Zwei Leichen für Kommissar Häfeli: Der zweite Band eines St. Galler Stadtkrimis erscheint

Théo Buff hat den zweiten Band seiner St. Galler Krimi-Trilogie herausgebracht. Darin schickt er Kommissar Bert Häfeli in den Stadtpark und ins Galgentobel.

Christina Weder
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Théo Buff wählt für seine Krimis geheimnisvolle, mystische Schauplätze in der Stadt St. Gallen: hier mit dem ersten Band der Krimireihe in der Mülenenschlucht.

Théo Buff wählt für seine Krimis geheimnisvolle, mystische Schauplätze in der Stadt St. Gallen: hier mit dem ersten Band der Krimireihe in der Mülenenschlucht.

Bild: Ralph Ribi (13.11.2019)

Kriminalkommissar Bert Häfeli und sein Assistent Max Kraienbühl haben einen neuen Fall zu lösen. Oder besser gesagt: zwei Fälle. Denn im neuen Buch von Théo Buff tauchen zwei Leichen auf. Die Erste wird aus dem Weiher der Voliere im St. Galler Stadtpark gefischt. Den zweiten Leichenfund machen vier Jugendliche, die kurz vor dem Kinderfest ausreissen, im Galgentobel. Die Polizei macht sich nicht nur auf die Suche nach den verschwundenen Jugendlichen. Sie ermittelt auch, ob zwischen den beiden Toten ein Zusammenhang besteht. Daneben findet der Kommissar Zeit für gesellschaftliche Verpflichtungen und sein Assistent für Frauengeschichten.

«Galgenvögel» nennt Buff seinen neusten Stadtkrimi, den zweiten Band der geplanten Trilogie «Mord in St. Gallen und andere Geschichten». Der Krimi spielt diesmal schwerpunktmässig im Osten der Stadt, wo der Autor aufgewachsen ist.

Vom Sachbuch- zum Krimiautor

Über 27 Jahre hat Théo Buff für die St. Galler Bauverwaltung gearbeitet und mehrere historische Sachbücher verfasst. Erst nach seiner Pensionierung verlegte sich der heute 64-Jährige aufs Krimischreiben und erfüllte sich damit einen Traum. Vor ziemlich genau einem Jahr erschien der erste Band unter dem Titel «Endzeitzauber», nun folgt «Galgenvögel».

Reizvoll ist, dass Buffs Krimi in der Gallusstadt und damit an bekannten Schauplätzen spielt. Und dass der Autor sein Wissen über lokale Begebenheiten (teils in Fussnoten) einfliessen lässt. Doch verliert er sich allzu gerne in ausschweifenden Gedankengängen, sodass es für die Leserin und den Leser schwierig ist, den roten Faden in der Geschichte zu finden. Buff hat eine Vorliebe für Nebenschauplätze, Anekdoten, Anspielungen und Wortspiele. Und will zuweilen zu viel ins schmale Bändchen packen – von Trump über den Thurgauer Pferdequäler bis hin zum Bankier namens Pierin.

Nur Anspielungen, keine Abrechnung

Auch wenn er manchmal mit spitzer Feder schreibe und Andeutungen auf lokale Persönlichkeiten und Akteure mache, sei das keineswegs als Abrechnung zu verstehen, sagt Buff.

«Es ist auf jeden Fall nicht böse gemeint.»

Er habe Gefallen daran gefunden, Geschichten auszuhecken und seiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Seine Trilogie versteht er als Liebeserklärung an die Stadt und ihre Naturschönheiten. Das Galgentobel ist für Buff ein mystischer, geheimnisvoller Ort und damit die perfekte Kulisse für einen Mord – so wie die Mülenenschlucht in Band 1.

«Galgenvögel» erscheint in einer Auflage von 500 bis 700 Exemplaren. Diese sind im Buchhandel oder beim Autor erhältlich. Die Buchvernissage fällt wegen Corona aus. Der dritte Band ist bereits in Arbeit. Er wird voraussichtlich «Gespenster» heissen und zur Fasnachtszeit im Westen der Stadt spielen.