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Wenig Verbindungen, kein Bus am Sonntag: Zwei St.Galler Quartiere ärgern sich über Fahrplan

Am späten Abend fährt stündlich nur ein Bus, am Sonntag gar keiner: Der neue Fahrplan der VBSG-Linie 10 verärgert Quartierbewohner am Rosenberg. Und er stellt auch jene in Oberhofstetten nicht zufrieden. Beiderorts werden Unterschriften gesammelt.
Christina Weder
Bus Nummer 10: Die Haltestelle Röteli am Rosenberg wird heute seltener bedient als vor dem Fahrplanwechsel. (Bild: Urs Bucher)

Bus Nummer 10: Die Haltestelle Röteli am Rosenberg wird heute seltener bedient als vor dem Fahrplanwechsel. (Bild: Urs Bucher)

Am westlichen Rosenberg macht sich Unmut breit. Anwohnerinnen und Anwohner der Haltestellen Röteli und Nussbaumstrasse regen sich über den neuen Fahrplan der Buslinie 10 der Verkehrsbetriebe St.Gallen (VBSG) auf. Seit dem Fahrplanwechsel und der Einführung des neuen Buskonzepts im Dezember sind sie deutlich schlechter bedient als vorher. Am Samstagabend fährt ab 19 Uhr nur noch stündlich ein Bus. Am Sonntag fährt gar keiner mehr. Die Quartierbewohner wollen das nicht einfach hinnehmen.

Martin Schregenberger, Präsident Quartierverein Rosenberg.

Martin Schregenberger, Präsident Quartierverein Rosenberg.

«Sie sind gar nicht glücklich», sagt Martin Schregenberger, Präsident des Quartiervereins Rosenberg. Gerade für ältere Personen sei die Situation unbefriedigend. «Sie kommen fast nicht mehr heim», sagt er. Der Weg aus dem Stadtzentrum sei zwar nicht weit, die Steigung aber beträchtlich. Nun sind der Quartierverein und mehrere Anwohner aktiv geworden. Sie haben laut Schregenberger diverse Briefe an Kanton, Stadt und VBSG verfasst. Doch das Fazit sei ernüchternd. «Wir bekommen immer die gleichen Antworten.» Ein positives Signal sei bisher ausgeblieben. Nun hat der Quartierverein eine kleine Gruppe gebildet und eine Petition lanciert.

«Zumutung» und «unverständlicher Entscheid»

Anwohnerin Vera Richardson hat bis jetzt insgesamt 550 Unterschriften gesammelt. Und sie will weitermachen. Die Seniorin findet die Situation «katastrophal»: Am Sonntag könnten ältere Leute nicht zur Kirche, am Samstag kämen sie kaum mehr vom Ausgang nach Hause. Die neue Linienführung sei zwar in Ordnung.

«Aber wir wollen denselben Fahrplan wie vorher.»

Mit dieser Meinung ist sie nicht allein. Andere Quartierbewohner haben ihrem Ärger in Leserbriefen in dieser Zeitung Luft verschafft. Sie schreiben von einer «Zumutung» und einem «unverständlichen Entscheid». Es sei stets von einer Optimierung des öffentlichen Verkehrs die Rede, schreibt ein Leser: «Nun ist am Rosenberg das Gegenteil eingetroffen.» Ein anderer Anwohner findet, dass sich ein Bus-Abo kaum noch lohne. Den Schoren-Bus zu nehmen und von der Haltestelle Dietlistrasse hochzugehen, sei keine Alternative: «Das macht niemand mit Gepäck.» Im Quartier wird gar gemunkelt, es gebe Leute, die sich wegen der schlechteren Verbindungen ein Auto gekauft hätten.

Nachteile für Schüler der Sprachheilschule

Der neue Fahrplan hat nicht zuletzt Auswirkungen für die Schülerinnen und Schüler der Sprachheilschule St.Gallen. «Für uns bedeutet er eine markante Verschlechterung», sagt Institutionsleiterin Susan Christen. Sie stört sich daran, dass der Taktfahrplan der Linie 10 am Morgen ausgedünnt wurde. So fahren die Busse nur noch im 20-Minuten- statt wie bisher im 10-Minuten-Takt. Zudem seien kleinere Busse im Einsatz.

«Viele unserer Schülerinnen und Schüler gehen nun zu Fuss, weil sie keinen Platz finden oder das Gedränge zu gross ist», sagt Christen. Und das, obwohl sie ein gültiges Monats- oder Jahresabo besitzen. Denn die Sprachheilschule finanziert allen Schülern ab der vierten Klasse ein Abo für den öffentlichen Verkehr. Die Institutionsleiterin hat sich mit ihrer Kritik an die VBSG gewandt. Doch mit der Antwort ist sie nicht zufrieden. Man habe ihr vorgeschlagen, den Unterricht am Morgen gestaffelt zu beginnen, damit das Gedränge im Bus weniger gross sei. Für Christen ist das keine Lösung, denn sie müsse sich an die vom Kanton vorgegebenen Blockzeiten halten.

Sie kritisiert weiter, dass am Sonntag kein Bus fährt, wenn die 40 Internatsschülerinnen und -schüler mit Gepäck eintrudeln. Viele von ihnen weichen nun auf die Buslinie 9 aus und steigen bei der Haltestelle Tigerbergstrasse aus. Die letzten 800 Meter zur Schule legen sie zu Fuss zurück. Im Sommer gehe das ja noch, sagt Christen. «Aber bei Schnee ist das sehr mühsam mit einem Rollkoffer in der Hand.» Nun hofft auch sie auf die Petition.

Auch das Riethüsli sammelt Unterschriften

Seit dem Fahrplanwechsel macht die Buslinie 10 eine Schlaufe am Rosenberg, kehrt zum Bahnhof zurück und fährt von dort nach Oberhofstetten im Quartier Riethüsli. Auch dort – am anderen Hügel der Stadt – werden derzeit Unterschriften gesammelt. Die beiden Petitionen sind voneinander unabhängig, verfolgen aber dasselbe Ziel: «Auch wir wünschen uns eine Ausweitung des Fahrplans», sagt SP-Stadtparlamentarierin Lisa Etter-Steinlin, die mit Ratskollegin Beatrice Truniger, ebenfalls SP, die Petition im Riethüsli lanciert hat. Die Ausgangslage ist eine andere als am Rosenberg, die Unzufriedenheit nicht gleich gross. Denn die Anwohner in Oberhofstetten mussten im Zuge des Fahrplanwechsels keine Verschlechterung in Kauf nehmen. «Es ist für uns sogar leicht besser geworden», sagt Lisa Etter-Steinlin.

Dennoch sehen die Quartierbewohner Potenzial für ihre Linie, die vor elf Jahren eingeführt wurde. Vor allem das Wochenende lasse zu wünschen übrig. Am Samstagabend fährt der letzte Bus um 19.13 Uhr. Am Sonntag muss Oberhofstetten gänzlich auf den Bus verzichten. «Nun finden wir, dass die Zeit reif ist, das zu ändern», sagt Lisa Etter-Steinlin. Schliesslich werde der Bus rege benutzt. VBSG-Unternehmensleiter Ralf Eigenmann war gestern ferienhalber nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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