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Zusammenspannen bei Energie

Inspiriert vom Energienetz Gossau-St. Gallen-Gaiserwald wollen auch Gemeinden nördlich der Stadt Fragen zu Energie und Mobilität gemeinsam angehen. Doch schon vor dem Start gibt es Misstöne.
Johannes Wey
Gemeinden, Gewerbe und Stromversorger im St. Galler Umland wollen enger zusammenarbeiten. (Bild: Urs Jaudas)

Gemeinden, Gewerbe und Stromversorger im St. Galler Umland wollen enger zusammenarbeiten. (Bild: Urs Jaudas)

Strom macht nicht an der Gemeindegrenze Halt. Dasselbe gilt für die Elektroautos, deren Lenkerinnen und Lenker zur Arbeit pendeln. Die Entwicklungen in den Bereichen Energie und Mobilität stellen Gemeinden, Versorger und Konsumenten vor grosse Aufgaben: Wie gelangt der Strom, den Herr Meier auf seinem Dach produziert, ins Auto von Frau Meier?

Solche Fragen gewinnen an Bedeutung und müssen im Kleinen beantwortet werden. Doch die Gemeinden sind oft zu klein, um regionale Fragen anzugehen. Nördlich von St. Gallen soll deshalb die Plattform Energie und Mobilität gegründet werden, in der Gemeinden, Versorger, Gewerbe sowie die Regio St Gallen-Appenzell-Bodensee sich solchen Themen gemeinsam widmen.

Von Wittenbach bis an den Bodensee

Zu diesem Zweck haben die Gemeinden Berg, Häggenschwil, Muolen, Steinach, Tübach und Wittenbach zusammen mit den anderen Partnern und gefördert vom Kanton eine Zusammenarbeitsvereinbarung ausgearbeitet. Stimmen dieser bis Mitte Jahr genügend Partner zu, wird die Plattform gegründet.

Den Entstehungsprozess dieser Vereinbarung moderiert hat Andreas Schläpfer, der auch für die Koordination des Energienetzes Gossau-St. Gallen-Gaiserwald (GSG) zuständig ist. Die Zusammenarbeit in der neuen Organisation mit Einbezug des Gewerbes wäre mit dem GSG durchaus vergleichbar, sagt Schläpfer. Die Schwerpunkte unterschieden sich aber deutlich vom GSG, dass sich auf die Steigerung der Energieeffizienz in der Industrie und ein gemeinsames Anergienetz konzentriert. «Im städtischen Raum stellen sich andere Fragen als im ländlichen.»

Themenschwerpunkte bei Energie und Mobilität wären unter anderem die Elektromobilität mit den dafür nötigen Ladestationen, die Energieeffizienz in KMU, ein gemeinsamer Energieplan sowie die Produktion und Nutzung erneuerbarer Energie. Konkrete Projektideen gebe es vor der Gründung noch keine. Anlässlich der Zusammenarbeit hat die Gemeinde Wittenbach aber die möglichen Partner zur Messe «Elektromobiliätt und Solarstrom» am 26. Mai im OZ Grünau eingeladen. Die Plattform soll für alle Energiethemen da sein, mit denen Gemeinden konfrontiert sind.

"Energie und Mobilität muss man gemeinsam angehen"

Kommt es zur Gründung, soll wie beim GSG eine Koordinatorin oder ein Koordinator in einem Teilpensum beschäftigt werden. «Ohne Koordinationsstelle geht es nicht.» Schläpfer zeigt sich zuversichtlich, dass eine grosse Mehrheit der Partner der Vereinbarung zustimmt.

Entscheid der Elektra sorgt für Spannungen in Muolen

Ihre Mitwirkung bereits angekündigt haben die Gemeinden Wittenbach und Muolen. «Aus meiner Sicht ist die Plattform eine Möglichkeit, die Ziele der Energiestrategie 2050 im Kleinen zu verfolgen», sagt der Muoler Gemeindepräsident Bernhard Keller. Nicht dabei ist hingegen die genossenschaftlich organisierte Elektra Muolen. Seinem Unverständnis darüber macht der Gemeinderat im Mitteilungsblatt Luft. Er drückt zudem die Hoffnung aus, dass die Elektra auf ihren Entscheid zurückkommt. «Wir können das absolut nicht nachvollziehen», sagt Keller. Die Elektra versorge als einer von insgesamt fünf Anbietern mit dem Dorf Muolen das «Filetstück» der Gemeinde. Deswegen habe der Gemeinderat kurzzeitig gar die Teilnahme an der Energieplattform in Frage gestellt. «Das mussten wir aber nicht lange diskutieren", sagt Keller.

"Muolen soll bei der Energie nicht im Abseits stehen."

Guido Sieber, Präsident der Elektra Muolen, will nicht auf die gemeinderätliche Stellungnahme im Mitteilungsblatt eingehen. Für die Genossenschaft sei die Plattform Energie und Mobilität einfach nicht die richtige Lösung, sagt er. «Wir dürfen unsere Einkünfte nicht zweckentfremden. Wenn wir bei der Plattform mitwirken wollten, müssten wir dafür einen Energiefonds bilden. Und dafür sind wir zu klein.» Man sei durchaus engagiert, wenn es im konkreten Fall um Zusammenarbeit bei Effizienz, erneuerbaren Energien oder E-Mobilität gehe. «Wenn jemand eine E-Tankstelle bauen will, beraten wir ihn gerne», sagt Sieber. Doch konkrete Projekte seien bei der Plattform Energie und Mobilität noch nicht bekannt.

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