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Das erneuerte KHK in der Sitterschlaufe. Auf dem Dach der neuen Anlieferungshalle sind die Rebstöcke zu erkennen. (Bild: Ralph Ribi)

Das erneuerte KHK in der Sitterschlaufe. Auf dem Dach der neuen Anlieferungshalle sind die Rebstöcke zu erkennen. (Bild: Ralph Ribi)

Zur Feier tanzen sogar Abfallkräne: Das neue Kehrichtheizkraftwerk ist fertig

Die Arbeiten am Kehrichtheizkraftwerk St. Gallen sind abgeschlossen. Entstanden sind eine neue Anlieferhalle, ein grösserer Bunker und ein Besucherzentrum. Auf dem Weg dahin hatte das 55-Millionen-Projekt aber einen schweren Rückschlag erlitten.
Luca Ghiselli

Es riecht nicht nach Abfall, sondern nach Neubau. Im neuen Besucherzentrum des Kehrichtheizkraftwerks St. Gallen (KHK) dominiert unverputzter Beton. Die Wände im Sitzungsraum sind weinrot gestrichen. «Salon rouge» nennt sich das. Es ist ein Zeichen dafür, dass aus der alten Kehrichtverbrennungsanlage eine Anlage geworden ist, die für die Zukunft gerüstet ist.

Die Zukunft, das soll ein sogenanntes «Kompetenzzentrum Entsorgung» sein. Mit Abwasserreinigungsanlage (ARA), Tierkörpersammelstelle, Heizkraftwerk – alles an einem Ort. «Die Ausgangslage dafür ist ideal. Es kommt schweizweit nur dreimal vor, dass eine ARA direkt an ein KHK gekoppelt ist», sagte Marco Sonderegger, Unternehmensleiter von Entsorgung St. Gallen, an der Medienorientierung vom Montag. Bevor weitere Anpassungen getroffen werden, wollen die Verantwortlichen die abgeschlossene Erneuerung des KHK feiern. Am 26. Mai laden sie zum «Tag der offenen Tore» mit Führungen und anderen Darbietungen (siehe Zweittext).

Bunkertor verfestigt, Öffnungen in den Wänden

Der Abschluss der Arbeiten hat sich leicht verzögert. Grund dafür war unter anderem eine Verpuffung im Bunker der Anlage im September 2016, die fünf Verletzte forderte. «Das war für uns ein schlimmes Ereignis. Wir haben danach aber reagiert und verschiedene Anpassungen vorgenommen», sagt Sonderegger. Dazu gehören unter anderem ein verfestigtes Bunkertor und Öffnungen in den Wänden, damit die Energie im Fall einer Verpuffung entweichen kann.

Die Neuerungen umfassen zum einen eine neue Anlieferhalle, die auch ausserhalb der regulären Öffnungszeiten angesteuert werden kann. Rund 1600 Quadratmeter ist sie gross, die Anlieferung erfolgt zum Teil automatisiert. «Das erhöht die Sicherheit und macht uns kundenfreundlicher», ist KHK-Betriebsleiter Markus Walser überzeugt. Auch im Bunker, wo die Abfälle zur Verbrennung vorbereitet werden, erledigen Maschinen zahlreiche Arbeitsschritte von allein. Statt einem grossen Bunker gibt es hier jetzt sieben, und die Kräne mit ihren riesigen Greifzangen laufen ebenfalls automatisch.

Trotzdem werden sie an Werktagen während der Öffnungszeiten noch von Menschenhand gesteuert. «Die Technologie vereinfacht die Planung und entlastet auch die Mitarbeiter», sagt Markus Walser. So laufen die Arbeiten im Bunker die ganze Nacht weiter, ohne dass jemand vor Ort sein muss. «Vier Mitarbeiter konnten von der Schicht- in die Normalarbeitszeit wechseln.»

Auf dem Dach wachsen Rebstöcke


Auf dem Dach des Bunkers steht zudem ein dritter Kran jederzeit bereit, falls es zu einem Defekt kommen sollte oder die anderen Anlagen im Service sind. Und dann ist da noch das Dach der neuen Halle. Darauf betreiben Mitarbeiter des KHK auf freiwilliger Basis «Urban Farming». Eingebettet in eine Orchideenwiese wachsen Reben aus Hochbeeten. Dass daraus dereinst trinkbarer Wein wird, ist aber unwahrscheinlich. «Traubenschorle und Grappa können aber sicher produziert werden», sagt Walser. So trage der Neubau seinen Teil zur Biodiversität bei.


Die Erneuerung des KHK ist auch für das städtische Fernwärmenetz zentral: Über 80 Prozent des Fernwärmebedarfs wird durch die Abfallverbrennung gedeckt. «Das KHK ist das Herzstück des städtischen Energiekonzepts», sagt Jans. Und sowohl für die Erneuerung des Heizkraftwerks als auch für den Fernwärmeausbau sei der Rückhalt in der Bevölkerung gross. «Beide Vorhaben haben an der Urne einen Ja-Anteil von 86 Prozent erreicht.» Das sei ein klarer Auftrag, Abfall lokal und sinnvoll zu verwerten. Mit der neuen Anlage sei das nun noch besser möglich.

Tag der offenen Tore

Entsorgung St. Gallen lädt am Samstag, 26. Mai, zum «Tag der offenen Tore» im fertiggestellten Kehrichtheizkraftwerk in der Sitterschlaufe. Von 9.30 bis 16 Uhr können Interessierte die Anlage besichtigen und auf geführten Rundgängen erfahren, wie aus Abfall Energie wird. Ein Abfallorchester spielt genauso auf wie die «Rheintalgirls», dazu gibt es eine spezielle Premiere: Die automatisierten Kräne im Bunker führen ein Schauspiel auf und erzählen dabei gemäss Ankündigung tanzend ihre eigene Geschichte. Es verkehren Shuttlebusse ab Bahnhof Nord. (ghi)

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