St.Galler Ärzte warnen vor Sparmassnahmen im Gesundheitswesen

Bis Ende Jahr will der Bundesrat eine Vorlage für eine Kostenbremse im Gesundheitswesen präsentieren. Jetzt startet die kantonale Ärztegesellschaft eine Plakatkampagne gegen diese Pläne. 

Andri Rostetter
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«Sparübungen auf Kosten der Patienten und der Behandlungsqualität»: Die Ärzteschaft des Kantons St.Gallen protestiert gegen das geplante Globalbudget. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

«Sparübungen auf Kosten der Patienten und der Behandlungsqualität»: Die Ärzteschaft des Kantons St.Gallen protestiert gegen das geplante Globalbudget. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Die Ärztegesellschaft des Kantons St. Gallen protestiert gegen die vom Bundesrat vorgeschlagenen Massnahmen zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen.

Die Einführung von Globalbudgets hätte drastische Eingriffe in die Gesundheitsversorgung zu Folge, gerade auch für Patientinnen und Patienten, schreibt die Ärztegesellschaft in einer Medienmitteilung. Die Ärzte seien sich bewusst, dass die wachsenden Ausgaben die privaten Haushalte und die Budgets der Kantone belasten.

Die Ärzteschaft lehne aber «Sparübungen auf Kosten der Patienten und der Behandlungsqualität strikte ab». Es gehe nicht an, dass die Politik Leistungen rationiere. Dies würde zu einer Zwei-Klassen-Medizin führen, die einkommensschwächere Haushalte unter zusätzlichen Druck setzen würde. Die Ärztegesellschaft lanciert nun eine Kampagne gegen die Pläne des Bundesrats.

Der Bundesrat hatte im März bekannt gegeben, dass er die Einführung einer «Zielvorgabe» für die Kostenentwicklung in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung prüfen will. Bis Ende 2019 soll eine entsprechende Vorlage erarbeitet werden.