Zwei Konkurrenten spannen zusammen: Die Fürer AG aus Mörschwil übernimmt die RS Gebäudetechnik AG aus Arnegg

Nach 26 Jahren hat Remo Schelb seine Firma RS Gebäudetechnik AG an die Fürer AG verkauft. Als Leiter des Servicebereichs ist er jedoch immer noch für seine Kunden da.

Elisabeth Fitze
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Remo Schelb (links) und Markus Fürer.

Remo Schelb (links) und Markus Fürer. 

Bild: Elisabeth Fitze

Am Ende ging alles sehr schnell. Im September des vergangenen Jahres haben sich Remo Schelb, Geschäftsführer der RS Gebäudetechnik AG in Arnegg, und Markus Fürer, Geschäftsführer der Fürer AG in Mörschwil, zum ersten Mal zusammengesetzt, um eine Übernahme zu besprechen. Bereits im Oktober war diese abgewickelt.

Seit vier Jahren suchte Schelb eine Lösung für seine Firma. Der wachsende administrative Aufwand, um die Heizungs-, Lüftungs- und Sanitäranlagen überhaupt installieren zu dürfen, und fehlende Fachkräfte stellten die Existenz des Unternehmens in Frage.

Die Suche sei erfolglos geblieben und habe ihn an den Rand der Verzweiflung gebracht, erzählt der 50-Jährige. Zwar sei er in den letzten Jahren einige Partnerschaften eingegangen, langfristig erfolgreich waren diese aber nicht. Auch die Suche nach einer Nachfolge blieb ergebnislos.

Mehrere Male sei er zwar schon mit einem potenziellen Nachfolger und einem unterschriftsreifen Vertrag am Tisch gesessen – doch beide Male hatte sein Gegenüber plötzlich die Meinung geändert. Als dies im vergangenen Sommer wieder passierte, war für Remo Schelb klar, dass er so nicht mehr weitermachen könne. Sein Unternehmen aber einfach aufzugeben und seine Kunden im Stich zu lassen, war für ihn keine Option. Dann wandte er sich an Markus Fürer.

Für diesen kam die Anfrage, eine Geschäftsübernahme zu besprechen, sehr überraschend. Schelb und Fürer haben sich vor rund 15 Jahren auf einer Lieferantenreise kennen gelernt und waren seitdem «Marktbegleiter», wie Fürer das Wort Konkurrenten korrigiert. Seitdem seien sie befreundet geblieben.

Der Zeitpunkt war perfekt

Die Übernahme war nicht nur für Schelb ein «regelrechtes Wunder», wie er sagt, sondern kam auch für Fürer zu einem günstigen Zeitpunkt. Die schnelle Abwicklung war laut Fürer nur möglich, weil er und Schelb sich sofort gut verstanden haben und gegenseitig eine Bereicherung darstellten.

Während Schelb seine Kunden weiterhin betreuen kann, bedeutet die Übernahme für die Fürer AG den Ausbau ihres Service-, Wartungs- und Sanierungsbereichs. «Diese Bereiche sind erträglicher als Neubauten und geben uns so bessere Voraussetzungen in einem sehr kompetitiven Markt», sagt Fürer.

Auch wenn Schelb nun erstmals seit 26 Jahren nicht Geschäftsführer seiner eigenen Firma ist, bleibt er bei der Fürer AG in einer Führungsposition. Dort hat er die Leitung der Serviceabteilung übernommen. Sein Recht mitzubestimmen, wie sich diese Abteilung in Zukunft entwickeln wird, war Teil der Übernahmebedingungen. Zum Verkaufspreis wollten Fürer und Schelb keine Angaben machen.