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Zwei St.Galler Stadtbahnhöfe sind nicht behindertengerecht: St.Fiden kommt bis 2022/23, Bruggen muss bis 2026 warten

Die Bahnhöfe St.Fiden und Bruggen sind keine Visitenkarten für den öffentlichen Verkehr in der Stadt St.Gallen. Der Stadtrat nimmt jetzt Stellung, bis wann sich das ändern soll. Zuständig sind gemäss einer Interpellationsantwort allerdings die SBB.
Reto Voneschen
Bis Ende 2023 müssen gemäss Behindertengleichstellungsgesetz des Bundes ÖV-Haltestellen, also auch Bahnhöfe, barrierefrei zugänglich sein. Die Frist ist seit 2004 bekannt. Trotzdem kämpfen beispielsweise auch die SBB bei den dafür nötigen baulichen Massnahmen mit Verzögerungen. (Bild: Ralph Ribi - 16. Mai 2017)

Bis Ende 2023 müssen gemäss Behindertengleichstellungsgesetz des Bundes ÖV-Haltestellen, also auch Bahnhöfe, barrierefrei zugänglich sein. Die Frist ist seit 2004 bekannt. Trotzdem kämpfen beispielsweise auch die SBB bei den dafür nötigen baulichen Massnahmen mit Verzögerungen. (Bild: Ralph Ribi - 16. Mai 2017)

Auch die SBB muss die ihre gehörenden Bahnhöfe bis Ende 2023 barrierefrei ausbauen. Dann läuft die Übergangsfrist dafür im seit 2004 geltenden Behindertengleichstellungsgesetz ab. Schweizweit sind es 260 Bahnhöfe, deren Erschliessung behindertengerecht gestaltet werden muss. In den barrierefreien Bahnzugang wird über eine Milliarde Franken an Bundesgeldern investiert.

Auf Gebiet der Stadt St.Gallen hat die SBB zwei Pendenzen: die Bahnhöfe St.Fiden und Bruggen. Wie schnell die beiden Stadtbahnhöfe saniert und in einen der Kantonshauptstadt würdigen Zustand versetzt werden sollen, wollten sieben Mitglieder des Stadtparlaments in einer Interpellation wissen. Jetzt liegen die Antworten des Stadtrats vor.

Den Bahnhof St.Fiden wollen die SBB bis Ende 2022/Anfang 2023 sanieren. Dafür müssen unter anderem die Perrons angehoben und die Erschliessung durch Rampen, eventuell zusätzlich auch Lifte, verbessert werden. Insgesamt sollen 12 bis 15 Millionen Franken investiert werden. (Bild: Urs Bucher - 14. August 2019)

Den Bahnhof St.Fiden wollen die SBB bis Ende 2022/Anfang 2023 sanieren. Dafür müssen unter anderem die Perrons angehoben und die Erschliessung durch Rampen, eventuell zusätzlich auch Lifte, verbessert werden. Insgesamt sollen 12 bis 15 Millionen Franken investiert werden. (Bild: Urs Bucher - 14. August 2019)

St.Fiden: Planung weit fortgeschritten

Der Bahnhof St.Fiden soll demnach bis Ende 2022/Anfang 2023 saniert sein. In die Bahn- und Gleisanlagen wollen die SBB zwischen 12 und 15 Millionen Franken investieren. Die Planung dafür sei seit einiger Zeit im Gang, hiess es gestern ergänzend zu den Angaben des Stadtrats bei der SBB-Medienstelle.

Die Stadt sei frühzeitig in die Arbeiten einbezogen worden. Die Planung sei zeitaufwendig, soll aber bis Ende Jahr abgeschlossen sein. Dann starten die Genehmigungsverfahren. Sobald die Sanierungspläne öffentlich aufgelegt werden, wollen die SBB auch die Öffentlichkeit über die Details informieren. Das werde bei Bahnprojekten so gehandhabt.

