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St.Galler Nationalräte: Rechte sind nach rechts und Linke nach links gerückt

Die St.Galler Parlamentarier in Bern haben sich den Rändern des politischen Spektrums angenähert, wie ein Rating zeigt. Im Ständerat politisiert Benedikt Würth in der politischen Mitte der kleinen Kammer, Paul Rechsteiner weit links.
Katharina Brenner
Die Forschungsstelle Sotomo hat ausgewertet, wo genau die Nationalräte stehen im linken und rechten Spektrum. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Die Forschungsstelle Sotomo hat ausgewertet, wo genau die Nationalräte stehen im linken und rechten Spektrum. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Ganz knapp steht Thomas Müller nicht ganz rechts. Im Spektrum von –10 (links) und +10 (rechts) kommt der St.Galler SVP-Nationalrat auf einen Wert von +9,9 im Parlamentarier-Ranking der Forschungsstelle Sotomo. Die «NZZ» hat das Rating gestern veröffentlicht. Vor vier Jahren war Müller auf einen Wert von +8,1 gekommen. Auch Roland Rino Büchel hat sich dem rechten Rand angenähert (+9,4, vor vier Jahren +8,4). Die SVP bewegt sich zwischen +8,2 und +10.

Am äussersten rechten Rand stehen Luzi Stamm, AG, Adrian Amstutz, BE, und ein St.Galler, der gar kein Nationalrat mehr ist. Weil das Rating die gesamte Legislatur umfasst, ist Toni Brunner auch miteingerechnet. Sein Nachfolger Mike Egger tritt in Brunners Fussstapfen und politisiert ebenfalls am rechten Rand (+9,4).

Lukas Reimann nicht mehr in Extremposition

Beim St.Galler SVP-Nationalrat und Auns-Präsident Lukas Reimann geht es nur um Nuancen. Vor vier Jahren noch am äusserten rechten Rand (+10), steht er inzwischen am äusseren (+9,6). Barbara Keller-Inhelder, SVP, liegt in ihrer ersten Legislatur bei +9,4, Marcel Dobler, FDP, bei +3,6. Sein Fraktionskollege Walter Müller kommt auf +4,5 (vor vier Jahren +3,7). Damit steht er in der FDP am weitesten rechts. Die Fraktion bewegt sich zwischen +4,5 und +1,9.

Die CVP politisiert Mitte-links (+1,6 bis –4,3) mit den St.Gallern Nicolo Paganini (+0,4), Markus Ritter (0) und Thomas Ammann (–0,2). Die beiden St.Galler SP-Nationalrätinnen sind nach links gerutscht (–9,6). Barbara Gysi von –8,4 und Claudia Friedl von –8. Ihre Fraktion bewegt sich zwischen –8,8 und –10. Am äussersten linken Rand des Nationalrats-Ratings stehen Silvia Schenker, BS, sowie drei Grüne: Regula Rytz, BE, Irène Kälin, AG, und Michael Töngi, LU.

Während alle Wahlumfragen auf einen Linksruck im Nationalrat hindeuteten, werde sich der Ständerat, wenn schon, eher nach rechts bewegen, schreibt Politgeograf Michael Hermann von Sotomo in der «NZZ». Die zurücktretenden Ständeräte sind mit –5,3 im Mittel deutlich links von jenen positioniert, die wieder antreten (–2,3). «Weil amtierende Ständeräte kaum je abgewählt werden, stellen die Wahlen vor allem für Mitte-links eine Herausforderung dar.»

Rechsteiner links aussen, Würth in der Mitte

Dieser Ständerat am äusseren linken Rand tritt wieder an: Paul Rechsteiner (–9,4). Er kommt auf einen ähnlichen Wert wie 2011 als Nationalrat (–9,2). Vor vier Jahren lag der St. Galler bei –3,5. Das sozialdemokratische Schwergewicht habe sich richtiggehend eingemittet, schrieb Hermann damals in der «NZZ». Heute steht nur eine Ständerätin links von Rechsteiner: Liliane Maury Pasquier, SP, aus Genf (–9,6). Am weitesten rechts steht Peter Föhn, SVP, aus Schwyz (+9,3). Der St. Galler Ständerat Benedikt Würth politisiert ziemlich genau in der Mitte der kleinen Kammer (–2,6). Diese liegt mit –2,8 bei Pirmin Bischof, CVP, aus Solothurn.

Der Innerrhoder Ständerat Daniel Fässler, CVP, bewegt sich auch in der Mitte (–2,6), der Ausserrhoder Andrea Caroni, FDP, kommt auf +2,3. David Zuberbühler, Ausserrhoder SVP-Nationalrat, bewegt sich am rechten Rand (+9,4).

Die Methoden von Sotomo wurden für den amerikanischen Kongress entwickelt. Sie bilden die ideologische Ausrichtung der Parlamentarier ab. Die Werte werden durch den paarweisen Vergleich der Parlamentarier berechnet. Je grösser die Übereinstimmung im Abstimmungsverhalten der Parlamentarier ist, desto näher sind sie sich.

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