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St.Galler Kantonsrat steht hinter 160-Millionen-Kredit für HSG-Campus: Nun ist das Stimmvolk an der Reihe

Einhellig winkt der St.Galler Kantonsrat den Kreditantrag der Regierung durch. Alle Fraktionen sprechen sich gegen die Vermischung der jüngsten Vorkomnisse an der HSG und dem Bauvorhaben aus. Das letzte Wort kantonalen Beitrag zum 200-Millionen-Projekt werden die Stimmbürger im Juni 2019 haben.
Roman Hertler
Areal am Platztor: Hier soll der neue Uni-Campus entstehen. (Bild: Urs Bucher)

Areal am Platztor: Hier soll der neue Uni-Campus entstehen. (Bild: Urs Bucher)

Der Platzbedarf an der Universität St.Gallen (HSG) ist ausgewiesen. Der heutige Standort am Rosenberg ist für 5000 Studierende ausgelegt, immatrikuliert sind rund 8500. Zudem sind diverse Institute übers ganze Rotmonten-Quartier verstreut.

Massvoll vergrössern, Standorte konsolidieren, für die digitale Zukunft rüsten. So lässt sich die Devise zusammenfassen, nach der Regierung und Uni-Leitung die HSG fittrimmen wollen. Denn: Die HSG bewege sich auf internationalem Parkett, wo derzeit viel Geld aufgewendet werde, sagte Bildungschef Stefan Kölliker gestern im Kantonsrat. St.Gallen müsse mithalten und in eine zeitgemässe Infrastruktur investieren. Dafür soll der Kanton 160 Millionen Franken in die Hand nehmen. Die Uni beteiligt sich mit 20 Millionen, der Bund voraussichtlich mit 25 Millionen, und die Stadt gewährt einen Rabatt auf das Bauland von 2 Millionen Franken.

HSG-Vorfälle nicht mit Bauvorhaben vermischen

In ungewohnter Eintracht folgten sämtliche Kantonsratsfraktionen den Argumenten von Bildungsdirektor Kölliker und Baudirektor Marc Mächler. Die beiden Regierungsräte inklusive HSG-Rektor Thomas Bieger und Stadtpräsident Thomas Scheitlin hatten Ende August ihre Botschaft an den Kantonsrat überwiesen. Dabei bekundeten sie ihren Willen, dass die Uni damit nicht nur geografisch, sondern auch gesellschaftlich näher an die Stadt rücken soll. Der geplante Campus am Platztor am nordöstlichen Rand der Altstadt ist in allen Fraktionen unbestritten.

Jüngst hatte die SP nicht mit Kritik an den Vorkommnissen an der HSG, die für Negativschlagzeilen gesorgt hatten, gespart. Doch selbst die Ratslinke gab sich gestern zahm. «Die Verfehlungen einiger Professoren müssen rasch aufgearbeitet, die Ergebnisse offengelegt und Massnahmen ergriffen werden», sagte SP-Kantonsrat Ruedi Blumer. «Bis zur geplanten Abstimmung über den Campus-Kredit im kommenden Juni bleibt nicht viel Zeit, um das Vertrauen wieder herzustellen.» Letztlich plädierte aber auch die SP für eine Trennung der Ereignisse vom Infrastrukturvorhaben. Damit sprach sie Bildungsdirektor Kölliker aus der Seele, der fand, das Bauvorhaben habe nichts mit den Verfehlung «des einen oder anderen Herrn Professors» zu tun.

Die Stadt St.Gallen profitiere in mehrfacher Hinsicht vom Campus am Platztor, betonten sowohl Baudirektor Marc Mächler als auch die Votanten der Fraktionen. CVP-Kantonsrat Peter Boppart, der die vorberatende Kommission präsidiert, bemerkte beiläufig, dass der städtische Beitrag von lediglich 2 Millionen Franken – knapp 1 Prozent der Gesamtprojektkosten – in der Kommission «mit Erstaunen» zu Kenntnis genommen worden sei. Ein Punkt, der gestern im Rat allerdings keinen Anlass zu weiteren Diskussionen bot.

Erwartungen an die Stadt

Hingegen wurden die Erwartungen des Kantons an die Stadt an anderer Stelle offenkundig. SP-Kantonsrat Etrit Hasler lud die Regierung dazu ein, bei der Planung der Verbindung zwischen den beiden Standorten Platztor und Rosenberg die «Barrierefreiheit gemäss Behindertengleichstellungsgesetz» nochmals zu überprüfen. Der Antrag wurde vom Rat zwar mit 37 zu 70 Stimmen abgelehnt. Jedoch betonte Kommissionspräsident Boppart, dass hierbei im ÖV-Bereich klar die Stadt gefordert sei, etwa mit Bussen oder der angedachten Standseilbahn. Und Baudirektor Marc Mächler stellte behindertengerechte Parkplätze und einen HSG-Shuttle-Betrieb in Aussicht.

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