St.Galler Bistum trifft Massnahmen wegen Corona-Virus: Weihwasserbecken bleiben leer und Gottesdienste werden per Live-Stream übertragen

Wegen des Corona-Virus hat das Bistum St.Gallen neue Regeln. Vorerst bleiben die Weihwasserbecken leer und das Internet wird bedeutsamer.

Ines Biedenkapp und Lea Köppel
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Ausnahmsweise spiegelt sich der St.Galler Heiligenhimmel nicht im Weihwasser, denn das Becken ist leer.

Ausnahmsweise spiegelt sich der St.Galler Heiligenhimmel nicht im Weihwasser, denn das Becken ist leer.

Bild: Benjamin Manser

Das Corona-Virus ist nun auch in den Kirchen angekommen. Die Dompfarrei hat beschlossen, aufgrund der akuten Ansteckungsgefahr bis mindestens Ostern einen der Sonntagsgottesdienste aus der Kathedrale per Live-Stream in Bild und Ton zu übertragen, wie man es etwa von Fussballspielen her kennt.

Die Übertragung sei speziell für Menschen gedacht, die durch Vorerkrankungen und Alter stärker gefährdet seien oder für Bewohnerinnen und Bewohner in Alters- und Pflegeheimen, schreibt das Bistum St.Gallen in einer Mitteilung. Der Link für die Übertragung sei auf den Webseiten von Bistum und Dom zu finden.

Friedensgruss per Handschlag entfällt

Gleichwohl werden die Gottesdienste weiterhin in der Kathedrale stattfinden – mit einer Neuerung: Das Gotteshaus wird in Sektoren unterteilt. Dies, damit die Besucher «zu gleicher Zahl eingewiesen» und in «lockerem Abstand» zueinander sitzen können. Das habe sich bereits am vergangenen Wochenende bewährt, heisst es.

Auch die Weihwasserbecken sind aufgrund einer Vorsichtsmassnahme geleert. Es sei jedoch möglich, in den Pfarreien Weihwasser für Segensrituale in der Familie für zu Hause zu beziehen. Eine weitere Neuerung gibt es beim Austeilen der Kommunion. So würden sich die Zelebranten nochmals vor dem Austeilen die Hände waschen und desinfizieren. Die Mundkommunion sei aber untersagt. Auch entfällt der Friedensgruss per Handschlag.

Härtefall-Fonds für Firmen

Am Samstag kündigte die St.Galler SVP einen parlamentarischen Vorstoss bezüglich des Corona-Virus an. Dieser liegt nun vor. Darin geht es vor allem um die wirtschaftlichen Folgen aufgrund der Ausbreitung. Denn die Absage von Veranstaltungen versetze vor allem Veranstalter von Kultur- und Sportereignissen, den Tourismussektor, das Gastgewerbe aber auch Industriebetriebe in wirtschaftliche Schwierigkeiten, heisst es in einer Mitteilung.

Die SVP will von der Regierung etwa wissen, ob bereits Informationen über messbare negative wirtschaftliche Auswirkungen vorliegen. Weiter fragt die Partei, ob die Regierung von sich aus Bewilligungen von Kurzarbeitgesuchen vereinfacht erteilen könne, oder diesem Bundesvorschriften entgegenstehen. Eine weitere Anfrage bezieht sich auf einen möglichen Härtefall-Fonds. So fragt die SVP, ob die Regierung einen solchen plane und wie sie diesen finanzieren wolle.

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