Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

ST.GALLER KANTONSPOLIZEI: Nonstop auf Streife

Bevölkerung und Politik fordern immer wieder mehr sichtbare Polizei. In der Region Bodensee-Rheintal ist dies ab heute der Fall. In den nächsten Jahren wird die mobile Polizei im ganzen Kanton verstärkt.
Regula Weik
St.Galler Kantonspolizei: mehr auf Patrouille, weniger im Büro. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

St.Galler Kantonspolizei: mehr auf Patrouille, weniger im Büro. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

Regula Weik

regula.weik

@tagblatt.ch

Kantonspolizei der Zukunft: Der Projektname klingt brötig, kreiert am Büropult. Ziel des Vorhabens ist das Gegenteil: Die Polizei soll raus aus dem Büro – auf die Strasse, hin zu neuralgischen Punkten, nahe zur Bevölkerung. Das vor allem auch an den Wochenenden und zu nächtlicher Stunde. «Die Polizei soll dann arbeiten, wenn sie gebraucht wird, und nicht dann, wenn es der Einsatzplan vorgibt», sagte Bruno Zanga, Kommandant der Kantonspolizei St.Gallen, gestern auf dem Stützpunkt Thal. Dabei gibt es gleich mehrere Gewinner. Die subjektive Sicherheit der Bevölkerung wird erhöht – und auch die Effizienz der Polizei. Sie will nämlich nicht nur präsenter sein, sie will auch schneller am Einsatzort sein und rascher intervenieren können. Sie wird daher nicht nur mobiler sein, sondern auch zahlreicher unterwegs.

«Die Polizistinnen und Polizisten sind grundsätzlich vor allem mit Patrouillenfahrzeugen unterwegs», sagt Sigi Rüegg, Leiter Regionalpolizei und Projektverantwortlicher. Er zieht den Vergleich mit der Privatwirtschaft: «Dort wäre vom Umkrempeln eines KMU die Rede.» Das Korps der Kantonspolizei zählt 850 Mitarbeitende, rund die Hälfte ist von der neuen Strategie betroffen.

Elf ab Schule, zwölf von Stationen abgezogen

«Umgekrempelt» ist bereits die Region Bodensee-Rheintal. Die dort tätigen Polizistinnen und Polizisten arbeiten ab heute nach der neuen Strategie – als erste im Kanton. Das kommt nicht von ungefähr: Grenzlage, Lage an der Nord-Süd-Verkehrsachse, kleinere Zentren.

Dass die höhere Präsenz nur mit mehr Personal zu bewältigen ist, ist selbstredend. Ebenso, dass die Politik mitredet. 2015 hatte das Kantonsparlament 98 Polizeistellen bewilligt. Die Aufstockung des Korps erfolge kontinuierlich, sagt Kommandant Zanga. «Wir haben keinen offenen Stellenmarkt. Wir müssen unseren Nachwuchs selber ausbilden.»

Dennoch: «Kantonspolizei der Zukunft» heisst auch, es müssen Stellen verlagert werden. So arbeiten ab heute auf dem Polizeistützpunkt Thal 50 Mitarbeitende, bisher waren es 27. «Elf kommen neu ab der Polizeischule, zwölf wurden von den acht Polizeistationen in der Region abgezogen», erklärt Fredie Sonderer, Leiter Region Bodensee-Rheintal. Gab es genügend Freiwillige? «Es musste niemand hierher zu den Mobilen abkommandiert werden», sagt Sonderer. Er verhehlt aber nicht, dass die Verschiebungen vorübergehend zu Unsicherheit im Korps geführt hatten. «Wir führten viele Gespräche.» Mit der höheren Mobilität und der geringeren Büropräsenz einher geht, dass die Polizisten – Chefs ausgenommen – keine fixen Arbeitsplätze mehr haben; sechs teilen sich drei Plätze. Umgekehrt wird mit dem neuen Modell der Rhythmus der Nachtschichten gestreckt: Neu steht jede sechste Nacht eine Schicht an, bisher war es jede vierte Nacht.

Bis 2021 sollen alle Polizeiregionen auf das neue Modell umgestellt sein, sagt Kommandant Zanga. Als nächste folgt 2019 die Region Fürstenland-Neckertal, 2020/21 dann Linthgebiet-Toggenburg und Werdenberg-Sarganserland. Die Kantonspolizei hatte die Strategie in einer mehrmonatigen Pilotphase 2014 in drei Regionen getestet und Erfahrungen damit gesammelt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.