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Zwei Neue sind beim St.Galler Weihern-Festival am Ruder

Das Weihern-Festival auf Dreilinden hat sich frisch aufgestellt. Eine Zürcher Firma organisiert jetzt das St. Galler Open-Air. Melanie und Diego Schweizer erklären, warum sie als auswärtige Veranstalter sowohl Vor- als auch Nachteile haben.
Roger Berhalter
Melanie und Diego Schweizer, die neuen Veranstalter des Weihern-Festivals. (Bild: Beat Belser)

Melanie und Diego Schweizer, die neuen Veranstalter des Weihern-Festivals. (Bild: Beat Belser)

Auf den ersten Blick sieht es genau so aus, wie es nicht aussehen soll: Da kommen zwei Zürcher daher, übernehmen ein St. Galler Festival und zeigen, wie man’s macht. «Nein, das wollen wir auf keinen Fall», sagen Diego Schweizer und seine Frau Melanie. Dass sie sich nicht aufdrängen wollen, kauft man den beiden ab. Nie haben sie nach aussen offiziell kommuniziert, dass sie die neuen Veranstalter des Weihern-Festivals auf Dreilinden sind. Sie bringen auch nicht ihre bewährten Zürcher Partner mit nach St. Gallen, sondern arbeiten mit Lieferanten aus der Region zusammen. Vor allem aber wollen die beiden am Weihern-Festival nicht rütteln. Ein neues Familienkonzert am Samstagmittag und einige kosmetische Korrekturen, ansonsten bleibt das «Weihern» so, wie es ist.

Im Hintergrund aber ändert sich einiges. Dario Aemisegger, der das Open-Air 2012 gegründet und seither organisiert hatte, hat sich nach Krach mit den Behörden aus dem OK und aus St. Gallen zurückgezogen (siehe Zweittext links). Neu ist die Firma Livekom für das Weihern-Festival zuständig, ein Zürcher Produktionsbüro, das Diego Schweizer zusammen mit einem Geschäftspartner sowie seiner Frau und einer Mitarbeiterin in der Administration betreibt.

Grossproduktionen und ein kleiner Fisch

Melanie und Diego Schweizer sind beide 31 Jahre alt, sind beide am Zürichsee aufgewachsen, und sie schwärmen beide von Dreilinden. Das Gelände am Weiher mache den Charme des Festivals aus. «Ich mag persönliche Open-Airs», sagt sie. Er ergänzt: «Hier geht es nicht darum, möglichst viele Leute in möglichst kurzer Zeit abzufertigen. Es geht darum, eine Atmosphäre zu schaffen.»

Das Ehepaar hat jahrelange Erfahrung in der Eventbranche. Er organisierte früher das Catering für Firmen und Festivals, danach zog er für EPS das Schweizer Geschäft zur Vermietung von Event-Infrastruktur auf. Sie organisierte nach dem Marketingstudium Firmenanlässe und Theatervorstellungen für Kinder. Heute treten die beiden selber als Veranstalter auf, neben dem «Weihern» beim Sport- und Musikfestival «Beach Battle» in Uzwil. Anderseits übernehmen sie Aufträge für andere: Sie vermieten etwa Containerunterkünfte für den Bautrupp des St. Galler OpenAirs oder stellen im Hallenstadion den reibungslosen Ablauf der «Music Show Scotland» sicher. Im Vergleich zu solchen Grossproduktionen ist das Weihern-Festival ein kleiner Fisch. Doch genau das mache den Reiz aus, sagen beide.

Ein neues Netzwerk aufbauen

Mit St. Gallen hatten sie bis jetzt kaum etwas am Hut. «Wir sind dabei, unser Netzwerk hier zu erweitern», sagt Diego Schweizer. Das sei der Nachteil, wenn man als auswärtiger Veranstalter auftrete. Doch es gebe auch Vorteile: Die Zürcher konnten bislang unbelastet mit den städtischen Behörden kommunizieren. Die Zusammenarbeit sei gut: «Alle Behördenvertreter zeigen sich gesprächsbereit.» Auch wenn nicht alle die gleiche Begeisterung für den Anlass zeigen würden. Doch von Anfang an sei klar kommuniziert worden, welche Auflagen ein Open-Air in der Schutzzone Dreilinden zu erfüllen habe. «Die Spielregeln sind klar.»

Viel Lärm um ein ruhiges Festival

Das Weihern-Festival hat in den letzten zwei Jahren viel zu reden gegeben. Weniger wegen der Musik, vielmehr wegen Unstimmigkeiten zwischen dem Veranstalter Dario Aemisegger und den Behörden. 2016 wäre das Festival beinahe abgebrochen worden. Die Polizei war wegen Lärmklagen ausgerückt und drohte, das Festival zu beenden. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die bewilligten Lärmgrenzwerte nicht überschritten worden waren.

Aemisegger fühlte sich schikaniert und kritisierte den seiner Meinung nach aggressiven und unverhältnismässigen Polizeieinsatz. Die Stadtpolizei hingegen verwies auf die entsprechende Rechtsgrundlage und bezeichnete das Vorgehen als Routineeinsatz.

Im Folgejahr 2017 gab es keine Lärmklagen mehr, dafür ein Hin und Her um den Standort. Zunächst war das Open Air wie gewohnt im Familienbad angesetzt. Doch vier Monate vor dem Anlass gab der Veranstalter überraschend bekannt, das Festival in die Grabenhalle zu zügeln, weil er sich mit den Behörden nicht einig geworden sei. Schliesslich gelang dies aber doch noch, und das Open Air fand nicht in der Halle, sondern unter freiem Himmel statt. (rbe)

Das Programm

Jeden Tag ein grosser Name, dazu spannende kleinere Bands: So könnte man das Musikprogramm des Weihern-Festivals zusammenfassen. Das Open Air beginnt am Donnerstag, 13. September, mit Danitsa. Die Genfer Hip-Hopperin überzeugt mit vielfältigem und zeitgenössischem Rap und Gesang. Ebenfalls am Donnerstag auf der Bühne stehen die dänisch-schweizerischen Musikproduzenten Karavann, das Synthpop-Quartett Klain Karoo sowie der Singer-Songwriter Native.

Am Freitag, 14. September, klingt’s bluesig: Philipp Fankhauser, der alte Schweizer Blues-Haudegen packt die Gitarre aus. Mit Dominic Schoemaker ist auch ein Vertreter der jungen Blues-Generation vor Ort. Weiter treten Emanuel Reiter und Neo Neo auf.

Am Samstag, 15. September, gibt Reggae den Ton an: Dodo heisst der Headliner des Abends. Zu hören sind zudem Kids of Adelaide, De Luca, Jo Elle and the Mighty Roots, Stego, Dachs und Loisach Marci. Erstmals ist am Weihern-Festival auch ein separates Kinderkonzert angesagt. Am Samstag um 10.30 Uhr spielen Marius und die Jagdkapelle. (rbe)

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