Zur Sache
«Die Polizei löst nicht jedes gesellschaftliche Problem»: Die St.Galler Stadträtin Sonja Lüthi zum heiss diskutierten Thema Abfall und Lärm

In der Sendung «Zur Sache» auf Tele Ostschweiz hat Stadträtin Sonja Lüthi am Mittwoch in einer Diskussion Stellung zur Intervention der Stadtpolizei gegen Littering im Bermudadreieck Stellung genommen und zur Kehrtwende des Stadtrats beim Musikverbot auf Drei Weieren.

Daniel Wirth
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Abfall und Lärm sind in der Stadt St.Gallen gerade ein heiss diskutiertes Thema. Auch am Mittwochabend in der Sendung «Zur Sache». Stefan Schmid, «Tagblatt»-Chefredaktor, fühlte der grünliberalen Stadträtin Sonja Lüthi, Elias Giesinger, Präsident der Jungen Grünliberalen des Kantons St.Gallen, und Thomas Peter, Geschäftsführer der Rock-Story-Bar an der Augustinergasse im Bermudadreieck, auf den Zahn.

Sonja Lüthi, Vorsteherin der Direktion Soziales und Sicherheit, sagte, die Situation im Bermudadreieck, eine der Ausgehmeilen in der Stadt, sei am vorletzten Wochenende katastrophal gewesen. Sie sprach die Abfallberge an, die am frühen Morgen liegengeblieben waren und bei Anwohnern Unmut auslösten. Beizer Peter pflichtet ihr bei, sagte aber, er habe sich statt Plakate zur Prävention mehr Polizisten im Einsatz gewünscht.

Giesinger hat Verständnis dafür, dass die Jungen wieder Party machen wollten. Beim Littering gelte aber auch bei ihm Nulltoleranz. Sonja Lüthi entgegnete, die Polizei sei vor Ort gewesen, sie könne aber nicht jedes gesellschaftliche Problem lösen. Noch in dieser Woche soll ein Runder Tisch stattfinden. Es brauche ein Miteinander, betonte Lüthi, ansonsten sei das Projekt «Mediterrane Nächte» mit verlängerten Öffnungszeiten gefährdet.

Toleranz und Rücksichtnahme sind für Lüthi das A und O

Diskutierten vor der Kamera: Elias Giesinger, Präsident der Jungen Grünliberalen im Kanton St.Gallen, Stadträtin Sonja Lüthi, «Tagblatt»-Chefredaktor Stefan Schmid und Thomas Peter von der Rock-Story-Bar im St.Galler Bermudadreieck.

Diskutierten vor der Kamera: Elias Giesinger, Präsident der Jungen Grünliberalen im Kanton St.Gallen, Stadträtin Sonja Lüthi, «Tagblatt»-Chefredaktor Stefan Schmid und Thomas Peter von der Rock-Story-Bar im St.Galler Bermudadreieck.

Tobias Garcia

Am Mittwoch machte der Stadtrat ein vor wenigen Tagen verhängtes Musikverbot auf Drei Weieren rückgängig. Gegen das Verbot hatten sich die Jungen Grünliberalen gewehrt. Giesinger sagte in «Zur Sache», er sei froh, dass der Stadtrat auf seinen Entscheid zurückgekommen sei. Ins gleiche Horn stiess auch Gastronom Peter.

Sonja Lüthi sagte, man habe zuwenig berücksichtigt, dass der Mannenweier nicht nur eine Badeanstalt, sondern auch ein öffentlicher Raum sei. Auch hier appellierte die Stadträtin an die verschiedenen Anspruchsgruppen. Der rund um die Uhr öffentlich zugängliche Mannenweier sei ein Naherholungs-, ein Wohn- und gleichzeitig ein Schutzgebiet. Gegenseitige Toleranz und Rücksichtnahme seien aus diesem Grund das A und O.