zum Zahntechniker. Zudem sind die Schule für Gestaltung und die Berufsmittelschule Teil der GBS.

Ein Grund für die lange Wartezeit auf die langersehnte Sanierung sei die Standortfrage gewesen, so Mächler. Und die Frage, ob eine umfassende Sanierung des veralteten Gebäudes überhaupt technisch möglich sei. «Ideal gelegen» sei der Hauptstandort an der Endstation der Buslinie Riethüsli nach wie vor, heisst es nun in der Mitteilung.

Rapperswil-Jona fühlt sich übergangen

Der geplante Erweiterungsbau liegt zwischen dem nördlichen Trakt und der Sporthalle. Jener Sporthalle, deren schneebedecktes Dach vor zehn Jahren spektakulär einstürzte. Seit Sommer 2013 ist die Turnhalle, neu gebaut, wieder bedacht. 2030 soll daneben der Erweiterungsbau stehen und die Sanierung abgeschlossen sein. Vorausgesetzt, Kantonsrat und Stimmvolk nehmen den 111-Millionen-Kredit an. Anfang 2020 startet der Architekturwettbewerb, der Baubeginn ist für 2024 vorgesehen.

Baufällig ist nicht nur die Berufsfachschule im Riethüsli, sondern auch jene in Rapperswil-Jona. Auch dort wird seit Jahren eine Sanierung gefordert. Nun hat die Stadt das Anliegen an die Hand genommen: Sie will selbst einen Neubau realisieren und diesen an den Kanton vermieten. Die Gespräche für die Zusammenarbeit sind in Gang.