St.Galler «Bombe» war eine 1.August-Rakete

ST.GALLEN. Das Geheimnis der «Bombe», die vor einer Woche an einem Gebäude der Helvetia-Versicherung entdeckt wurde, ist gelüftet. Es handelte sich laut der Kantonspolizei um einen pyrotechnischen Gegenstand, vergleichbar mit einer 1.August-Rakete.

Sarah Gerteis
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Wegen des verdächtigen Gegenstandes wurde das Gebäude der Helvetia evakuiert und das Gelände abgesperrt. (Bild: Urs Bucher)

Wegen des verdächtigen Gegenstandes wurde das Gebäude der Helvetia evakuiert und das Gelände abgesperrt. (Bild: Urs Bucher)

Der pyrotechnische Gegenstand wurde gemäss Medienmitteilung «käuflich erworben und modifiziert». Die Untersuchungen durch den Forensisch-Naturwissenschaftlichen Dienst der Kantonspolizei St.Gallen und den Wissenschaftlichen Forschungsdienst Zürich haben zudem ergeben, dass der Gegenstand nicht mit einem elektrischen Zündmechanismus versehen war. Hätte man die «Bombe» hochgehen lassen wollen, hätte man sie beispielsweise mit einem Feuerzeug anzünden müssen, wie Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der St.Galler Kantonspolizei, auf Anfrage von Tagblatt Online bestätigt.

Zusammenhang mit Explosion am WEF?
Noch unklar ist, ob der Vorfall in St.Gallen mit einem ähnlichen Vorfall am WEF in Davos zusammenhängt. Dort wurde am vergangenen Donnerstag ein pyrotechnischer Gegenstand in ein Hotel geschmuggelt und gezündet. Ähnlich wie in St.Gallen erhielten gewisse Medien im Vorfeld ein «Bekennerschreiben» von WEF-Gegnern. Die Spuren werden derzeit miteinander verglichen, wie die Kantonspolizei schreibt. Ebenfalls noch nicht geklärt ist, ob die Rakete bei der Helvetia ursprünglich für die HSG gedacht war, wie das Bekennerschreiben vermuten lässt.

Eine Strafuntersuchung durch die St.Galler Staatsanwaltschaft ist laut Krüsi im Gang. Parallel dazu werden «Bombe» und gesicherte Spuren vom Tatort in Zürich anlaysiert und dokumentiert. «Wir sind froh, dass es sich nicht um Sprengstoff handelte», so Krüsi.

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