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Zusätzliche Autobahnanschlüsse schädigen Klima - Reaktion auf Aussagen zweier Präsidenten in Gossau

Der Verkehrs-Club der Schweiz wehrt sich gegen den Autobahnanschluss Liebegg und jenen für den Zubringer Appenzellerland. Begründet wird die Haltung mit dem Klimawandel.
Bei der Industrie in Gossau Ost könnte früher oder später ein neuer Autobahnanschluss in Richtung Appenzellerland entstehen. Bild: Michel Canonica

Bei der Industrie in Gossau Ost könnte früher oder später ein neuer Autobahnanschluss in Richtung Appenzellerland entstehen. Bild: Michel Canonica

Wenn der Präsident der Stadt Gossau und jener der Industrievereinigung Gossau den Autobahnanschluss Güterbahnhof – Liebegg und den Autobahnanschluss für den Zubringer Herisau-Appenzell mit dem Argument der ganzheitlichen Betrachtung begründen, sei dies inakzeptabel und unerhört. Dies schreibt der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) in einer Medienmitteilung. Das Schreiben ist eine Reaktion auf den kürzlich erschienenen Artikel «Eine Ausfahrt für die Industrie». (Tagblatt vom 27. April). Die beiden erwähnten Präsidenten erachten darin die zwei Anschlüsse und die damit verbundenen neuen Autobahnzufahrten als zentral für die Zukunft der Stadt Gossau, der Stadt St. Gallen und der beiden Appenzell.

Gibt schon fünf Autobahnanschlüsse

In der Gegendarstellung des VCS heisst es: Zwischen Gossau West und St. Gallen Ost (Neudorf) gibt es auf einer Strecke von rund 15 Kilometern fünf Autobahnanschlüsse. Das sei ein schweizweiter Spitzenwert. Da sei es schlicht vermessen, auf dieser kurzen Strecke zwei weitere Autobahnanschlüsse zu fordern. «Da erwiesenermassen jede neue Strasse zusätzlichen Individualverkehr generiert, ist klar, dass auf beide Anschlüsse zu verzichten ist», wird Ruedi Blumer, Präsident VCS Schweiz, in der Mitteilung zitiert.

Gemäss dem Verkehrs-Club der Schweiz gehört zu einer ganzheitlichen Betrachtung an erster Stelle die Ausrichtung auf die dramatische Klimaerhitzung. Der Verkehr mit Verbrennungsmotoren verursache 40 Prozent der Treibhausgasemissionen in der Schweiz. Die Schaffung von sehr teuren zusätzlichen Infrastrukturen für klimaschädigenden Verkehr sei darum alles andere als eine sinnvolle Entwicklung für den Lebensraum der Städte St. Gallen, Gossau und das Appenzellerland. Es wäre ein weiterer Schritt Richtung Zerstörung der Lebensgrundlagen.

Die Anzahl der Fahrzeuge reduzieren

Eine ganzheitliche Betrachtung bedeutet gemäss VCS, Verantwortung zu übernehmen für eine intakte Umwelt für die kommenden Generationen. «Die Verkehrsinfrastruktur muss darum konsequent auf eine Reduktion der Fahrzeuge und Fahrten mit Verbrennungsmotoren ausgerichtet werden. Sinnvoll und nötig sind Verbesserungen des Angebotes für Fuss-, Velo- und öffentlichen Verkehr», heisst es in der Mitteilung wörtlich. Mit dem neuen Ruckhalde-Tunnel der Appenzellerbahnen sei genau das gelungen. Das «rote Tram» verkehre nun sogar im Viertelstundentakt zwischen St. Gallen und Teufen. Da käme es einem Schildbürgerstreich gleich, wenn dereinst ein Strassentunnel in die Liebegg gebaut würde, um neue Anreize für ein Pendeln mit dem allradgetriebenen Diesel-SUV vom Appenzellerland in die Stadt zu schaffen. Von Gossau aus fahre die Bahn im Halbstundentakt ins Appenzellerland und mit der Herisauerstrasse ab Gossau und der Appenzellerstasse ab Winkeln seien Herisau und das Appenzellerland gut angeschlossen.

Überdies weist der VCS darauf hin, dass die Migros Anstrengungen unternommen habe, um mehr Güter per Bahn in die Betriebszentrale Gossau anzuliefern und Coop investiert in umweltfreundliche Wasserstoff-LKW. «Solche Entwicklungen machen Sinn», so der VCS. Verkehr vermeiden, verlagern, verbessern sei angesagt, um dem Klimanotstand und der Zersiedelung Einhalt zu gebieten. Darum wolle der VCS keine neuen Autobahnanschlüsse. (pd/rf)

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