Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Zwetschgen in Hülle und Fülle

Die Landwirte der Region erwarten eine gute Zwetschgenernte, nachdem im vergangenen Jahr der Frost den Früchten zugesetzt hatte. Die Trockenheit ist aber auch hier ein Thema.
Marco Cappellari
Elmar Schöb freut sich auf eine gute Zwetschgenernte. (Bild: Ralph Ribi)

Elmar Schöb freut sich auf eine gute Zwetschgenernte. (Bild: Ralph Ribi)

«Im letzten Jahr habe ich nur zwei Tonnen Zwetschgen abgesetzt», sagt Arthur Bürke, Geschäftsführer der Landi Bernhardzell. Die Zahl steht in keinem Vergleich mit den 120 bis 140 Tonnen, die er für dieses Jahr erwartet. «Sicher ist es noch nicht, aber so wie es aussieht, wird es ein sehr gutes Jahr.» Verkauft werden die Zwetschgen an einen Grossabnehmer aus der Region, ein kleinerer Teil geht nach Luzern. Bürke bezieht seine Zwetschgen bei rund 30 Landwirten aus Bernhardzell und Umgebung.

Einer davon ist Elmar Schöb, der daneben in der Milch- und Mostproduktion tätig ist. «Dieses Jahr gibt es eine gute Ernte», sagt auch er. Aufgrund des vergleichsweise guten Wetters sind seine Zwetschgenbäume fast ein wenig zu gut bestückt. «Wenn zu viele Zwetschgen am Baum hängen, müssen wir jeweils etwas ausdünnen, damit die restlichen gut gedeihen können», sagt er. Bis Ende August die ersten Zwetschgen geerntet werden können, wünscht sich Schöb noch ein wenig Regen.

2017 sind viele Zwetschgen erfroren

Ähnlich klingt es bei Familie Keller aus Waldkirch. «Die Saison läuft gut. Es könnte für uns eine Rekordernte geben», sagt Helen Keller. Auch ihr sind vergangenes Jahr viele Zwetschgen aufgrund des Frostes erfroren. Über Regen würde auch sie sich freuen. «Momentan ist es ein wenig trocken.»

Ein Problem, das Familie Forster aus Gossau nicht kennt. «Wir haben das Privileg, eine Bewässerungsanlage zu besitzen», sagt Ursula Forster. Dank der Hagelnetze hatte sie bisher auch keinen Ausfall zu beklagen. «Das Wetter ist gut, die Zwetschgen wachsen hervorragend.» Dass der Betrieb Hagelnetze überhaupt anbringen kann, verdankt er der Tatsache, dass er ausschliesslich Niederstamm-Zwetschgenbäume besitzt.

Bei Zwetschgen gibt es viele verschiedene Sorten. Bei Forsters auf dem Hof sind das zum Beispiel Čačaks Schöne, Tegera oder die Sorte Fellenberg. Die Fellenberg-Zwetschgen machen den grössten Teil der Zwetschgenernte aus. Arthur Bürke von der Landi Bernhardzell verkauft sogar ausschliesslich die Fellenberg. «Die Sorte ist eine der besten, was den inneren Wert – also etwa die Süsse und die Härte – angeht», sagt Bürke. Ausserdem ist sie die einzige, die unter dem Sortennamen verkauft wird.

Die Sortenmenge nehme seit Jahren zu. «Man ist ständig am Forschen und Züchten.» Dass die Fellenberg bald verdrängt werden könnte, scheint aber unwahrscheinlich. «Es dauert ungefähr 20 bis 30 Jahre bis eine neue Sorte marktreif ist», sagt Bürke.

Wohl kein Rekord

«Die Jahre 2015 bis 2017 waren schwache Steinobstjahre», sagt Richard Hollenstein vom Landwirtschaftlichen Zentrum des Kantons in Flawil. Dieses Jahr sehe das anders aus. «Von einem Rekordjahr würde ich aber nicht sprechen», sagt der Fachmann für Obstbau. «So wie es momentan aussieht, erwarten aber auch wir eine gute Ernte.» Genauer wisse man dies aber erst, wenn voraussichtlich am 4. August die Schätzung vorgenommen werde. Die bereits erfolgte Schätzung für die mittelfrühen Sorten, die etwa ein Drittel der Zwetschgen ausmachten, deute auch auf eine gute Qualität und Menge hin. Angesichts des ausserordentlichen Frostjahres 2017 sei dies aber keine Überraschung. «Tragen die Zwetschgenbäume in einem Jahr wenige Früchte, haben sie mehr Energie für die Blütenknospen für den nächsten Jahrgang zur Verfügung.» Gebe es zudem wenig bis keinen Frost und gehe die Bestäubung gut voran, unterstütze das Wachstum zusätzlich. Dies könne tatsächlich dazu führen, dass die Bäume zu viele Früchte tragen. «Pro Meter Fruchtholz darf es etwa 30 Zwetschgen haben», sagt Hollenstein. «Jeder Baum hat eine begrenzte Blättermasse, die eine bestimmte Anzahl Früchte versorgen kann.» Jetzt hofft Hollenstein, das bis zur Ernte alles glatt läuft. Haupterntezeit dieses Jahr sei etwa zwischen dem 10. August und Anfang September. (mac)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.