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Serie

Ein Jahr vor den Wahlen – St.Galler Parteien im Check: Günstige Aussichten für die Grünen

Die St.Galler Grünen haben ihren Sitz im Nationalrat verloren, aber ihre Kantonsratsmandate halten können. Nun dürften sie von der Klimaerwärmung, der Frauenbewegung und ihrer starken Jungpartei profitieren.
Marcel Elsener
Wahlen 2019: Die St.Galler Grünen haben günstige Aussichten. (Bild: Georgios Kefalas/Keystone)

Wahlen 2019: Die St.Galler Grünen haben günstige Aussichten. (Bild: Georgios Kefalas/Keystone)

Analyse

Die Rückeroberung des Sitzes liegt drin

Die Grünen sind in mehreren europäischen Ländern im Aufwind. Besonders in Deutschland traut man ihnen nach dem fabelhaften Wahlerfolg im konser­vativen Bayern, wo sie zur zweitstärksten Partei nach der CDU aufstiegen, plötzlich vieles zu – die Protestbewegung ist auf dem besten Weg zur Volkspartei. Begeistert über die jüngsten Erfolge im Ausland sind die Schweizer Grünen, die ihrerseits laut Umfragen ebenfalls – wenn auch ­weniger kräftig – zulegen dürften.

Selbstbewusst nennt Parteipräsidentin Regula Rytz als Wahlziel einen Wähleranteil von neun Prozent und vier Sitzgewinne. 2019 werde «eine Klimawahl und hoffentlich auch eine Frauenwahl», sagt sie in der NZZ und meint mit dem Klima nicht nur ökologische, sondern auch soziale Anliegen. Nun lassen sich die Grünen im AfD-aufgeheizten Deutschland und der Schweiz mit ihrem Ventil der direkten Demokratie nur bedingt vergleichen. Und St. Gallen ist nicht Bayern.

Das weiss auch der Präsident der St.Galler Grünen, Thomas Schwager. Die grüne Bewegung erlebe gewiss einen Aufschwung, auch dank der spürbaren Klimaerwärmung im scheinbar endlosen Sommer, sagt der Mobility-Regionalchef und Kantonsrat. Auch er rechnet mit einem ­Zuwachs, dämpft aber die Erwartungen: «Ein Sprung wird es nicht.» Der politische Genickbruch von 2015 und die harte Realität im bürgerlich dominierten Kantonsrat erlaubt wenig Träumerei. Mit dem Genickbruch sind die Wahlen gemeint, die für die St.Galler Grünen speziell bitter ausgingen: Ihre Nationalrätin Yvonne Gilli erzielte fast gleich viele Stimmen wie vier Jahre zuvor – und verlor trotzdem ihren Sitz. Der Grund waren ­weniger die minimalen Stimmenverluste der Grünen, sondern jene der Listenpartnerin SP, die 2,5 Prozentpunkte verlor.

Trotzdem besteht kein Grund zur Aufgabe der Listenverbindung. Ohne Bisherige anzutreten ist eine Herausforderung, doch für Nachwuchs ist gesorgt – nebst zwei frischen Stadträten verfügen die St.Galler Grünen über eine der stärksten Jungparteien. Die Energiewende bleibt im zugespitzten Klimawandel ein zugkräftiges Anliegen, die Zersiedelungs-Initiative dürfte vor ­allem junge Kräfte mobilisieren. Grund genug, dass einer der vier Sitzgewinne, die Rytz anstrebt, in St. Gallen wahr werden könnte.


Die wichtigsten Köpfe

Nachwuchs im besten Alter

Franziska Ryser. (Bild: Sabrina Stübi)

Franziska Ryser. (Bild: Sabrina Stübi)

Der Star der Kleinpartei war natürlich ihre Nationalrätin: Yvonne Gilli erhielt im Jahr ihres Sitzverlusts über viermal mehr Stimmen als die nächstfolgenden Kandi­daten. Parteipräsident Martin Schwager, der das zweitbeste Resultat erzielte, gehört wie die andern Kantonsräte, darunter Silvia Kündig-Schlumpf und Meinrad Gschwend, zu den bekanntesten Gesichtern der St.Galler Grünen.

Basil Oberholzer. (Bild: Urs Bucher)

Basil Oberholzer. (Bild: Urs Bucher)

Das beste Pferd im Stall ist allerdings ein anderer Stadtsanktgaller, der an vorderster Front bei der nationalen Zersiedelungs-­Initiative steht: Der 29-jährige Ökonom Basil Oberholzer hat es vom Stadt- ins Kantonsparlament geschafft. Er gehörte jahrelang zu den treibenden Nachwuchskräften und erzielte das Spitzenresultat auf der Liste der Jungen Grünen. Oberholzer ist wie die politisch ebenso rasch gereifte 27-jährige Franziska Ryser, 2017 Stadtparlamentspräsidentin und ETH-Doktorandin mit Spezialgebiet Robotik, im besten Alter für ein gutes Resultat auf der Hauptliste. Nicht zu vergessen die frischen Exekutivpolitiker der Grünen: Tanja Zschokke in Rapperswil-Jona und Daniel Stutz in Wil.

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