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Zwei Gläser Bier zum 100. Geburtstag

Freude an der Arbeit, jeden Tag zwei Gläser Bier und eine Frau, die ihm immer beistand: Das ist Robert Eglis Rezept für ein langes Leben. Gefeiert hat der Gossauer Jubilar dort, wo er sein Lebenswerk aufgebaut hat, im «Egli».
Corinne Allenspach
Blumen, Bier und eine spezielle Dessertkreation: Robert Egli geniesst das grosse Fest zu seinem 100. Geburtstag. Seit 62 Jahren stets an seiner Seite ist seine Frau Martha. (Bild: Ralph Ribi)

Blumen, Bier und eine spezielle Dessertkreation: Robert Egli geniesst das grosse Fest zu seinem 100. Geburtstag. Seit 62 Jahren stets an seiner Seite ist seine Frau Martha. (Bild: Ralph Ribi)

Dass im Restaurant Egli an der St. Gallerstrasse in Gossau etwas Besonderes los ist an diesem Dienstag, ist schon von weitem zu erkennen. Vor dem Haus tanzen farbige Ballone im Wind und mittendrin stehen zwei mannshohe Schilder mit der Zahl 100. Erst auf den zweiten Blick zu erkennen ist die Hauptperson des Tages: Robert Egli, ehemaliger Geschäftsführer des «Egli», kann seinen 100. Geburtstag feiern. Mit seinem wachen Blick, dem zufriedenen Lächeln und dem festen Händedruck wirkt er gut und gerne zehn Jahre jünger.

Was genau ihn jung gehalten hat, kann der Jubilar nicht sagen. Sicher ist: Noch mit 92 Jahren hat er im Betrieb mitgeholfen. «Er konnte bis ins hohe Alter genial Torten garnieren. Oft schöner und mit einer ruhigeren Hand, als dies Junge tun», sagt Sohn Pedro Egli, der seit 24 Jahren das Restaurant Egli führt. Sein Bruder Robert hat die angrenzende Bäckerei übernommen.

Wenig Schlaf, dafür Freude am Schaffen

Auch Robert Egli senior hat Bäcker gelernt. Die ersten Berufsjahre war er angestellt. Als er heiratete, habe er sich aber gedacht, als Angestellter lasse sich keine Existenz machen, erzählt er. Darum suchte er ein Geschäft zum Kaufen. Weil das nötige Geld fehlte, erhielt er von der Bank einen Vorschuss. Viel, sogar extrem viel, habe sein Vater gearbeitet, erinnert sich Pedro Egli. Daheim hing ein schwarzes Wandtelefon, das jeden Morgen um 3 Uhr klingelte. Am anderen Ende der Leitung erinnerte eine freundliche Frauenstimme daran, dass es Zeit sei aufzustehen. «Mein Vater hat jahrelang nur vier, fünf Stunden geschlafen», sagt Pedro Egli. Für Robert Egli war das kein Problem, wie er betont:

«Ich hatte einfach Freude am Schaffen.»

Noch mit Mitte 50 machte er die Autoprüfung, damit er auch beim Ausliefern helfen konnte. Ebenfalls Freude hat er an Blumen. Schon als Robert Egli 1950 im «Egli» anfing, legte er Wert auf Blumenschmuck vor dem Fenster. «Und daheim hatte vermutlich niemand so schöne Geranien wie er», sagt Pedro Egli.

Sein grösstes Geschenk zum 100. Geburtstag seien «die vielen Leute, die gekommen sind», sagt der Jubilar. Seine Frau Martha, mit der er 62 Jahre verheiratet ist, feiert ebenso mit wie seine fünf Kinder mit Partnern und die Enkelkinder. Vizestadtpräsidentin Gaby Krapf überbringt Glückwünsche und Geschenke der Stadt Gossau und des Kantons. Zudem bereichern drei Alphornbläser das Fest, ein Enkel spielt «Happy Birthday» auf dem Saxofon und Tochter Mirta lässt in Gedichtform Erinnerungen aufleben. Trotz der vielen Arbeit der Eltern seien die Kinder nicht zu kurz gekommen, betont sie. Dem Vater sei es deshalb verziehen, dass er an Heiligabend vor lauter Müdigkeit jeweils eingenickt sei, bevor er die Geschenke der Kinder begutachten konnte.

Lieblingsdestination Obertoggenburg

Robert Egli weiss zuweilen kaum, wie er all die Eindrücke verarbeiten soll. Er ist sichtlich gerührt ob des grossen Fests. Schliesslich hat er nie damit gerechnet, dass er einmal seinen 100. Geburtstag feiern kann. Blieb früher zwischen der vielen Arbeit doch einmal etwas Freizeit, machten Eglis gerne Ferien im Obertoggenburg oder am Vierwaldstättersee. Noch bis vor wenigen Monaten kehrten Robert Egli und seine sieben Jahre jüngere Martha regelmässig im «Egli» ein. Auf die Frage, ob Kaffee oder Bier, gebe es für seinen Vater nur eine Antwort, sagt Pedro Egli und lacht. «Mittags und abends ein kaltes Bier, das muss bei ihm sein.»

Zum 100. Geburtstag durften es mittags sogar zwei sein. Denn mit so vielen Leuten anzustossen und die vielen Glückwünsche entgegenzunehmen, das macht durstig. Und dann, in einer ruhigen Minute, fällt Robert Egli ein, was er unbedingt noch sagen wollte:

«Ich hatte eine sehr gute Frau, die mir geschäftlich immer beigestanden ist.»

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