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Zwei Autohaltestellen für Berg SG

Für den Gemeinderat ist Berg mit dem öffentlichen Verkehr unzureichend erschlossen. Um Abhilfe zu schaffen, setzt er auf die eigene Bevölkerung. Sie soll stellenweise die Busfahrer ersetzen.
Marco Cappellari
Gemeinderat Cyrill Meier hofft, dass die «Mitfahrbänkli» die ÖV-Situation in Berg SG verbessern. (Bild: Ralph Ribi)

Gemeinderat Cyrill Meier hofft, dass die «Mitfahrbänkli» die ÖV-Situation in Berg SG verbessern. (Bild: Ralph Ribi)

Der Gemeinderat Berg SG wird kreativ, um die Anbindung des Dorfs an den öffentlichen Verkehr zu verbessern. Ab Montag stehen den Bergern zwei «Mitfahrbänkli» zur Verfügung, von wo sie bis zu den Haltestellen Seeblick und Kreuzegg, oder darüber hinaus, gebracht werden sollen. Und zwar nicht von einem Bus oder Taxi, sondern von ihren Mitbürgern.

Die gut 830 Einwohner der kleinsten Gemeinde im Kanton möchten schon lange bessere Verbindungen. «Insbesondere die nördlichen Quartiere sind nur unzureichend erschlossen», sagt Gemeinderat Cyrill Meier. Eine Anpassung oder Erweiterung des bestehenden ÖV-Angebots über den Kanton sei kostenintensiv und bedürfe einer mehrjährigen Planung. So sei in absehbarer Zeit nicht mit einer neuen Buslinie zu rechnen.

Grundbesitzer machen mit

Mit den «Mitfahrbänkli» beim ehemaligen Schulhaus und auf Höhe des Wasserreservoirs soll die Situation verbessert werden. Bergerinnen und Berger, die befördert werden möchten, sitzen auf das Bänkli und werden im Idealfall von zufällig vorbeikommenden Autofahrern ein Stück weit mitgenommen. «Wir im Gemeinderat sind selbst gespannt, wie das Pilotprojekt ankommt», sagt Meier. Da die Bänkli bereits vorhanden waren und lediglich gezügelt und mit einer neuen Beschilderung versehen wurden, seien kaum Kosten entstanden. Das Risiko halte sich somit in Grenzen. «Funktioniert das Ganze, freuen wir uns, ansonsten wäre es kein grosser Verlust.» Die beiden Bänkli stehen auf Privatgrund. Der Gemeinde kam zugute, dass die Grundbesitzer das Projekt unterstützen und keine Pacht für die Nutzung verlangen.

«Die ‹Mitfahrbänkli› sind aus dem Partizipationsprojekt Berg 2030 entstanden», sagt Meier. Damals seien zusammen mit der Bevölkerung diverse Ideen für ein Berg der Zukunft gesammelt und entwickelt worden. Der genaue Ursprung der Idee sei aber nicht mehr zu ermitteln. Denn das Wort «Mitfahrbänkli» sei kommentarlos als Querverweis notiert gewesen. Bei der Auswertung der Rückmeldungen sei man schliesslich auf die Notiz gestossen. «Eine Google-Suche später wussten wir, um was es sich dabei handelt und erfuhren auch, dass das Konzept etwa im baslerischen Blauen bereits erfolgreich umgesetzt wurde».

Häggenschwil hat ähnliches versucht

Meier hofft, dass das Angebot ab Montag rege genutzt wird. Er selbst werde sich ebenfalls hin und wieder auf die «Mitfahrbänkli» setzen, «auch aus Neugier darüber, wer anhält».

Berg ist nicht die einzige Gemeinde in der Region, die auf kreative Lösungen setzt, um die eigene ÖV-Situation zu verbessern. Auch Häggenschwil hat im Sommer 2016 einen Pilotversuch lanciert. «Publi Ride» war ein Angebot von Postauto, mit dem Fahrgemeinschaften gebildet werden konnten, um «Lücken im ÖV-Netz zu schliessen». Häggenschwil war die erste Gemeinde in der Ostschweiz, die «Publi Ride» ausprobierte. Das Experiment musste allerdings frühzeitig beendet werden, da das Angebot kaum genutzt wurde.

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