St.Galler Krawalle
500'000 Franken haben die Einsätze am Osterwochenende gekostet ‒ die Polizei will am Freitag wieder rigoros durchgreifen

Nach dem Osterwochenende gibt es für Freitag abermals Aufrufe zu Gewalt. Als Antwort darauf will die Stadtpolizei erneut ausgedehnte Kontrollen durchführen. Die letzten beiden Einsätze verursachten Kosten in der Höhe von einer halben Million Franken. Am Karfreitag entstand zudem Sachschaden von 50'000 Franken.

Siri Würzer, Sabrina Manser
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Damit sich die Ausschreitungen in der St.Galler Innenstadt vom Karfreitag nicht wiederholen, setzt die Polizei erneut auf ein rigoroses Durchgreifen.

Damit sich die Ausschreitungen in der St.Galler Innenstadt vom Karfreitag nicht wiederholen, setzt die Polizei erneut auf ein rigoroses Durchgreifen.

Bild: Michel Canonica

Am Osterwochenende wurde die Stadt St.Gallen abermals Schauplatz von Krawallen. Die Polizeieinsätze vom Karfreitag sowie Ostersonntag haben laut Stadtpolizei je 250'000 Franken gekostet. Für den Karfreitag würden noch 50'000 Franken Sachschaden hinzukommen. Die Kosten werden von der Stadt St.Gallen getragen. Gemäss Kantonspolizei St.Gallen sind seit dem 2. April mindestens sieben Anzeigen wegen Sachbeschädigungen eingegangen.

Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen

Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen

Bild: pd

Über die Anzahl der aufgebotenen Polizisten kann Mediensprecher Dionys Widmer aus polizeitaktischen Gründen keine Auskunft geben. Bekannt ist aber, dass die Stadtpolizei St.Gallen durch die Kantonspolizei St.Gallen und Einsatzkräfte aus dem Ostschweizer Polizeikonkordat sowie durch die Transportpolizei der SBB unterstützt wurde. Zudem war auch die Polizeidienstkompanie des Zivilschutzes im Einsatz.

Ein Polizeihelikopter aus Zürich war im Einsatz

Sowohl am Freitag als auch am Ostersonntag wurde ein Polizeihelikopter eingesetzt. Dionys Widmer schreibt auf Anfrage:

«Die Erfahrungen vom 26. März haben gezeigt, dass es aufgrund der Gegebenheiten mit den vielen Strassen, Wegen und Gassen schwierig ist, die Übersicht über die Gesamtsituation zu behalten. Aus der Luftperspektive ist dies wesentlich einfacher.»

Der Helikopter stamme von der Kantonspolizei Zürich. Er könne dort bei Bedarf angefordert werden, der Helikopter sei jedoch kein Kostentreiber.

Die Polizei will wieder rigoros durchgreifen

Für Freitagabend gibt es erneut einen Aufruf zu Gewalt. «Es werden weiterhin weder Gewalt noch Sachbeschädigungen geduldet», schreibt die Stadtpolizei St.Gallen in einem Communiqué. Sie will erneut ausgedehnte Personenkontrollen in der ganzen Innenstadt durchführen. Der Stadtrat und die Stadtpolizei St.Gallen appellieren in der Mitteilung erneut an die Bevölkerung, den Aufrufen zu Gewalt nicht zu folgen, auch nicht als Schaulustige.

Personen, gegen die eine Wegweisung verfügt wurde, dürfen sich gemäss Mitteilung am Freitagabend explizit nicht in der Stadt St.Gallen aufhalten – andernfalls werden sie laut Polizeiangaben angezeigt.

«Zudem werden am Freitagabend erneut Wegweisungen gegen Personen ausgesprochen, wenn der Verdacht besteht, dass diese auf Krawall aus sind oder als Schaulustige den Gewaltaufrufen folgen.»

47 Beschwerden und 13 Rekurse wegen der Wegweisungen

Hans-Rudolf Arta, Generalsekretär des Sicherheits- und Justizdepartements des Kantons St.Gallen

Hans-Rudolf Arta, Generalsekretär des Sicherheits- und Justizdepartements des Kantons St.Gallen

Bild: pd

Am Ostersonntag stellte die Polizei 650 Wegweisungen aus. Bis Donnerstag haben sich laut Mediensprecher 47 Personen bei der Polizei gemeldet, welche Fragen zu den Wegweisungen hatten oder diese für ungerechtfertigt hielten. 30 Wegweisungen seien aufgehoben worden. Wie der Generalsekretär des Sicherheits- und Justizdepartements des Kantons St.Gallen, Hans-Rudolf Arta, auf Anfrage bestätigt, seien bis Donnerstagmorgen 13 Rekurse eingegangen.