St.Galler Regierung hebt Betreuungspflicht für die Schulen auf: Ab den Frühlingsferien müssen sich die Gemeinden darum kümmern

Die Lehrerinnen und Lehrer müssen ab den Frühlingsferien im Kanton St.Gallen keine Schulkinder mehr betreuen. Die Gemeinden müssen neue Lösungen suchen. Um die Lehrpersonen zu entlasten, hat die Regierung die Corona-Betreuungsverordnung entsprechend ergänzt.

Andri Rostetter
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Nach den Frühlingsferien sollen die St.Galler Schulen den Fernunterricht intensivieren.

Nach den Frühlingsferien sollen die St.Galler Schulen den Fernunterricht intensivieren.

Bild: Keystone

Die Lehrerinnen und Lehrer sollen entlastet werden. Die St.Galler Regierung hat die Corona-Verordnung entsprechend angepasst. Im Kanton St. Gallen müssen die Gemeinden während der Frühlingsferien die Kinderbetreuung sicherstellen. Die Lehrerinnen und Lehrer sollen Zeit für die Vorbereitung des Fernunterrichts erhalten, der nach den Ferien allenfalls weitergeführt werden könnte. Der Entscheid des Bundesrates dazu ist jedoch ausstehend.

Die St. Galler Kantonsregierung hat diesen Beschluss am Samstag gefällt. Er gilt insbesondere für den Fall, dass das landesweite Verbot für Präsenzunterricht über den 19. April hinaus bestehen bleibt. Nach den Frühlingsferien soll ausserdem der Fernunterricht intensiviert werden. Ziel sei es, neue Lerninhalte in den Unterricht einzubauen. Bis anhin bestand der Corona-Fernunterricht aus Repetitionsstoff.

Zu wenig Zeit für die Betreuung

Die Neuausrichtung des Fernunterrichts bedinge eine «intensive Vorbereitung durch die Lehrpersonen, wofür sie vor allem die Frühlingsferien nutzen müssen», heisst es in der Mitteilung der Staatskanzlei. Die Lehrpersonen könnten daher in den beiden Frühlingsferienwochen nicht mehr hauptverantwortlich Betreuungsaufgaben übernehmen.

Bis zu den Frühlingsferien waren die Lehrpersonen verpflichtet, die Betreuung jener Schulkinder sicherzustellen, die nicht durch die Eltern betreut werden können. Rechtliche Grundlage dafür bildet die «Verordnung über die Aufrechterhaltung eines Betreuungsangebots für Volksschülerinnen und Volksschüler im Rahmen der Bekämpfung des Coronavirus», welche die St.Galler Regierung am 14. März 2020 erlassen hatte.

Corona-Verordnung ergänzt

Sollte der Fernunterricht nach den Ferien intensiviert werden, sind die Lehrpersonen aus Sicht der Regierung nicht mehr in der Lage, Betreuungsaufgaben zu übernehmen. Am Samstag hat die Regierung die Verordnung entsprechend angepasst. Neu heisst es darin unter Artikel 2: Die politischen Gemeinden stellen in Absprache mit dem Schulträger «während der Schulferien für Schülerinnen und Schüler in Kindergarten und Primarschule ein Betreuungsangebot» sicher.

Boris Tschirky, Präsident der Vereinigung St.Galler Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten.

Boris Tschirky, Präsident der Vereinigung St.Galler Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten.

Benjamin Manser

Die Details regeln muss die jeweilige politische Gemeinde. Es könne aber nach wie vor Personal der Schulen für die Betreuungsangebote eingesetzt werden, wie Boris Tschirky, Präsidenten der Vereinigung St.Galler Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten, auf Anfrage des Tagblatts sagt.