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Tempo im Langsamverkehr: St.Gallen plant zwei neue Velo-Überführungen

Eine neue Passerelle in Bruggen und eine breitere St.-Leonhard-Brücke sollen das Velofahren in der Stadt St.Gallen attraktiver machen. Für beide Überführungen lagen verschiedene Entwürfe vor. Ein Blick auf die zwei Siegerprojekte.
Roger Berhalter
Neu mit Rampe: Die Fussgänger-Passerelle am Oberstockenweg beim Bahnhof Bruggen wird velotauglich gemacht. (Visualisierung: PD)

Neu mit Rampe: Die Fussgänger-Passerelle am Oberstockenweg beim Bahnhof Bruggen wird velotauglich gemacht. (Visualisierung: PD)

Das Velo muss in der Stadt St.Gallen eine wichtigere Rolle spielen. Dieser Grundsatz ist im städtischen Reglement für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung festgelegt. Auch in den aktuellen Legislaturzielen des Stadtrats ist der Veloverkehr Thema: Er soll bis 2020 um 15 Prozent zunehmen. Eine Massnahme auf dem Weg zu diesem Ziel sind zwei neue Überführungen, die das Velofahren attraktiver machen sollen. Einerseits wird die St.-Leonhard-Brücke verbreitert, anderseits wird die Passerelle am Oberstockenweg in Bruggen velotauglich gemacht.

Für beide Passerellen hat die Stadt einen Wettbewerb mit je vier Ingenieurbüros durchgeführt. Ein Fachgremium hat die Entwürfe beurteilt. Nun sind die zwei Siegerprojekte bekannt.

Die Realität passt sich den Velofahrern an

Auf der St.-Leonhard-Brücke gibt es zwar schon jetzt Velospuren, doch entsprechen sie laut Stadtingenieur Beat Rietmann nicht mehr den Bedürfnissen. «Es ist eine unbefriedigende Situation.» Vor allem auf der Westseite der Brücke gebe es Konflikte. Viele Velofahrer würden sich nicht an die Einbahn-Regelung halten. Nun soll das Verkehrsregime ändern.

Das Projekt des Ingenieurbüros Wälli und der K&L Architekten schlägt eine Verbreiterung der Brücke um drei Meter vor. Vier Betonelemente sollen an die Brücke angedockt werden. «Eine neue Rippe wird angesetzt», sagte Ingenieur Jürg Conzett an der Präsentation des Projekts am Mittwoch im Amtshaus. Im Endzustand werde man von der Verbreiterung kaum etwas bemerken. Die Velofahrer erhalten mehr Platz und können künftig auf der Westseite in beide Richtungen über die Brücke fahren.

Mehr Platz: Die St.-Leonhard-Brücke wird breiter. Im Modell ist die neue Rampe vor der Kirche gut erkennbar. (Bild: PD)

Mehr Platz: Die St.-Leonhard-Brücke wird breiter. Im Modell ist die neue Rampe vor der Kirche gut erkennbar. (Bild: PD)

Zur Passerelle gehört auch ein sogenannter Bypass vor der Leonhardskirche: Von Westen her führt eine neue Rampe von der Burgstrasse direkt auf die Brücke. Hierzu wird der Vorplatz der Kirche beschnitten. Unter der Brücke wird zudem aufgeräumt: Statt wie heute über mehrere rechtwinklige Kurven sollen Velofahrer in Zukunft auf geradem Weg unter der Brücke durchfahren können.

Am Oberstockenweg in Bruggen drängt die Zeit. Die bestehende Fussgängerüberführung sei in einem «ganz schlechten baulichen Zustand», sagt Stadtingenieur Rietmann. So oder so wäre in den nächsten drei bis fünf Jahren eine Totalsanierung nötig. Stattdessen ist nun ein velotauglicher Neubau geplant.

Das Projekt des Ingenieurbüros Bänziger Partner und der Corinna Menn Architektur GmbH schlägt einerseits eine Treppe vor, ähnlich der bestehenden. Zusätzlich verläuft eine neue Rampe quer dazu; auf ihr können künftig auch Velofahrer die Geleise überwinden.

