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"Stägestadt" St.Gallen: Treppen sind auch gut zum Sitzen und Schwitzen

Am 9. September findet der erste St.Galler «Stägestadt-Tag» statt. Die Initianten wollen zeigen, dass die Treppen in der Stadt für vieles gut sind und zum Treppensteigen allein fast zu schade.
Roger Berhalter

13000 Stufen für 80000 Einwohner. Wenn man wollte, könnte man alle St.Gallerinnen und St.Galler gleichzeitig auf die Treppen der Stadt stellen. Rund 140 öffentlich zugängliche Treppen gibt es, von der Frohsinntreppe mit 18 Stufen bis zur Berneggtreppe mit 487 Stufen. Eine solche Dichte sei einmalig, das gebe es sonst nirgends im Land, sagt Patrick Fust, Sekundarlehrer und Weiterbildner im Bereich «Bewegte Schule»: «St.Gallen ist die Stägestadt der Schweiz.»

Zunächst näherte sich Fust den Treppen aus sportlicher Sicht. Das lag für ihn auf der Hand: «Treppensteigen ist Fitnesstraining und Wellnessprogramm. Im Alltag integriert, an der frischen Luft und gratis.» Doch schnell merkte der 43-Jährige, dass Treppen noch mehr zu bieten haben und nicht nur für Einheimische, sondern auch für Touristen interessant sind. Vor zwei Jahren startete er das Projekt «Stägestadt St.Gallen» und nahm damit am Jubiläumswettbewerb der Kantonalbank teil. Zwar kam er dort schliesslich nicht zum Zug. Doch Fust machte weiter.

Die Treppe des Monats ist ein Grenzfall

Inzwischen hat die «Stägestadt St.Gallen» Form angenommen. Unter www.staegestadt.ch ist eine Fülle von Informationen zu den Treppen von St.Gallen zu finden. So gibt es eine interaktive Karte, die alle öffentlich zugänglichen Treppen als rote Linien im Stadtplan zeigt. Wer auf eine Treppe klickt, erhält weitere Infos wie die Anzahl Stufen, die Länge oder die Höhendifferenz. Präsentiert wird auch die «Treppe des Monats». Aktuell ist es der Bavariaweg, der von der Dreilindenstrasse abzweigt. Ein Grenzfall zwischen Weg und Treppe und ein «anschauliches Beispiel dafür, wie früher die Wege mit treppenartigen Versatzstücken für Fussgänger begehbar gemacht wurden», heisst es im Begleittext.

Patrick Fust ist mit seiner «Stägestadt» nicht mehr alleine, sie ist mittlerweile breit abgestützt. Die Projektgruppe zählt sieben Mitglieder. Neben Fust sind es Marcel Thoma, Leiter des städtischen Sportamtes, Marco Hermann von St.Gallen-Bodensee Tourismus, Fredi Hächler vom Stadtarchiv, der Kantonsschullehrer Willi Dahinden, der Physiotherapeut und Fotograf Klaus Stadler sowie die Physiotherapeutin und Musikerin Judith Ammann.

Gemeinsam macht die Gruppe nun den nächsten Schritt und veranstaltet am Sonntag, 9. September, den ersten «Stägestadt-Tag» in St.Gallen. Von 9 bis 16 Uhr finden auf ausgewählten Treppen kostenlose öffentliche Veranstaltungen statt. «Wir möchten die Leute auf die Treppen bringen», sagt Fust. Auf so viele verschiedene Arten wie am «Stägestadt-Tag» konnte man die St.Galler Treppen bis jetzt noch nie erleben. Einerseits sportlich: Marcel Thoma organisiert einen Ausdauerlauf über 10000 Stufen (Anmeldung auf der Webseite). Von 14 bis 14.45 Uhr lädt Leichtathletin Salomé Kora zu einem Sprinttraining auf der Gesstreppe (auch hier ist eine Anmeldung nötig). Anderseits auf historische Art: Um 10 und 14 Uhr erzählt Fredi Hächler auf einem Spaziergang Geschichten zu den Treppen der Stadt.

Auf dem Programm stehen auch künstlerische Aktionen: Musiker Karl Schimke und Schauspieler Marcus Schäfer vom Theater laden auf der Gesstreppe zu einem «Zwieges(s)präch», der letztjährige Stadtratskandidat Andri Bösch liest Gedichte, Joya Geiger und Tobias Spori nutzen die Stufen als Tanzbühne. Es gibt zudem Alphorn- und Streichkonzerte sowie eine digitale Schatzsuche auf der Telltreppe. Patrick Fust schliesslich wird mit Familien verschiedene Treppenspiele ausprobieren.

Neue Stadtführung im Programm

Als Premiere bietet St.Gallen-Bodensee Tourismus am 9. September eine «Stägestadtführung» an. Treffpunkt ist um 12 und 15 Uhr bei der Tourist-Information an der Bankgasse 9. Es wird nicht die letzte Führung dieser Art sein. Nach dem «Stägestadt-Tag» nimmt die Tourismusorganisation die Führung ins reguläre Programm auf.

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