Kommentar

Budgetdebatte im St.Galler Kantonsparlament: Kultur ist kein Luxus

Das Kantonsparlament hat die Blockade bei den Kulturausgaben beendet. Ein überbordender Geldsegen ist deshalb aber nicht zu erwarten.  

Adrian Vögele
Drucken
Teilen
Adrian Vögele, Redaktor Ressort Ostschweiz

Adrian Vögele, Redaktor Ressort Ostschweiz

Der Deckel ist weg: Eine knappe Mehrheit des Kantonsparlaments will nichts mehr wissen von einem Plafond bei den Kulturausgaben. Die Linke, die FDP und eine Minderheit der CVP haben sich durchgesetzt. Das ist erfreulich. Kultur ist weder Luxus noch Selbstzweck, sondern ein Pfeiler der Gesellschaft und ein wichtiger Standortfaktor. Obwohl es sich um eine Staatsaufgabe handelt, investiert der Kanton heute weniger als ein Prozent seiner Ausgaben in die Kultur. Die Erhöhung der Beiträge um 480'000 Franken ist daher durchaus zu verantworten. Dass der Kanton etwa im Bereich Archäologie zu stark auf den Lotteriefonds als Geldquelle ausweicht und damit gegen das Gesetz verstösst, war längst bekannt. Es ist Zeit, dass sich das ändert.

Die Kulturausgaben in St.Gallen werden dennoch auch in Zukunft nicht überborden – dafür wird das Parlament sorgen. Es scheint aber, dass sich die zuletzt eher verkrampfte kulturpolitische Diskussion mit diesem Entscheid etwas entspannt hat. Das ist eine gute Nachricht, gerade auch für die Kulturförderung ausserhalb der grossen Zentren.