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Rorschacher Seerettung musste in dieser Saison bereits zwei Tote bergen

Die Seerettung Rorschach zieht Bilanz. Dieses Jahr ist es bisher zu einigen ungewöhnlichen Einsätzen gekommen.
Lisa Wickart
Meist schleppt die Seerettung Rorschach fahruntüchtige Boote ab.Bild: Mareycke Frehner

Meist schleppt die Seerettung Rorschach fahruntüchtige Boote ab.Bild: Mareycke Frehner

Normalerweise schleppt die Seerettung Rorschach fahruntüchtige Boote ab oder hilft gekenterten Seglern aus der Patsche. Dieses Jahr standen jedoch einige spezielle Einsätze an, sagt Remo Pfändler, Obmann der Seerettung. Er fasst zusammen: «Bisher hatten wir zwar nicht mehr Einsätze als im Vorjahr, dafür aber viele verschiedene.»

In Erinnerung blieb Pfändler die Vermisstensuche vergangenen Februar. Suchhunde witterten in der Nähe des Goldacher Seeufers eine Person, die als vermisst gemeldet worden war. Darauf hin habe die Seerettung einen Notruf erhalten: «Zusammen mit der Polizei und der Feuerwehr haben wir bis in die Nacht gesucht», sagt Pfändler. Nach mehreren Stunden haben die Einsatzkräfte die Suche abbrechen müssen. «Am nächsten Tag wurde die Person leblos im Wasser gefunden», sagt er. Da sie nah am Ufer trieb, musste die Seerettung nicht extra aufgeboten worden. Die Polizei habe die Leiche selbst geborgen.

Leblose Person trieb schon lange im Wasser

Im Mai mussten die Seeretter erneut eine tote Person bergen. Sie seien alarmiert worden, nachdem ein Passant in Rorschach einen im Wasser treibenden Mann entdeckt hatte. Das St.Galler Institut für Rechtsmedizin bestätigte, dass der Tote mindestens zwei Wochen bis maximal mehrere Monate im Wasser gelegen ist. Zwei Bergungen in so kurzer Zeit sind gemäss Pfändler selten:

«Im Durchschnitt bergen wir innerhalb von einem bis zwei Jahren eine Leiche.»

Eher ungewöhnlich sei auch der Notruf gewesen, der Anfang Juni bei der Seerettung eingegangen sei: «Wir wurden gerufen, weil ein Standup-Paddler Hilfe brauchte», sagt Pfändler. Als die Seerettung am beschriebenen Ort ankam, war die Person jedoch bereits wieder an Land. Obwohl der Wassersport momentan im Trend ist, müsse die Seerettung selten wegen Standup-Paddlern ausrücken. Ein Grund dafür sei, dass sie sich meist nicht allzu weit vom Ufer aufhalten würden.

Zwei Notfälle zur gleichen Zeit

Vor einem Monat ist die Seerettung wegen eines medizinischen Notfalls ausgerückt. «Eine Frau auf ihrem Segelboot musste mit Verdacht auf eine Hirnblutung an Land gebracht werden», sagt Pfändler. Ein privates Motorboot beförderte die Frau an den Rorschacher Hafen, wo die Sanität sie versorgte. Danach schleppte die Seerettung das Segelboot in den Rorschacher Hafen.

Der letzte Einsatz der Seerettung fiel dagegen weniger aus dem Rahmen. Die Seeretter wurden gerufen, weil ein Motorboot nicht mehr starten konnte: «Wir mussten das Boot zum Staader Hafen schleppen», sagt Pfändler. Doch dabei sei es nicht geblieben: «Auf dem Weg zum ersten Einsatz ging eine weitere Alarmmeldung ein.» Ein Segler habe Hilfe gebraucht, weil sich ein Seil in der Schiffsschraube verfangen hatte. Ein Taucher der Seerettung befreite darauf die Schraube vom Seil.

Ein neues Rettungsboot muss her

Damit die Seerettung auch weiterhin für ihre Einsätze gewappnet ist, soll ein neues Rettungsboot her: «Das alte Boot ist am Ende seiner Lebensdauer», sagt Pfändler. Da es bei Reparaturen immer schwieriger werde, die nötigen Ersatzteile aufzutreiben, werde momentan ein neues angefertigt. Gemäss Pfändler ist es ein Standardboot, jedoch werden einige Änderungen vorgenommen und der Innenausbau den Bedürfnissen angepasst. «Anstatt einer Koje, brauchen wir Platz für unsere Ausrüstung», sagt er. Das alte Rettungsboot, welches die Seerettung seit 1984 einsetzt, soll Ende Jahr ersetzt werden.

Obwohl sich der Sommer langsam dem Ende zuneigt, ist die Arbeit der Seeretter noch lange nicht vorbei. Pfändler sagt:

«Im Herbst ist manchmal mehr los als im Sommer.»

Aufgrund des stürmischen Wetters komme es immer wieder zu Notfällen. «Unabhängig von der Jahreszeit müssen wir Tag und Nacht einsatzbereit sein.»

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