An der Präsentation im Amtshaus waren auch kritische Stimmen zu hören. Anwohner bezweifelten, dass es diese neue Veloverbindung brauche. «Wir müssen in die Zukunft schauen und ein Angebot für Velofahrer schaffen», antwortete Rietmann. Die neue Überführung soll ein weiterer Schritt in Richtung Ausbau der Veloinfrastruktur sein.

Der Bund zahlt 40 Prozent

Wie viel die neuen Passerellen kosten, ist noch unklar. In einer ersten groben Kostenschätzung schlägt die Passerelle in Bruggen mit 2,3 Millionen zu Buche. Für die St.-Leonhard-Brücke liegen noch keine Zahlen vor. Weil aber beide Bauten Teil des Agglomerationsprogramms St.Gallen-Bodensee sind, hat der Bund zugesichert, 40 Prozent der Kosten zu übernehmen. Der Zeitplan ist laut Rietmann noch offen. In der nächsten Planungsphase würden Gespräche mit den betroffenen Grundeigentümern geführt.

Ausstellung der Passerellen-Projekte bis 12. Juli zu Büroöffnungszeiten, Amtshaus St.Gallen (2./3. Stock), Neugasse 1/3.

Die St.Galler Velovision: Auf der Schnellroute quer durch die Stadt

Noch liegt sie erst als Konzept vor, die Veloschnellroute quer durch St.Gallen. Auf einer Karte der städtischen Verkehrsplanung zieht sie sich als gelbe Linie von Winkeln bis ins Neudorf. Dereinst sollen Velofahrer auf einem eigenen Weg auf der Ost-West-Achse durch die Stadt fahren können. «Es ist ein Baustein zur Förderung des Veloverkehrs in der Stadt», sagt Stefan Pfiffner vom Tiefbauamt. In Zukunft sollen die Velofahrer auf attraktive Art und auf schnellerem Weg von Winkeln bis ins Neudorf gelangen können, möglichst ohne Unterbruch von A nach B. Piffner betont, dass die Veloschnellroute «noch nicht parzellenscharf» sei. Noch ist also ihr exakter Verlauf nicht festgelegt, es gibt erste Studienpläne und noch keine konkreten Bauprojekte. Doch schon jetzt stimmen die Verkehrsplaner anfallende Hoch- und Tiefbauprojekte auf die Route ab, damit sie nicht verbaut wird. Auch die zwei neuen Passerellen für Fussgänger und für den Veloverkehr sind als Bestandteil der neuen Schnellroute geplant. Im Westen auf eigenem Trassee Die Veloschnellroute führt vom Bahnhof Winkeln über den Neuhofweg zum Sitterviadukt der SBB. Von dort verläuft sie entlang der Bahnlinie bis in die Altstadt und von dort am Kantonsspital vorbei in Richtung Neudorf. Im Westen der Stadt sollen die Velos auf einem überwiegenden Teil der Strecke ein eigenes Trassee erhalten. Im Osten hingegen ist dies aufgrund der baulichen Strukturen nur auf kurzen Abschnitten möglich. Dort fahren die Velofahrer beispielsweise auf einer Velostrasse zusammen mit dem motorisierten Individualverkehr. Laut Stefan Pfiffner vom Tiefbauamt handelt es sich bei der Veloschnellroute um ein «mittel- bis langfristiges Projekt», das im Rahmen des dritten Agglomerationsprogramms der Region St.Gallen-Bodensee ausgeführt werden soll. Den genauen Zeitplan, bis wann die Schnellroute fertig gebaut ist, kann Pfiffner deshalb nicht sagen. Weitere Schwachstellen beheben «Wir sind noch keine Velostadt», sagt Stadtingenieur Beat Rietmann. Er räumt ein, dass es im St.Galler Veloweg-Netz noch einige Schwachstellen zu beheben gebe. Man sei aber auf gutem Weg und wolle das Angebot für Velofahrer laufend ausbauen. Die zwei neuen Passerellen seien ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel, und weitere Schritte würden folgen: «Die Verbesserungen für den Langsamverkehr hören mit diesen zwei Überführungen nicht auf.»

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