St.Galler Regierung über aktuelle Coronalage: «Ruhige, aber sehr angespannte Situation» am Kantonsspital +++ Kölliker: «Wir ziehen die Massnahmen für Sekundarschulen bis Ende November durch»

Nach der Bekanntgabe von neuen Coronamassnahmen am Freitag hat die St.Galler Regierung nun Stellung dazu bezogen und über die aktuelle Lage im Kanton informiert. Die Zusammenfassung der Medienkonferenz und der Ticker zum Nachlesen.

Natascha Arsić
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Die St.Galler Regierung sowie Fachleute informieren über die aktuelle Lage im Kanton und erläutern die beschlossenen Massnahmen.

Die St.Galler Regierung sowie Fachleute informieren über die aktuelle Lage im Kanton und erläutern die beschlossenen Massnahmen.

Bild: Arthur Gamsa

Der Kanton St.Gallen hat Ende letzter Woche die Corona-Regeln angepasst. An der Medienkonferenz vom Dienstag nimmt die Regierung Stellung zu den neuen Massnahmen. Mit dabei ist auch Miodrag Filipovic, Leiter Chirurgische Intensivstation des Kantonsspitals St.Gallen. Er hält fest:

«Aus Sicht des Spitals haben wir eine ruhige, aber sehr angespannte Situation.»

Derzeit befinden sich 90 Covid-Patienten im Spital, davon 18 auf der Intensivstation und 72 auf der Bettenstation. Das Kantonsspital St.Gallen sei laut Filipovic dabei, die Anzahl Plätze auf der Intensivstation auszubauen. Diese sollen ab kommenden Montag zur Verfügung stehen.

Wenn der Patientenstrom aber weiterhin so hoch bleibt, würden weitere Massnahme nötig, wie zum Beispiel den Betrieb in anderen Spitalbereichen zu reduzieren und weitere Betten zur Verfügung zu stellen. Um die Spitäler zu entlasten, appelliert Filipovic an die Bevölkerung: «Wir bitten Sie, auf die eine oder andere Aktivität zu verzichten, zum Beispiel eine Downhillfahrt mit dem Mountainbike oder eine unnötige Autofahrt.»

Die schweizerischen Kapazitäten an Intensivplätzen in den Spitälern seien noch nicht vollständig ausgeschöpft, aber sie nähern sich ihrem Ende, so der Leiter Chirurgische Intensivstation des Kantonsspitals St.Gallen. Es könne nicht gesagt werden, wann wir an unsere Grenzen stossen.

Gemäss Kantonsärztin Danuta Zemp werden im Kanton St.Gallen aktuell rund 2000 Tests pro Tag durchgeführt. Schnelltests sollen bald verfügbar sein. «Der Kanton St.Gallen hat ein Kontingent von 80'000 Tests erhalten.» Diese Tests seien jedoch nicht für Screenings gedacht, sondern für Personen, die sich am Anfang der Infektion befinden und leichte Symptome zeigen. Dass es bei den Schnelltests zu Verzögerungen gekommen ist, liegt laut Zemp an den Herstellern.

Massnahmen in Sekundarschulen gelten bis mindestens Ende November

Regierungsrat Stefan Kölliker, Vorsteher des Bildungsdepartements, sagt zur neuen Maskenpflicht an Sekundarschulen: «Ich persönlich bin kein Fan davon. Aber es ist das kleinere Übel, als Schulen zu schliessen.» Das Ziel des Kantons sei, Schulen offen zu halten und den Unterricht möglichst im Normalbetrieb durchzuführen.

Der Kanton empfiehlt, den Sportunterricht ohne Masken in Halbklassen und mit genügend Abstand durchzuführen, der Singunterricht soll komplett ausgesetzt werden, da laut Kölliker dabei Viren im Raum verbreitet werden.

«Wir sehen vor, dass wir die Massnahmen für die Sekundarstufe I sicherlich bis Ende November durchziehen.»

Der Ticker zur Medienkonferenz zum Nachlesen:

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