Beim Bahnhof Bruggen braucht es ab 2024 provisorische Verbesserungen bei der Erschliessung, weil die Frist zur Einhaltung des Behindertengleichstellungsgesetzes Ende 2023 abläuft, dieser Bahnhof aber erst bis 2026 saniert werden kann. An der Verbesserung der Fahrplansituation wird hier ebenfalls gearbeitet. (Bild: Urs Bucher - 26. Januar 2018)

Beim Bahnhof Bruggen braucht es ab 2024 provisorische Verbesserungen bei der Erschliessung, weil die Frist zur Einhaltung des Behindertengleichstellungsgesetzes Ende 2023 abläuft, dieser Bahnhof aber erst bis 2026 saniert werden kann. An der Verbesserung der Fahrplansituation wird hier ebenfalls gearbeitet. (Bild: Urs Bucher - 26. Januar 2018)

Bruggen: Provisorische Verbesserungen ab 2024

Der Bahnhof Bruggen muss bis zu seiner Sanierung länger warten: Die Ausführung des entsprechenden Projekts ist gemäss heutigem Planungsstand für 2026 vorgesehen. Bis dahin geschieht gemäss SBB-Pressestelle allerdings nicht nichts.

Von Ende 2023 bis zur Sanierung sollen die Einstiegsmöglichkeiten mit Ersatzmassnahmen provisorisch verbessert werden. Darüber, wie diese Massnahmen oder Anpassungen aussehen sollen, verhandeln derzeit die SBB mit dem Bundesamt für Verkehr (BAV). Sobald Resultate vorliegen, soll die Stadt informiert und in die weitere Planung einbezogen werden.

Wie hoch die Sanierungskosten hier sein werden, ist derzeit offen. Das wird gemäss stadträtlicher Interpellationsantwort in erster Linie natürlich vom Umfang des Projekts abhängen.

Politisch breit abgestützte Kritik

Der Vorstoss zum Zustand der Bahnhöfe Bruggen und St.Fiden ist vor den seit einiger Zeit laufenden Diskussionen über die Schaffung einer Stadtsanktgaller S-Bahn zu sehen. Derzeit vermag gerade das Fahrplanangebot in Bruggen und Winkeln den Ansprüchen an so ein Transportsystem nicht zu genügen.

Die Situation in Bruggen hat in den vergangenen Jahren immer wieder lautstarke Kritik ausgelöst. Von städtischen Vertretern im Kantonsrat mehrfach vehement geforderte Ausbauten der S-Bahn auf Gebiet der Stadt St.Gallen sind allerdings nur schon bahntechnisch schwierig zu bewerkstelligen.

Dass die Kritik politisch inzwischen breit abgestützt ist, zeigt die Gruppe der Stadtparlamentsmitglieder, die hinter der Interpellation «Zustand der Stadtbahnhöfe Bruggen und St.Fiden – einer Kantonshauptstadt unwürdig» steht. Sie ist parteipolitisch bunt zusammengewürfelt: Barbara Hächler (CVP), Remo Daguati (FDP), Donat Kuratli (SVP), Guido Berlinger und Doris Königer (SP), Franziska Ryser (Junge Grüne) sowie Nadine Niederhauser (Grünliberale).

Interpellanten vermissen Herzblut für die Stadtbahn

In ersten Reaktionen zeigten sich einzelne Interpellanten enttäuscht von der Antwort des Stadtrates zum Vorstoss zu den Stadtbahnhöfen. Man vermisse die Bereitschaft, sich mit Herzblut bei Kanton und SBB für die Idee einer Stadtbahn einzusetzen, hiess es etwa. Sie verstehe nicht, wieso die Stadt da nicht mehr Druck mache, sagte auch Barbara Hächler.

CVP-Stadtparlamentarierin Barbara Hächler. (Bild: Samuel Schalch - 23.08.2016)

CVP-Stadtparlamentarierin Barbara Hächler. (Bild: Samuel Schalch - 23.08.2016)

Der Stadtrat weise in seiner Interpellationsantwort dezidiert darauf hin, dass Kanton und SBB bei der Sanierung der Bahnhöfe in der Verantwortung stünden. Ihr komme es vor, wie wenn «dieser Ball» unter den Akteuren im Kreis herum gegeben werde. Rasche Fortschritte seien jedenfalls nicht sichtbar.

Wenn St.Gallen die Rolle einer Zentrumsstadt spielen wolle, die im Rest der Schweiz wahrgenommen werde, müsse sie aber unbedingt ihre Mobilitätsprobleme in den Griff bekommen. Dabei spielten die Stadtbahnhöfe eine zentrale Rolle. Daher müsse man ihre Sanierung forcieren, fordert Barbara Hächler.

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