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Von New York nach Untereggen: Die eigenen Wurzeln gesucht, Liebe gefunden

Die Amerikanerin Therese Fässler wollte ihre Schweizer Verwandten kennen lernen. Nach geplanten sechs Monaten blieb sie der Liebe wegen in St. Gallen. Heute setzt sich die Untereggerin für eine gerechtere Welt ein.
Ramona Riedener
Wollte ihre Schweizer Wurzeln finden und ist geblieben: die Unteregger Finanzfachfrau Therese Fässler. (Bild: Ramona Riedener)

Wollte ihre Schweizer Wurzeln finden und ist geblieben: die Unteregger Finanzfachfrau Therese Fässler. (Bild: Ramona Riedener)

«Geld ist schön», behauptete vor 25 Jahren der Schweizer Bestsellerautor Hans-Peter Zimmermann. Mit seinem gleichnamigen Buch gab er den Input zu einem Thema, das auch die Untereggerin Therese Fässler seither beschäftigt. «Geld soll glücklich machen und zu einem erfüllten Leben in Frieden und Wohlstand beitragen», findet die in Amerika aufgewachsene Schweizerin.

Das Gespür für soziale Gerechtigkeit hatte Therese Fässler bereits als kleines Kind. In ihrem Elternhaus, in einem Vorort von New York, wo sie als viertes von fünf Kindern aufwuchs, war es wichtig zu teilen und sich sozial zu engagieren. Um den Kindern Nächstenliebe beizubringen, nahmen ihre Eltern ein Pflegekind auf, das blind, taub und geistig behindert war.

Therese Fässlers Mutter ist eine gebürtige St. Gallerin und emigrierte mit ihren Eltern 1938 vor den Kriegswirren in die USA, wo sie später ihren irischen Mann kennen lernte. Ihr Urgrossvater sei Stickerei-Designer gewesen und habe nach der Jahrhundertwende mit Otto Bischoff, dem Gründer von Bischoff Textil, zusammengearbeitet, so Fässler.

Er konnte kein Englisch, sie kein Deutsch

An ihre Jugend erinnert sich Therese Fässler gerne zurück. Sie liebte Mathematik, war eine begabte Schülerin und schaffte mit Bravour den Bachelorabschluss in Mathematik, Statistik und Volkswirtschaft. 1983, in einer Zeit, wo Informatik noch nicht in den Alltag des Normalbürgers gehörte und das Wort Internet im Wortschatz noch gar nicht existierte, zog es die technisch begabte 22-Jährige nach St. Gallen. Sie wollte die Schweiz und ihre Verwandten kennen lernen, bevor das Studium weiter ging.

Bei Bischof Textil fand sie nicht nur die erste Anstellung, sondern auch den Mann fürs Leben. So führte der geplante sechsmonatige Schweiz-Aufenthalt in ein neues Kapitel. Er sprach nur Deutsch, sie nur Englisch. Trotz sprachlicher und kultureller Unterschiede fand die Liebe ihren Weg. «Wir haben so viel geredet», erinnert sich die Frau mit den ausdrucksstarken Augen an die erste gemeinsame Zeit mit ihrem Schweizer Mann. «Ich weiss nicht mehr, was wir alles geredet haben. Aber irgendwie verstanden wir uns.»

Gerechtere Verteilung der Ressourcen vorantreiben

Theoretisch hätte es genug Ressourcen für alle auf der Welt: Genug Nahrung, genug Wasser, auch genug Geld, ist die 57-Jährige überzeugt. «Das eigentliche Problem ist die Verteilung des Geldes. Während ein paar wenige ein unfassbares Vermögen anhäufen, kommt der grösste Teil der Menschheit nicht vom Fleck», sagt Fässler. Ihr primäres Ziel sei auch nicht, Vermögen anzuhäufen, sondern einfach eine gerechtere Verteilung der Ressource Geld. «Eigenes Kapital ist der Unterschied zwischen finanziellem Wohlstand und einfachem Durchkommen», sagt Fässler. Sich dafür einzusetzen, dass jeder die Möglichkeit hat, finanziell erfolgreich zu sein, das habe sie sich zur Lebensaufgabe gemacht und entwickelte ein Investmentmodell.

Dann mit 40, als sie Ehefrau und Mutter eines sechsjährigen Sohnes und erfolgreich im Beruf war, fragte sie sich: «War das alles?» Nein, gab sie sich zur Antwort und drückte nochmals die Schulbank um das nachzuholen, was sie eigentlich vor 20 Jahren in New York machen wollte: den Master in Quantitative Economics und Finance. Der Zufall wollte es, dass die Universität St. Gallen diesen Masterstudiengang in Englisch gerade neu anbot. Nach drei Jahren hatte sie ihren Leistungsausweis in der Tasche. Nachdem Therese Fässler bei verschiedenen Firmen in der Informatik, Unternehmensberatung, Finanzenbereich und Forschung gearbeitet hatte, wollte sie wissen: «Was kann ich tun dafür, die Welt ein bisschen zum Besseren zu verändern?»

Der Aktienmarkt als Schlüssel zur Gerechtigkeit

Es sei nicht jedermanns Sache in Afrika Entwicklungshilfe zu leisten, alte oder kranke Menschen zu pflegen oder Wohltätigkeitsveranstaltungen zu organisieren. «Ich wollte einbringen, was ich am besten kann: Programmieren und Finanzen.» Sie sammelte Daten, studierte den Markt und kam zur Erkenntnis, dass eine gerechtere Verteilung des Geldes nur möglich ist, wenn auch weniger begüterten Menschen in den Aktienmarkt investieren können.

«Man muss kein Genie sein, um Aktien zu haben. Jeder kann das», ist die Finanzfachfrau überzeugt. Das Geld sei heute unter dem Kopfkissen beinahe besser aufgehoben als auf dem Bankkonto, wo es Gebühren verursacht und an Wert verliert. Doch in Aktien investieren? – das sei für die meisten Kleinsparer doch zu unübersichtlich, risikoreich und teuer. Der von Therese Fässler entwickelte Investmentprozess ermöglicht es jedem – ohne Bankenintervention oder versteckte Gebühren – eigene Aktien zu kaufen. Auf ihrer Webseite erklärt sie wie der Finanzmarkt funktioniert und wie Anleger ein Unternehmen finden, um ihr Geld gewinnbringend zu investieren.

Einwanderer

Ein Leben fernab der Ostschweiz, diesen Traum haben sie sich erfüllt. Auswanderer erzählen von ihren Abenteuern, von ihrer alten und ihrer neuen Heimat. Und davon, weshalb sie einst das Fernweh packte.

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